EU will mit Open-Source-Strategie digitale Abhängigkeiten verringern
19.01.2026 - 19:15:12Die Europäische Kommission startet einen Masterplan für offene digitale Ökosysteme. Ziel ist es, Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Tech-Giganten zu durchbrechen.
Brüssel. Mit einer neuen Offensive will die EU-Kommission die digitale Souveränität des Kontinents stärken. Heute startete sie eine öffentliche Konsultation für eine Strategie zu europäischen Open-Source-Ökosystemen. Bis zum 3. Februar können Unternehmen, Behörden und Entwickler Vorschläge einreichen. Aus ihnen soll ein „Masterplan“ entstehen, der noch im ersten Quartal 2026 vorgelegt wird.
Vom Verwaltungswerkzeug zum Industrieprojekt
Die Initiative „Towards European Open Digital Ecosystems“ markiert einen strategischen Kurswechsel. Bislang galt Open-Source-Software vor allem als Mittel, um in Behörden Lizenzkosten zu sparen. Jetzt wird sie explizit als industriepolitisches Instrument verstanden.
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Die Kommission erkennt ein fundamentales Problem: Zwar basieren 70 bis 90 Prozent allen digitalen Codes auf Open-Source-Komponenten. Der wirtschaftliche Wert daraus wird jedoch oft außerhalb der EU abgeschöpft – zugunsten großer Tech-Konzerne aus anderen Regionen.
„Diese Abhängigkeit ist ein strategisches Risiko für Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit“, heißt es aus Brüssel. Proprietäre Systeme erschweren die Überprüfung von Datenflüssen. Die neue Strategie soll daher gezielt europäische Projekte fördern, bis sie zu echten Alternativen herangewachsen sind.
Vier Hürden für Europas Open-Source-Szene
Die Konsultation fragt gezielt nach Lösungen für die größten Wachstumsbremsen. Im Fokus stehen vier zentrale Herausforderungen:
- Hohe Markteintrittsbarrieren: Europäische Anbieter kämpfen gegen die Netzwerkeffekte dominanter Plattformen.
- Eingeschränkter Kapitalzugang: Vor allem Start-ups und KMU fehlt es an Wachstumsfinanzierung und Support.
- Sicherheit der Lieferkette: Schwachstellen in Open-Source-Komponenten können katastrophale Folgen haben.
- Fehlende nachhaltige Finanzierung: Es braucht neue Modelle, um die Teams hinter kritischer Software langfristig zu finanzieren.
Förderung durch Forschungsprogramme allein reicht nicht aus, so die Einschätzung. Nötig sei ein ganzheitlicher Ansatz, der Open Source vom Projekt zur marktfähigen Lösung bringt.
Baustein für digitale Resilienz
Die Strategie ist kein isoliertes Vorhaben. Sie wird eng mit dem geplanten „Cloud and AI Development Act“ (CAIDA) verzahnt. Zusammen sollen sie offene Technologien als Grundlage für souveräne Cloud-Architekturen und vertrauenswürdige KI etablieren.
Die hohe Resonanz zeigt den Handlungsdruck: Kurz nach Start gingen bereits über 370 Stellungnahmen ein. Die Tech-Community scheint bereit für den Wandel.
Konkret könnte die finale Strategie eine stärkere Berücksichtigung von Open Source bei öffentlichen Aufträgen vorsehen. Auch die Förderung von Interoperabilitätsstandards und öffentlich-privaten Partnerschaften in Schlüsselbereichen wie KI oder IoT sind wahrscheinlich.
Langfristig geht es um mehr als Wirtschaftskraft. Es geht darum, die digitale Resilienz Europas zu erhöhen und sicherzustellen, dass die Transformation im Einklang mit europäischen Werten geschieht. Die kommenden Wochen der Konsultation werden zeigen, welchen Weg die EU dabei einschlagen will.
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