Familienleistungen, Inflationsanpassung

Familienleistungen: Österreich friert Inflationsanpassung ein

01.01.2026 - 09:22:12

Die österreichische Regierung friert Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag bis 2027 ein. Kritiker warnen vor realem Kaufkraftverlust, besonders für einkommensschwache Haushalte.

Ab heute erhalten Familien in Österreich zwei Jahre lang keine automatische Erhöhung ihrer Leistungen. Die Bundesregierung setzt die erst 2023 eingeführte automatische Valorisierung von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag aus. Für die Jahre 2026 und 2027 bedeutet das eine „Nulllohnrunde“ – eine zentrale Sparmaßnahme der Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS.

Was die Aussetzung konkret bedeutet

Die Leistungen verharren auf dem Niveau von 2025. Eine Anpassung an die für 2026 prognostizierte Inflation von rund zwei Prozent findet nicht statt. Betroffen sind:
* Die monatliche Familienbeihilfe
* Der steuerliche Kinderabsetzbetrag
* Das Kinderbetreuungsgeld

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) nannten den Schritt im Vorfeld „schmerzhaft, aber alternativlos“. Die Regierung betont, es handele sich technisch nicht um eine Kürzung, sondern um den Entfall einer geplanten Erhöhung.

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Der reale Kaufkraftverlust für Familien

Ökonomen sehen das anders und rechnen den „unsichtbaren“ Verlust vor. Weil die Preise weiter steigen, die Leistungen aber gleich bleiben, schrumpft die Kaufkraft. Das Momentum Institut beziffert die Folgen:
* Eine Familie mit zwei Kindern verliert 2026 real etwa 165 Euro.
* Bei fünf Kindern summiert sich der jährliche Wertverlust auf über 450 Euro.

Da die Basis für künftige Erhöhungen niedriger bleibt, wirkt der Effekt wie ein Zinseszins. Bis 2027 könnten die Einbußen für größere Familien in den vierstelligen Bereich wachsen.

Kritik: „Trifft besonders die Schwächsten“

Während die Regierung auf notwendige Budgetsanierung verweist, üben Hilfsorganisationen scharfe Kritik. Caritas und SOS-Kinderdorf warnen, die Maßnahme treffe Familien am Existenzminimum besonders hart. Ihnen fehle der Puffer gegen steigende Lebensmittel- und Wohnkosten.

Kritiker monieren, dass die Einsparungen von über 100 Millionen Euro im Jahr 2026 überproportional zulasten von Haushalten mit Kindern gehen. Die Koalition hält dagegen und betont parallel laufende Investitionen in Kinderbetreuung und Bildung.

Hintergrund: Druck aus Brüssel

Der Schritt ist Teil eines umfassenden Sparpakets. Österreichs Budgetdefizit lag zuletzt über der EU-Grenze von drei Prozent, was ein Defizitverfahren auslöste. Die Regierung will die Staatsfinanzen bis 2027 stabilisieren.

Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2026 zwar eine leichte Erholung. Ob diese ausreicht, um weitere Sparrunden zu verhindern, ist offen. Für Familien steht fest: Die Beträge auf dem Konto bleiben die nächsten 24 Monate gleich – die Preise im Supermarkt hingegen nicht.

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