Figure 03: Der menschenähnliche Roboter fürs Zuhause erobert die CES
08.01.2026 - 17:09:12Figure AI setzt auf der CES 2026 mit seinem humanoiden Roboter Figure 03 einen neuen Maßstab. Das Gerät kombiniert eine weiche Textilhülle mit einer KI, die eigenständig denkt und handelt. Damit zielt das Unternehmen direkt auf den Massenmarkt für Privathaushalte.
Der auffälligste Unterschied zum Vorgängermodell ist die Oberfläche. Statt blankem Metall trägt der Figure 03 eine weiche Textilhülle aus mehrschichtigem Schaumstoff. Dieses Design ist kein reines Stilmittel, sondern eine strategische Entscheidung für den Einsatz in Wohnungen. Es erhöht die Sicherheit bei engem Kontakt mit Menschen und soll psychologische Barrieren abbauen. Der Roboter ist 1,72 Meter groß, wiegt 61 Kilogramm und lädt sich kabellos per Induktion auf.
Das eigentliche Herzstück ist jedoch das neue KI-Modell Helix VLA. Es verleiht dem Roboter ein dem menschlichen Denken nachempfundenes „Zwei-Systeme“-Verständnis. Ein Teil verarbeitet blitzschnell Bewegungen, der andere ist für langsames, abwägendes Schlussfolgern zuständig. In einer Live-Demo auf der Messe erkannte der Figure 03, dass ein Mensch hungrig aussah, und bot ihm eigenständig einen Apfel an – ohne expliziten Befehl.
Seit 1. August 2024 gelten neue Regeln für KI-Systeme — und Modelle, die autonom handeln wie Figure 03, müssen oft als Hochrisiko klassifiziert und umfangreich dokumentiert werden. Viele Hersteller unterschätzen Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten; das kann Marktverbote oder empfindliche Sanktionen nach sich ziehen. Dieses kostenlose E-Book erklärt praxisnah, welche Pflichten, Risikoklassen und Übergangsfristen gelten – inklusive konkreter Umsetzungsschritte für Entwickler und Anbieter. Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden herunterladen
Helix VLA: Der denkende „Gehirn“-Chip
Die Architektur von Helix ermöglicht es dem Roboter, in Echtzeit zu kooperieren und Objekte zu manipulieren, die er nie zuvor gesehen hat. Zwei Einheiten arbeiteten in Las Vegas zusammen, um Kekse wegzuräumen. Eine aktualisierte Vision-Kamera mit doppelter Bildrate und 60 Prozent größerem Sichtfeld liefert die nötigen Daten für präzises Handeln in unübersichtlichen Umgebungen.
Die Rechenleistung für das komplexe KI-Modell wird direkt im Roboter verarbeitet, nicht in der Cloud. Das gewährleistet niedrige Latenzzeiten und schützt die Privatsphäre in den eigenen vier Wänden. Eine kürzlich bekanntgegebene Partnerschaft mit Qualcomm zielt darauf ab, die nächste Generation der Robotik-Hardware zu definieren.
Der Weg in die Massenproduktion
Figure AI bereitet die Serienfertigung vor. In der eigenen Fabrik „BotQ“ im kalifornischen San Jose soll eine Jahreskapazität von 12.000 Einheiten erreicht werden. Durch vereinfachte Lieferketten und den Einsatz von Druckguss-Teilen will das Unternehmen die Produktionskosten senken – eine entscheidende Hürde für den breiten Marktdurchbruch.
Während viele Wettbewerber noch auf Industrie-Piloten setzen, positioniert Figure AI sein Modell bewusst für den Dual-Use-Markt (Haushalt und Lager). Der Fokus auf Sicherheit und ein wohnliches Design dürfte auch für künftige Zertifizierungen entscheidend sein.
Noch ungelöste Herausforderungen
Trotz der beeindruckenden Demo bleiben Fragen offen. Ein chaotischer Privathaushalt ist komplexer als eine Messebühne. Die Sicherheit hängt maßgeblich von der Zuverlässigkeit der KI ab. Das Risiko von Halluzinationen – also fehlerhaften Schlussfolgerungen des Modells – muss nahezu null sein, was bisher keine KI dieser Art garantiert.
Ein konkreter Verbraucherpreis und ein Veröffentlichungstermin wurden noch nicht genannt. Die Roadmap des Unternehmens deutet jedoch auf eine kommerzielle Verfügbarkeit für ausgewählte Partner noch in diesem Jahr hin. Durch Software-Updates über die Luft soll der Roboter stetig klüger werden, ohne hardwaremäßig ausgetauscht werden zu müssen.
Die Botschaft von der CES ist klar: Die Ära des vielseitig einsetzbaren, denkenden Roboters für jedermann hat begonnen – zumindest auf dem Papier und in der Messehalle.
PS: Wenn Ihr Produkt Entscheidungen trifft, in privaten Haushalten eingesetzt wird oder personenbezogene Daten verarbeitet, drohen spezielle Anforderungen und kurze Fristen. Der gratis Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung fasst zusammen, welche Kennzeichnungen, Risikobewertungen und Dokumentationen erforderlich sind und liefert praktische Checklisten für Entwickler und Anbieter. So vermeiden Sie Haftungsrisiken und sichern den rechtssicheren Markteintritt. Gratis-Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung anfordern


