EU-Zollkodex 2026: Neue Nullzölle für wichtige Arzneimittel
14.01.2026 - 11:30:12Die EU hat ihren Zolltarif für 2026 aktualisiert und setzt damit ein klares Signal für sichere Medikamentenversorgung. Ab sofort profitieren zahlreiche Wirkstoffe und Vorprodukte von zollfreiem Import.
Seit dem 1. Januar 2026 ist die aktualisierte Kombinierte Nomenklatur (KN) in Kraft. Herzstück ist die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1926 der Kommission. Sie ersetzt den gesamten Zolltarif und bringt konkrete Erleichterungen für die Pharmabranche. Die Anhänge 3 und 6, welche zollfreie pharmazeutische Stoffe auflisten, wurden deutlich erweitert.
Neu aufgenommen wurden zahlreiche internationale Freinamen (INN) von Wirkstoffen samt ihrer CAS-Registernummern. Ziel ist es, die EU-Zollvorschriften an die neuesten Listen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anzupassen. So sollen innovative Therapien ohne Zollbarrieren in den Binnenmarkt gelangen. Die Änderungen sind seit dieser Woche vollständig in der TARIC-Datenbank der EU implementiert.
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Strategische Antwort auf Lieferengpässe
Die Zollanpassungen sind kein Zufall. Sie fallen in eine Zeit intensiver Debatten um die Arzneimittelsicherheit in Europa. Im Hintergrund steht das umfassende EU-Pharmapaket und der Entwurf für ein Kritische-Arzneimittel-Gesetz.
Durch den Wegfall der Zölle für essentielle Vorprodukte will die EU die Produktionskosten für hiesige Hersteller senken. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von einzelnen Lieferquellen verringert werden. Besonders im Fokus stehen Antibiotika und Insulin, bei denen in strategischen Überprüfungen 2025 hohe Versorgungsrisiken identifiziert wurden.
Ein weiteres Puzzleteil ist die Verordnung (EU) 2025/2605. Sie setzt bis Ende 2026 Zölle für bestimmte Industrie- und Agrarerzeugnisse aus, wenn die EU-Produktion nicht ausreicht. Davon profitieren auch chemische Inputs für die Pharma- und Batterieindustrie.
Praxischeck: Das müssen Unternehmen jetzt beachten
Für Importeure geht es nun um die operative Umsetzung. Die strukturellen Änderungen in den Kapiteln 29 (Organische Chemikalien) und 30 (Pharmazeutische Erzeugnisse) erfordern erhöhte Aufmerksamkeit.
- Korrekte TARIC-Codes: Die Aktualisierung von Anhang 10 führt zu neuen statistischen 10-stelligen TARIC-Codes. Firmen müssen ihre Stammdaten dringend prüfen, um Lieferverzögerungen zu vermeiden.
- Präzise CAS-Nummern: Der zollfreie Status hängt oft von der exakten Übereinstimmung der CAS-Registernummer ab. Die Verordnung präzisiert: Ist nur ein spezifisches Isomer aufgeführt, gilt die Befreiung auch nur für dieses.
- Salze und Ester: Abkömmlinge wie Salze oder Ester von gelisteten INN sind nur dann zollfrei, wenn sie in der gleichen 6-stelligen HS-Unterposition eingereiht werden.
Logistikexperten raten zu einer Überprüfung aller Zollanmeldungen aus der ersten Januarhälfte. In den ersten Wochen nach einer Tarifumstellung treten erfahrungsgemäß die meisten Datenprobleme auf.
Blick nach vorn: Weitere Reformen stehen an
Die Zolländerungen sind nur ein erster Schritt. Das große Pharmapaket mit Vorschlägen zu übertragbaren Exklusivitätsvoucher und strengeren Lieferpflichten wird 2026 im Europäischen Parlament und Rat final verhandelt.
Bis zum 31. Dezember 2026 wird auch überprüft, ob die Zollaussetzungen nach Verordnung (EU) 2025/2605 verlängert werden. Entscheidend ist, ob die heimische EU-Produktion, besonders bei doppelt nutzbaren Chemikalien für Pharma und Energiewende, ausreichend gestiegen ist.
Unternehmen wird geraten, die offiziellen Korrelationstabellen der Kommission zu nutzen, um alte auf neue Codes umzustellen. Bei Unsicherheiten bleibt das System der Verbindlichen Zolltarifauskünfte (BZTA) der bewährte Anlaufpunkt.
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