EU übernimmt direkte Kontrolle über KI-Giganten
17.01.2026 - 11:02:14Brüssel geht in die Offensive: Die EU-Kommission hat erstmals direkte Aufsichtsbefugnisse über die mächtigsten KI-Modelle von Tech-Riesen wie Google und Meta übernommen. Dieser Schritt zentralisiert die Kontrolle in Brüssel und beendet den Flickenteppich nationaler Regulierungen.
KI-Aufsicht wird in Brüssel gebündelt
Mit der Entscheidung setzt die Kommission ihren „Digitalen Paket zur Vereinfachung“ um, der die Durchsetzung des historischen KI-Gesetzes beschleunigen soll. Die neu geschaffene EU-KI-Behörde übernimmt damit exklusive Kontrollrechte für sogenannte Allzweck-KI-Modelle (GPAI) von den nationalen Aufsichtsbehörden. Ziel ist eine einheitliche Durchsetzung bei Systemen mit hohem Risikopotenzial, insbesondere bei Produkten von „Big Tech“.
„Die Kommission ist nicht länger nur Beobachter, sondern übernimmt eine aktive Vollzugsrolle“, bestätigte die Europaabgeordnete Eva Maydell, eine Mitverhandlerin des KI-Gesetzes, in einem Interview. Hintergrund ist das vollständige Inkrafttreten des digitalen Regelwerks aus Digital Services Act (DSA), Digital Markets Act (DMA) und dem KI-Gesetz. Dies verleiht Brüssel direkte Macht gegenüber Konzernen wie Meta, Google, TikTok und Apple.
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Strenge Regeln für Tech-Riesen, Millionen für Innovation
Doch die Strategie der Kommission hat zwei Seiten: Während sie die Kontrolle über die größten Player verschärft, pumpt sie gleichzeitig Millionen in die europäische KI-Entwicklung. Vergangene Woche kündigte Brüssel ein neues Investitionspaket in Höhe von über 307 Millionen Euro für vertrauenswürdige KI-Technologien an.
Dieser Doppelansatz spiegelt den EU-Anspruch wider, globaler Vorreiter für „vertrauenswürdige KI“ zu werden. Die Fördergelder sollen kleineren Unternehmen die Compliance erleichtern, während die risikoreichsten Modelle der Tech-Giganten der strengen, zentralen Aufsicht aus Brüssel unterliegen. Das primäre Ziel sei dabei nicht die Einnahme von Strafgeldern, betonte Maydell, sondern die konsequente Einhaltung der europäischen Regeln.
Was bedeutet das für die Unternehmen?
Mit der Übernahme der direkten Befugnisse ist die Schonfahrt für die Tech-Branche vorbei. Die EU-KI-Behörde wird in den kommenden Monaten weitere Leitlinien zu Transparenz, Urheberrecht und Risikominderung veröffentlichen. Marktbeobachter rechnen noch 2026 mit den ersten formellen Untersuchungen zu KI-Praktiken der Großkonzerne.
Gleichzeitig zeigt die Kommission pragmatisches Verständnis für die Umsetzung: Die Fristen für die Einführung der Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme werden angepasst. Unternehmen erhalten bis zu 16 Monate mehr Zeit, um notwendige Standards finalisieren zu können. Die Regeln für Allzweck-KI-Modelle gelten jedoch bereits seit August 2025. Die Botschaft ist klar: Die Ära der regulatorischen Unschärfe ist beendet, Brüssel ist bereit, sein digitales Regelwerk durchzusetzen.


