Fortinet, Inc

Fortinet Inc.: Wie der Security-Spezialist sein Plattform-Modell zum Wachstumsmotor macht

01.01.2026 - 21:36:56

Fortinet Inc. positioniert sich mit seiner Security-Fabric-Plattform, Next-Gen-Firewalls und SASE-Angebot als integrierte Antwort auf Cloud-, OT- und Remote-Security – und setzt damit Wettbewerber wie Palo Alto Networks und Check Point unter Druck.

Cyberangriffe, Fachkräftemangel, Budgetdruck: Warum Fortinet Inc. jetzt im Fokus steht

Unternehmen im DACH-Raum stehen vor einem Dilemma: Die Angriffsflächen wachsen rasant – Hybrid Cloud, Remote Work, OT-Netzwerke, IoT –, doch Security-Teams sind chronisch unterbesetzt und müssen mit stark fragmentierten Tool-Landschaften arbeiten. Genau hier setzt Fortinet Inc. an. Das Unternehmen hat sich vom reinen Firewall-Anbieter zu einem breit aufgestellten Plattform-Spezialisten entwickelt, der vom Rechenzentrum über die Public Cloud bis zum Homeoffice ein durchgängiges Sicherheits- und Netzwerk-Ökosystem verspricht.

Im Zentrum steht dabei nicht ein einzelnes Produkt, sondern ein eng verzahntes Portfolio rund um die Fortinet Security Fabric, Hardware-beschleunigte Next-Generation-Firewalls der FortiGate-Serie, Secure-Access-Service-Edge-(SASE)-Services, SD-WAN, OT-Security, Endpoint- und Cloud-Schutz. Für CIOs und CISOs, die Komplexität reduzieren und gleichzeitig Security-Gaps schließen wollen, wird Fortinet Inc. zunehmend zu einer strategischen Alternative zu reinen Software-Stacks aus dem Silicon Valley.

Mehr über die Sicherheitsplattform von Fortinet Inc. und ihre Einsatzszenarien im Unternehmen

Das Flaggschiff im Detail: Fortinet Inc.

Auch wenn der Unternehmensname häufig stellvertretend für die Aktie verwendet wird, steht Fortinet Inc. vor allem für eine technisch eigenständige Plattformstrategie. Kern des Angebots ist die Fortinet Security Fabric – ein Architekturkonzept, das Security- und Netzwerkfunktionen über unterschiedlichste Komponenten hinweg integriert: Firewalls, Switches, WLAN-Access-Points, Cloud-Workloads, OT-Anlagen, Endpoints und Identity-Lösungen. Ziel ist eine einheitliche Policy-, Logging- und Automatisierungs-Ebene.

Technisch stützt sich Fortinet auf drei zentrale Säulen:

  • FortiGate Next-Generation-Firewalls: Hardware-Appliances und virtuelle Instanzen, die Firewalling, Intrusion Prevention, Application Control, SSL-Inspection, VPN, Webfiltering und zumeist auch SD-WAN in einer Plattform bündeln. Ein USP ist der von Fortinet entwickelte FortiASIC bzw. die aktuelle FortiSPU-Hardwarebeschleunigung, die Deep-Packet-Inspection und Verschlüsselung deutlich schneller und energieeffizienter machen soll als rein CPU-basierte Ansätze.
  • Fortinet Security Fabric & FortiOS: Das zugrunde liegende Betriebssystem FortiOS bildet die einheitliche Softwarebasis über große Teile des Portfolios hinweg. Über APIs und zentrale Management-Lösungen wie FortiManager und FortiAnalyzer lassen sich Security-, Netzwerk- und Log-Daten korrelieren, automatisierte Reaktionen (Playbooks) anstoßen und Compliance-Vorgaben durchsetzen.
  • SASE, SD-WAN und Cloud-Security: Mit FortiSASE kombiniert Fortinet Cloud-native Security-Funktionen (Secure Web Gateway, CASB, ZTNA) mit den bewährten FortiGate-Engines. Parallel dazu adressiert Fortinet Secure SD-WAN die Migration von MPLS- zu Internet- und Cloud-basierten Vernetzungsmodellen. Ergänzt wird das Ganze um Cloud-Security-Bausteine wie FortiGate VM, FortiCWP und FortiCNAPP für AWS, Azure, Google Cloud und andere Hyperscaler.

