EU plant Sanktionshammer gegen russische Metall-Exporte
10.02.2026 - 09:15:12Die Europäische Union will mit ihrem 20. Sanktionspaket Russlands Kriegskasse gezielt trockenlegen. Ein neuer Vorschlag sieht umfassende Importverbote für strategische Metalle wie Nickel und Kupfer vor.
Brüssel. Rund um den vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine schärft die EU ihre Sanktionswaffen weiter. Ein jetzt vorgelegter Entwurf für das nächste Maßnahmenpaket zielt direkt auf die Rohstoffexporte, die Moskau dringend zur Kriegsfinanzierung benötigt. Im Fokus stehen diesmal vor allem industriell kritische Metalle.
Unternehmen, Logistiker und Importeure stehen durch das neue EU‑Sanktionspaket vor erhöhten Compliance‑Pflichten. Wenn Einfuhren von Nickel, Kupfer oder Dienstleistungen sanktioniert werden, reichen fehlende Prüfprozesse – und es drohen Bußgelder oder Lieferstopps. Der kostenlose Praxisleitfaden „Sanktionslistenprüfung“ erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Geschäftspartner und Waren gegen globale Sanktionslisten screenen, automatisierte Prüfprozesse einführen und rechtssichere Dokumentation aufbauen. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Sanktionsprüfung herunterladen
Diese Rohstoffe sollen nicht mehr in die EU gelangen
Das Paket, das von der Europäischen Kommission und dem Auswärtigen Dienst erarbeitet wurde, enthält weitreichende Handelsbeschränkungen. Konkret sollen die Einfuhren von Nickelbarren, Eisenerzen und Kupfer in allen Verarbeitungsstufen gestoppt werden. Auch der Import von Aluminiumschrott und weiteren Altmetallen steht auf der Verbotsliste.
Doch damit nicht genug: Auch der Handel mit Salz, Ammoniak, Silizium und anderen Grundstoffen soll zum Erliegen kommen. Analysten schätzen, dass allein diese neuen Verbote die russischen Staatseinnahmen um mehr als eine halbe Milliarde Euro pro Jahr schmälern könnten. Ein spürbarer Schlag gegen den Kreml.
Schattenflotte und SWIFT-Ausschluss: Die Umgehungslücken sollen sich schließen
Das 20. Paket ist mehr als nur eine Erweiterung – es ist eine strategische Neuausrichtung. Die EU will endlich wirksamer gegen die systematische Umgehung ihrer Strafmaßnahmen vorgehen. Ein zentrales Ziel ist die sogenannte „Schattenflotte“ russischer Öltanker.
Geplant sind scharfe Maßnahmen, die alle Dienstleistungen für den russischen Ölexport über See verbieten würden. Damit könnte der bisherige Ölpreisdeckel obsolet werden. Zusätzlich sollen weitere russische Regionalbanken vom SWIFT-System abgekoppelt werden. Selbst Banken in Drittländern, die Moskau bei Sanktionsumgehungen helfen, geraten ins Visier.
Die Botschaft ist klar: Der wirtschaftliche Druck soll maximiert werden. Doch der Vorschlag benötigt die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten. Gerade bei den Metall-Importen dürften die Diskussionen hitzig werden – die wirtschaftlichen Abhängigkeiten sind innerhalb der EU sehr unterschiedlich.
Drohende Engpässe: Was die Verbote für Europas Industrie bedeuten
Die geplanten Metall-Embargos treffen europäische Schlüsselindustrien. Zwar haben viele Unternehmen seit 2022 ihre Lieferketten diversifiziert, doch Russland bleibt ein global wichtiger Lieferant. Besonders bei Nickel, unverzichtbar für Edelstahl und E-Auto-Batterien, und bei Kupfer, dem Lebenselixier der Energie- und Bauwirtschaft, sind Preissprünge und Verknappungen möglich.
Die Industrie beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Die Herausforderung wird sein, schnell stabile Alternativquellen zu erschließen, um Produktionsausfälle zu vermeiden. Die USA und Großbritannien haben ähnliche Verbote bereits verhängt. Die EU-Schritte würden den globalen Druck auf die Metallmärkte nun massiv erhöhen und eine tiefgreifende Neuordnung beschleunigen.
Die Industrie beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Die Herausforderung wird sein, schnell stabile Alternativquellen zu erschließen, um Produktionsausfälle zu vermeiden. Die USA und Großbritannien haben ähnliche Verbote bereits verhängt. Die EU-Schritte würden den globalen Druck auf die Metallmärkte nun massiv erhöhen und eine tiefgreifende Neuordnung beschleunigen.
Kann die Einigkeit in dieser entscheidenden Frage gelingen? Die kommenden Wochen werden es zeigen. Für Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist die Sache klar: Druck sei die einzige Sprache, die der Kreml verstehe. Die Wirksamkeit des Pakets wird jedoch letztlich davon abhängen, wie lückenlos die Verbote durchgesetzt werden.
PS: Mit verschärften Embargos und SWIFT‑Ausschlüssen steigt das Risiko, unbeabsichtigt mit sanktionierten Akteuren zu handeln. Unser gratis E‑Book bietet sofort einsetzbare Checklisten, Praxisfälle und eine Anleitung zur lückenlosen Sanktionsprüfung – ideal für Einkauf, Compliance und Exportteams, die Lieferketten rechtssicher gestalten wollen. Gratis E‑Book zur Sanktionsprüfung sichern
@ boerse-global.deHol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt anmelden.


