Umsatzverluste, Milliardenhöhe

Umsatzverluste in Milliardenhöhe durch nachgemachte Waren

16.01.2024 - 06:11:10

EuropÀische Hersteller von Bekleidung, Kosmetik und Spielwaren erleiden durch nachgemachte Waren jÀhrlich Umsatzverluste in Höhe von rund 16 Milliarden Euro.

Zudem gingen durch solche BetrĂŒgereien rund 200 000 ArbeitsplĂ€tze verloren, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der EU-Agentur fĂŒr geistiges Eigentum (EUIPO) im sĂŒdspanischen Alicante hervorgeht. In Deutschland gingen demnach allein 40 000 ArbeitsplĂ€tze verloren. "Nachgeahmte Waren verursachen reale Kosten - fĂŒr Verbraucher, fĂŒr Marken und fĂŒr unsere Volkswirtschaften. Diese jĂŒngste Studie zeigt die sehr realen Kosten in Bezug auf die Umsatz- und Arbeitsplatzverluste in der EU auf", schrieb der Exekutivdirektor der EUIPO, Joao Negrao.

Der Studie zufolge ist die deutsche Spielzeugindustrie mit einem Drittel der jĂ€hrlichen Umsatzeinbußen (334 Millionen Euro) durch gefĂ€lschte Waren in der EU einer der am stĂ€rksten betroffenen Wirtschaftszweige. Bei Bekleidung sei Zypern am stĂ€rksten von FĂ€lschungen betroffen, bei Kosmetika Frankreich. In absoluten Zahlen seien die Auswirkungen in der Bekleidungsindustrie auf europĂ€ischer Ebene am negativsten. Sie verliere jĂ€hrlich fast 12 Milliarden Euro an Einnahmen, was 5,2 Prozent des gesamten Umsatzes ausmache.

Auch der europĂ€ische Kosmetiksektor und die Spielzeugindustrie wiesen aufgrund gefĂ€lschter Markenprodukte deutlich geringere UmsĂ€tze auf: Die Verluste beliefen sich auf drei Milliarden Euro bei Kosmetika (4,8 Prozent des Umsatzes) und eine Milliarde Euro bei Spielwaren (8,7 Prozent des Umsatzes). Im Bereich Arbeit hat die ProduktfĂ€lschung ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen. Dem Bekleidungssektor gehen der EUIPO-Studie zufolge, die sich auf Daten aus den Jahren 2018 bis 2021 stĂŒtzt, 160 000 ArbeitsplĂ€tze verloren, im Kosmetikbereich sind es 32 000 und im Spielzeugsektor 3 600 weniger BeschĂ€ftigte.

Zugleich stellten gefĂ€lschte Markenartikel oft auch schwerwiegende Gesundheits- und Sicherheitsprobleme fĂŒr die Verbraucher dar. Dies gelte vor allem fĂŒr nachgemachte Kosmetika und Spielwaren. Nach Angaben von EUIPO entfielen 15 Prozent der 2022 an den EU-Außengrenzen beschlagnahmten Waren auf potenziell gefĂ€hrliche weil gefĂ€lschte Produkte.

Der wichtigste Grund, warum Verbraucher zu nachgemachten Produkten griffen, sei ein als zu hoch empfundener Preis fĂŒr das Original. Das gehe aus einer Studie des EUIPO vom vergangenen Juni hervor. Demnach halte es ein Drittel der EuropĂ€er fĂŒr akzeptabel, in einem solchen Fall ein gefĂ€lschtes Produkt zu kaufen. Bei jungen Menschen steige dieser Anteil sogar auf die HĂ€lfte, schrieb die EUIPO, eine der grĂ¶ĂŸten dezentralen Agenturen der EuropĂ€ischen Union, die fĂŒr die Eintragung der Unionsmarken und Gemeinschaftsgeschmacksmuster zustĂ€ndig ist.

@ dpa.de