Dazu kommen spezialisierte Lösungen wie FortiEDR und FortiXDR für Endpoint- und Extended Detection & Response, FortiNAC für Network Access Control sowie FortiSIEM und FortiSOAR für das zentrale Security-Monitoring und die Orchestrierung. In der OT-Security positioniert sich Fortinet Inc. mit ruggedized FortiGate-Appliances und Integrationen zu gängigen OT-Protokollen und -Plattformen explizit für Industrieunternehmen und kritische Infrastrukturen – ein zunehmend wichtiger Markt im deutschsprachigen Raum.

Ein starkes Differenzierungsmerkmal ist Fortinets Fokus auf Performance und Effizienz: Die hauseigenen Security-Prozessoren erlauben es, selbst bei aktiviertem Intrusion Prevention und intensiver SSL-Inspection hohe Durchsatzraten zu erreichen. Gerade für Carrier, große Rechenzentren und Edge-Szenarien mit hohem Traffic-Volumen ist das ein entscheidender Punkt – nicht zuletzt mit Blick auf Energieverbrauch und Rack-Space.

Der Wettbewerb: Fortinet Inc. Aktie gegen den Rest

Auf Produktebene bewegt sich Fortinet Inc. in einem hart umkämpften Markt. Zu den wichtigsten Rivalen gehören vor allem Palo Alto Networks mit seiner Strata-Firewall-Plattform und dem SASE-Angebot Prisma Access sowie Check Point Software Technologies mit den Quantum Security Gateways und der Cloud-Security-Plattform CloudGuard. In Teilbereichen treten zudem Anbieter wie Cisco (Secure Firewall, Umbrella, Duo), Zscaler (Zscaler Internet Access, Zscaler Private Access) und CrowdStrike (Falcon-Plattform für Endpoint und Cloud) in direkte Konkurrenz.

Im direkten Vergleich zum Palo Alto Networks Strata-Portfolio fällt auf, dass Palo Alto stark auf einen softwarezentrierten Ansatz setzt. Die Firewalls der PA-Serie und die virtuelle Variante VM-Series integrieren leistungsfähige Threat-Prevention-Funktionen, Application Layer Security und Cloud-Integrationen. Prisma Access bietet Zero-Trust-Network-Access und Secure Web Gateway aus der Cloud heraus. Palo Alto punktet besonders bei großen, stark cloud-zentrierten Kunden und in Szenarien, in denen ein enger Schulterschluss mit DevSecOps-Workflows im Vordergrund steht.

Im direkten Vergleich zu Check Point Quantum Security Gateways verfolgt Check Point traditionell eine sehr starke Threat-Intelligence- und Software-Fokus-Strategie. Die Gateways, kombiniert mit dem R81.20-Betriebssystem und der Infinity-Plattform, gelten als ausgereift, mit tiefen Funktionen für Policy-Management und Threat-Prevention. Check Point kann insbesondere bei Kunden punkten, die auf konsistente Security-Policies über lange Zeiträume setzen und stark von stabilen, langfristig supporteten Plattformen abhängig sind.

Worin unterscheidet sich Fortinet Inc. konkret von diesen Wettbewerbern?

  • Hardware-Beschleunigung vs. reine Software: Während Palo Alto und Check Point weitgehend auf Standard-x86-Hardware setzen, fährt Fortinet mit seinen eigenen Security-Prozessoren einen Hybrid-Ansatz. Das ermöglicht bei vielen FortiGate-Modellen ein besseres Preis/Leistungs-Verhältnis bei aktiviertem UTM-Feature-Set.
  • Breite Infrastruktur-Integration: Cisco bleibt zwar der klassische Netzwerkausrüster, doch Fortinet hat in den vergangenen Jahren gezielt in Switches (FortiSwitch), WLAN (FortiAP) und SD-Branch-Technologien investiert. Damit nähert sich Fortinet Inc. einem „One-Stop-Shop“-Modell für Netzwerk und Security – gerade für mittelgroße Unternehmen und verteilte Standorte attraktiv.
  • SASE-Umsetzung: Im direkten Vergleich zu Prisma Access und Zscaler Internet Access setzt Fortinet auf eine stärkere Verzahnung von On-Premises-Firewalls und Cloud-Security-PoPs. Für Unternehmen, die nicht alles in reine Cloud-Security auslagern wollen, sondern hybride Architekturen bevorzugen, ist das ein wichtiger Vorteil.
  • OT- und Industrie-Fokus: Während Palo Alto und Check Point OT-Security eher als Erweiterung ihrer Kernplattform sehen, hat Fortinet Inc. ein eigenes OT-Portfolio aufgebaut und adressiert gemeinsam mit Partnern gezielt Sektoren wie Fertigung, Energie, Transport und kritische Infrastrukturen – gerade im DACH-Markt ein Wachstumsfeld.

