Indien, Freihandelsabkommen

EU und Indien besiegeln historisches Freihandelsabkommen

29.01.2026 - 22:05:12

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien schafft einen riesigen Wirtschaftsraum und soll Milliarden an Zöllen sparen, mit besonderen Vorteilen für die Automobilindustrie und KMU.

Nach 19 Jahren Verhandlungen haben die EU und Indien einen der größten Handelsverträge der Welt geschlossen. Das Abkommen schafft einen Wirtschaftsraum für fast zwei Milliarden Menschen und soll Milliarden an Zöllen sparen. Für Europa ist es ein strategischer Schachzug in unsicheren Zeiten.

Die Einigung wurde am Dienstag beim Gipfeltreffen in Neu-Delhi verkündet. Premierminister Narendra Modi und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprachen von einem „historischen Moment“. Das Abkommen verbindet die beiden größten Demokratien der Welt und umfasst rund ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung.

Wirtschaftsboom mit Milliarden-Volumen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gewaltig. Die EU-Kommission erwartet, dass sich der Wert der europäischen Warenexporte nach Indien bis 2032 verdoppeln könnte. Der Vertrag streicht oder senkt Zölle auf über 96 Prozent aller EU-Exporte. Das bedeutet jährliche Einsparungen von bis zu vier Milliarden Euro für europäische Unternehmen.

Besonders hart getroffene Branchen atmen auf. In der Automobilindustrie sinken die extremen Einfuhrzölle auf Pkw von bislang 110 Prozent schrittweise auf maximal 10 Prozent. Autoteile werden innerhalb von fünf bis zehn Jahren vollständig zollfrei. Auch Maschinenbau, Chemie und Pharma profitieren massiv von wegfallenden Abgaben.

Anzeige

Viele Exporteure unterschätzen, wie eine fehlerhafte Zollanmeldung Lieferungen verzögern oder Zusatzkosten verursachen kann. Ein kostenloser Praxis‑Leitfaden erklärt Feld für Feld, wie Sie Zollanmeldungen korrekt ausfüllen, typische Fehler vermeiden und Ihre Lieferungen ohne Verzögerung abwickeln. Mit konkretem Praxisbeispiel und Checkliste – ideal für Unternehmen, die nach Indien exportieren oder Importe planen. Jetzt kostenlosen Praxis‑Leitfaden zur Zollanmeldung herunterladen

„Für deutsche Hightech-Unternehmen in Medizintechnik oder Optik öffnen sich enorme Märkte“, kommentiert ein Sprecher des Industrieverbands SPECTARIS. Das bisherige Handelsvolumen lag bereits bei über 180 Milliarden Euro jährlich.

Agrarmarkt und Dienstleistungen im Fokus

Nicht nur Industriegüter profitieren. Auch europäische Landwirte und Winzer erhalten besseren Zugang zum Subkontinent. Die hohen Zölle auf verarbeitete Tomatenprodukte werden über zehn Jahre gesenkt, ebenso Abgaben auf Wein.

Im Dienstleistungssektor sichert sich Europa privilegierte Bedingungen – besonders in Finanzdienstleistungen und im Seeverkehr. „Indien gibt hier die weitreichendsten Zugeständnisse, die es je in einem Handelsabkommen gemacht hat“, heißt es aus Verhandlungskreisen.

Ein eigenes Kapitel unterstützt explizit kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Mehr Transparenz, weniger Bürokratie und spezielle Kontaktstellen sollen den Markteintritt erleichtern. Für viele deutsche Mittelständler könnte Indien damit zum neuen Wachstumsmarkt werden.

Strategische Partnerschaft gegen Abhängigkeiten

Das Abkommen ist mehr als reine Handelserleichterung. In Zeiten geopolitischer Spannungen und unterbrochener Lieferketten stärkt die engere Bindung an Indien die Resilienz der europäischen Wirtschaft. „Wir diversifizieren unsere Partnerschaften und reduzieren einseitige Abhängigkeiten“, betonte von der Leyen.

Ein zentrales Kapitel zur nachhaltigen Entwicklung verpflichtet beide Seiten zur Einhaltung von Arbeitsrechten, Umweltstandards und den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Eine eigene Kooperationsplattform für Klimaschutz soll noch in der ersten Jahreshälfte 2026 starten. Die Kritik, Freihandel gehe auf Kosten von Sozial- und Umweltstandards, wollen die Vertragspartner so entkräften.

Langer Ratifizierungsweg bis 2027

Bis das Abkommen wirkt, dauert es noch. Zunächst folgt eine monatelange juristische Überprüfung des Vertragstexts. Anschließend müssen das Europäische Parlament, alle nationalen EU-Parlamente und das indische Parlament zustimmen.

Experten rechnen mit einem Inkrafttreten frühestens 2027. Die Zollsenkungen werden dann nicht schlagartig, sondern über mehrere Jahre gestaffelt umgesetzt. Die vollständigen wirtschaftlichen Vorteile entfalten sich somit erst mit der Zeit. Doch der politische Signalwert ist bereits heute klar: Europa setzt in einer multipolaren Weltordnung auf strategische Partnerschaften jenseits der etablierten Blöcke.

Anzeige

PS: Wenn EU‑Indien‑Geschäfte wachsen, werden richtige Zollprozesse noch wichtiger. Sichern Sie sich eine sofort einsetzbare Feld‑für‑Feld‑Anleitung inklusive Vorlagen, Prüf‑Checkliste und Praxisbeispielen für Auto-, Maschinenbau‑ und Agrarlieferungen, damit Ihre Exporte pünktlich beim Kunden ankommen – ohne Nachfragen vom Zoll. Kostenloser Download für Exportverantwortliche, KMU und Logistikteams, die in neue Märkte wie Indien liefern wollen. Kostenlosen Zoll‑Check & Vorlagen sichern

@ boerse-global.de