EuroHPC, Rechtsgrundlage

EuroHPC: EU schafft Rechtsgrundlage für KI-Gigafabriken

19.01.2026 - 19:14:12

Die EU schafft mit einer neuen Verordnung die Grundlage für europaweite Superrechenzentren und Quanteninfrastruktur, um strategische Unabhängigkeit in der KI-Technologie zu erreichen.

Die EU ebnet den Weg für eigene Superrechenzentren und Quantencomputer. Mit einer Änderung der EuroHPC-Verordnung schafft Brüssel die rechtliche Basis für europaweite KI-Gigafabriken und eine dedizierte Quanteninfrastruktur. Das Ziel: Europas strategische Souveränität in der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz stärken.

Der Ministerrat verabschiedete die wegweisende Änderung am Freitag. Sie tritt bereits am 20. Januar 2026 in Kraft. Kern ist eine massive Erweiterung des Mandats der Europäischen Hochleistungsrechen-Gemeinsamen Unternehmung (EuroHPC JU). Die Behörde erhält damit die Befugnis, eine neue Generation von KI-Infrastrukturen zu entwickeln und zu betreiben.

Gigafabriken für europäische KI-Modelle

Im Zentrum der neuen Strategie stehen die KI-Gigafabriken. Dabei handelt es sich um großangelegte Rechenzentren mit Tausenden spezialisierten Prozessoren. Sie sind ausschließlich für das Training und den Betrieb hochmoderner KI-Modelle konzipiert – inklusive generativer KI.

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Die EU reagiert damit auf den exponentiell wachsenden Rechenbedarf. Bisherige „KI-Fabriken“ aus dem Jahr 2024 reichen nicht mehr aus. Die neuen Gigafabriken sollen öffentlichen und privaten Akteuren Zugang zu Weltklasse-Ressourcen bieten. So will Europa die Abhängigkeit von ausländischer Technologie verringern und sicherstellen, dass die KI-Entwicklung europäischen Werten und Datenschutzstandards entspricht.

Ergänzt wird die Initiative durch einen neuen Pfeiler für Quantencomputing. Diese Doppelstrategie soll ein umfassendes Ökosystem für Hochleistungsrechnen schaffen. Es soll die industrielle Basis und Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents festigen.

Fairer Zugang für Startups und KMU

Ein erklärtes Ziel der Verordnung ist die Demokratisierung des Zugangs. Die Rahmenbedingungen betonen Public-Private-Partnerships und fördern die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten, Industrie und Forschung.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz von Startups und kleinen sowie mittleren Unternehmen (KMU). Klare Vergabe- und Finanzierungsregeln sollen fairen Wettbewerb sicherstellen und Marktkonzentration verhindern. Mitgliedstaaten können dem EuroHPC JU freiwillig Rechenzeit an nationalen Einrichtungen zur Verfügung stellen. Diese wird vorrangig an Startups und KMU für Forschungs- und Innovationsprojekte vergeben.

„Die Annahme ist ein mutiger und entschlossener Schritt“, sagte der zypriotische Forschungsstaatssekretär Nicodemos Damianou. Investitionen in KI-Infrastruktur seien essenziell, um Europas Widerstandsfähigkeit und Souveränität in dieser zukunftsdefinierenden Technologie zu stärken.

Schnelle Umsetzung geplant

Mit dem in Kraft treten der Verordnung beginnt nun die Umsetzungsphase. Der erste Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für den Bau der ersten KI-Gigafabriken wird noch im ersten Quartal 2026 erwartet. Das unterstreicht die Dringlichkeit, mit der die EU ihre technologischen Kapazitäten ausbauen will.

Die Änderung war notwendig, weil die bestehenden Mechanismen den Aufbau von Infrastrukturen in dieser Größenordnung nicht unterstützen konnten. Die Initiative ist ein zentraler Baustein der breiteren digitalen Souveränitätsagenda der EU. Sie ergänzt andere Schlüsselpolitiken wie den KI-Act, der einen einheitlichen Rechtsrahmen für vertrauenswürdige KI schaffen soll.

Langfristig sollen die Gigafabriken und Quantencomputer bahnbrechende Innovationen in Medizin, Materialwissenschaft, Klimamodellierung und Wirtschaftsanalyse ermöglichen. Die EU investiert strategisch in nachhaltiges Wachstum – und in ihre Zukunft als globale Technologieführerin.

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