EU-Indien-Abkommen, REX-System

EU-Indien-Abkommen: REX-System wird Pflicht für Zollvorteile

28.01.2026 - 20:43:12

Das neue EU-Indien-Handelsabkommen macht die Registrierung im REX-System für indische Exporteure verpflichtend. Deutsche Importeure müssen die Gültigkeit der Nummern prüfen, um Zollvorteile zu sichern.

Die EU und Indien konkretisieren die Regeln für ihr Freihandelsabkommen. Ab Inkrafttreten müssen sich alle indischen Exporteure im EU-REX-System registrieren, um Zollvergünstigungen zu erhalten. Diese Klärung schafft Planungssicherheit für deutsche Importeure, bedeutet aber auch neue Sorgfaltspflichten.

Für Unternehmen auf beiden Seiten ist die Botschaft klar: Wer von den erheblichen Zollsenkungen profitieren will, muss seine Prozesse anpassen. Das REX-System ersetzt staatliche Ursprungszeugnisse durch eine einfachere Selbstzertifizierung der Exporteure. Deutsche Importeure müssen künftig die Gültigkeit der REX-Nummer ihrer indischen Lieferanten prüfen – ansonsten drohen bei der Zollabfertigung die vollen Sätze.

Was das REX-System für den Handel bedeutet

Das Registered Exporter System (REX) ist ein digitales Verfahren der EU. Exporteure registrieren sich einmalig bei ihrer nationalen Behörde und erhalten eine Identifikationsnummer. Diese geben sie auf Handelsdokumenten wie der Rechnung an, um den präferenziellen Ursprung ihrer Waren zu bescheinigen.

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Im neuen EU-Indien-Abkommen wird REX zur alleinigen Grundlage für Zollvorteile. Das System ist bereits in anderen Abkommen der EU, etwa mit Japan oder Kanada, etabliert und gilt als modern und effizient. Der Wechsel bedeutet für indische Unternehmen jedoch administrative Arbeit. Deutsche Importeure tragen die Verantwortung, die Angaben ihrer Partner in der öffentlichen EU-Datenbank zu validieren.

Langer Ratifizierungsweg steht noch bevor

Ein konkretes Inkrafttreten des Abkommens steht noch aus. Der Ratifizierungsprozess im EU-Parlament und in Indien dürfte nach Experteneinschätzung mindestens ein Jahr dauern. Die frühzeitige Klärung der technischen Details soll aber eine reibungslose Einführung ermöglichen.

Nationale Zollbehörden wie die deutsche Generalzolldirektion werden eine Schlüsselrolle spielen. Sie prüfen die von Importeuren angemeldeten Präferenzen. Bei fehlender oder ungültiger REX-Nummer fallen die regulären Zollsätze an – die Vorteile des Freihandels wären verspielt. Es wird erwartet, dass die Behörden Informationskampagnen starten, um Unternehmen auf die Umstellung vorzubereiten.

Wirtschaft begrüßt Abkommen als „Game-Changer“

Wirtschaftsverbände wie der DIHK sehen in dem Abkommen einen Wendepunkt. Indien ist bereits der zehntwichtigste Handelspartner der EU. Das Abkommen soll den bilateralen Handel, der zuletzt bei rund 136,5 Milliarden US-Dollar lag, weiter ankurbeln und Handelshemmnisse abbauen.

Eine Umfrage der AHK Indien zeigt: 52 Prozent der Unternehmen halten ein Freihandelsabkommen für sehr wichtig. Besonders gefordert werden Zollsenkungen (59 %) und transparente Verfahren (45 %). Die REX-Pflicht wird als Schritt zu mehr Effizienz gesehen. Die größte Herausforderung trifft kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die sich mit dem neuen System vertraut machen müssen.

Strategische Bedeutung für Europa und Indien

Die Einigung auf REX unterstreicht den Erfolg der seit 2022 intensivierten Verhandlungen. Für die EU ist das Abkommen ein zentraler Baustein, um Lieferketten zu diversifizieren und die Partnerschaft im indopazifischen Raum zu stärken.

Indien erhält im Gegenzug einen verbesserten Zugang zum europäischen Binnenmarkt, besonders für Schlüsselsektoren wie Textilien, Maschinenbau und IT-Dienstleistungen. Unternehmen sollten die Zeit bis zur Ratifizierung nutzen, um sich vorzubereiten. Indische Exporteure müssen ihre REX-Nummer beantragen, deutsche Importeure ihre Compliance-Prozesse anpassen und ihre Partner unterstützen.

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