Schwachstellen hat Fortinet dennoch: Die starke Ausrichtung auf das eigene Ökosystem erfordert oft, dass Unternehmen mehrere Fortinet-Komponenten gleichzeitig einführen, um das volle Potenzial der Security Fabric zu nutzen. Wer bereits stark in Multi-Vendor-Strategien oder Cloud-native Security-Stacks investiert hat, muss genau prüfen, an welchen Stellen Fortinet sinnvoll integrierbar ist und wo es zu Überschneidungen kommt. Zudem gelten die Management-Oberflächen und die Policy-Modellierung zwar als sehr leistungsfähig, aber mitunter komplex – gerade im Vergleich zu stärker geführten, cloud-only Lösungen.

Warum Fortinet Inc. die Nase vorn hat

Entscheidend für den Erfolg von Fortinet Inc. ist die stringente Umsetzung des Plattformgedankens. Während viele Wettbewerber noch immer stark in Produkt-Silos denken – Firewalls hier, SASE dort, Endpoint wieder separat –, bietet Fortinet ein Portfolio, das technisch und kommerziell konsequent aufeinander abgestimmt ist.

Die wichtigsten USP-Faktoren aus Sicht von CIOs, CISOs und Netzwerkverantwortlichen:

  • Integrierte Plattform statt Tool-Sprawl: Fortinet adressiert das zentrale Problem überlasteter Security-Teams: zu viele Einzellösungen. Mit der Security Fabric wird eine gemeinsame Policy-, Analyse- und Orchestrierungs-Ebene geschaffen, die Firewalls, SD-WAN, Cloud-Security, OT, WLAN/ LAN, NAC, SIEM, SOAR und Endpoint umfasst. Weniger Hersteller, weniger Integrationsaufwand – ein starkes Argument für Organisationen mit begrenzten Ressourcen.
  • Performance und Effizienz: Die FortiSPU-Architektur sorgt dafür, dass rechenintensive Security-Funktionen nicht die CPU ausbremsen. Selbst bei intensiver TLS-Inspection und aktivierten UTM-Diensten bleiben Durchsatz und Latenz in der Praxis oft stabiler als bei rein softwarebasierten Appliances. Das senkt nicht nur die Hardwarekosten (weniger oder kleinere Appliances), sondern auch Energie- und Betriebskosten.
  • Flexible Architekturen: On-Prem, Cloud, Hybrid: Anders als reine Cloud-Security-Anbieter ermöglicht Fortinet hybride Szenarien ohne Zwang zur kompletten Transformation. Bestehende FortiGate-Installationen lassen sich Schritt für Schritt um SASE-Funktionen, Cloud-Workload-Schutz und Zero-Trust-Zugriffe erweitern. Gerade im regulierten Umfeld – Banken, Versicherungen, Industrie, öffentliche Hand – ist diese Migrationsfähigkeit ein entscheidender Pluspunkt.
  • Starke Präsenz im Mittelstand und in verteilten Umgebungen: Dank eines breiten Hardware-Portfolios – vom kleinen Branch-Office bis zum Carrier-Chassis – und attraktiver Bundles für SD-WAN und SASE trifft Fortinet Inc. den Nerv vieler mittelständischer Unternehmen, die Enterprise-Funktionen benötigen, aber keine Blue-Chip-Preisschilder zahlen wollen.
  • Security-first-DNA: Im Gegensatz zu klassischen Netzwerkausrüstern ist Security der Kern der Markenidentität. Produkte wie FortiGuard Labs (Threat Intelligence) liefern kontinuierliche Feeds für Signaturen, KI-gestützte Analysen und Automatisierung, die tief in das gesamte Portfolio zurückwirken.

Damit positioniert sich Fortinet Inc. nicht als reiner Kostenfaktor, sondern zunehmend als Enabler für digitale Geschäftsmodelle: Sichere SD-WAN-Architekturen schaffen die Basis für Cloud-first-Strategien, SASE ermöglicht sicheres Arbeiten von überall, OT-Security schützt Produktionslinien und Lieferketten. In Summe verschiebt sich Security vom reinen Abwehrmechanismus hin zum Wettbewerbsfaktor.

Bedeutung für Aktie und Unternehmen

Ein Blick auf die Fortinet Inc. Aktie (ISIN: US34959E1091) zeigt, welchen Einfluss diese Produktstrategie auf die Unternehmensbewertung hat. Laut aktuellen Kursdaten per Browserrecherche liegt der letzte festgestellte Schlusskurs der Fortinet Inc. Aktie (NASDAQ: FTNT) bei rund dem zuletzt gemeldeten "Last Close"-Wert; die Börsen waren zum Zeitpunkt der Abfrage geschlossen bzw. Echtzeitdaten standen nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Für die Einordnung entscheidend ist daher weniger der exakte Tageskurs, sondern der mittelfristige Trend: Fortinet wird von Analysten klar als Wachstumswert im Cybersecurity-Segment gehandelt.

In Analystenkommentaren wird regelmäßig hervorgehoben, dass Fortinet im Gegensatz zu manchen Wettbewerbern weniger stark von reinem Lizenzwachstum abhängt, sondern durch eine Kombination aus Hardware-Umsatz, Subscriptions (FortiGuard, SASE, Cloud-Security) und Services ein diversifiziertes Geschäftsmodell aufgebaut hat. Besonders beobachtet werden dabei drei Kennzahlen:

  • Wachstum im SASE- und SD-WAN-Geschäft: Der Erfolg von FortiSASE und Fortinet Secure SD-WAN zeigt, inwieweit Fortinet von der Ablösung klassischer MPLS-Strukturen profitiert. Steigende Kundenzahlen und höhere durchschnittliche Vertragsvolumina gelten als Treiber für wiederkehrende Umsätze.
  • Cloud- und OT-Penetration: Zuwächse im Cloud-Geschäft – etwa durch FortiGate-VM-Instanzen bei Hyperscalern oder CNAPP-Lösungen – signalisieren, wie gut Fortinet im Umfeld Cloud-native Security angenommen wird. Parallel dazu gilt der Ausbau im OT-Segment als strategischer Wachstumspfeiler, insbesondere in Europa.
  • Profitabilität trotz Investitionen: Fortinet investiert massiv in R&D, globalen Ausbau von Rechenzentrums- und SASE-Kapazitäten sowie in Partnerprogramme. Gleichzeitig achten Investoren auf stabile Margen, die durch den Hardware-Fokus und die Effizienz der eigenen Prozessor-Architektur unterstützt werden.

Für Investoren im deutschsprachigen Raum ist Fortinet Inc. damit insbesondere aus zwei Gründen interessant: Erstens adressiert das Unternehmen mit seiner Security-Plattform direkt jene Transformationsprojekte, die in DAX-, MDAX- und Mittelstandsunternehmen aktuell auf der Agenda stehen – von Zero Trust bis Industrie 4.0. Zweitens zeigt sich, dass der Plattform-Ansatz mit der Fortinet Security Fabric zu einer hohen Kundenbindung führt: Wer einmal auf Fortinet setzt, erweitert sein Engagement häufig auf weitere Produktlinien und Services.

Natürlich bleibt die Fortinet Inc. Aktie nicht frei von Risiken. Makroökonomische Unsicherheiten, Budgetkürzungen im IT-Umfeld oder stärkerer Preisdruck durch Wettbewerber wie Palo Alto Networks, Check Point oder Zscaler können sich auf das Wachstumstempo auswirken. Zudem unterliegt der Cybersecurity-Sektor generell hohen Bewertungsmultiplikatoren, was die Volatilität erhöht. Dennoch: Solange Cyberangriffe zunehmen, Regulierungen strenger werden und Unternehmen Komplexität reduzieren müssen, spricht vieles dafür, dass Fortinet Inc. mit seinem Plattform- und Hardware-plus-Software-Ansatz strukturell Rückenwind behält – technologisch wie auch an der Börse.

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