EU-Gipfel, Handelskrieg

EU-Gipfel: Handelskrieg mit USA vorerst abgewendet

23.01.2026 - 00:32:12

Die EU atmet auf, nachdem die USA geplante Strafzölle zurücknehmen. Der Sondergipfel in Brüssel widmet sich nun der strategischen Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik.

Die Europäische Union atmet auf: Ein drohender Handelskrieg mit den USA ist in letzter Minute abgewendet worden. Ein Sondergipfel in Brüssel, einberufen als Krisentreffen, steht nun plötzlich unter neuen Vorzeichen. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, geplante Strafzölle gegen europäische NATO-Staaten nicht zu erheben.

Überraschung vor Gipfelbeginn

Die Entspannung kam überraschend. Kurz vor Beginn des Treffens erzielten Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte eine Rahmenvereinbarung bezüglich Grönland. Die USA hatten zuvor Besitzansprüche auf die Insel angedeutet und mit Zöllen gegen europäische Verbündete gedroht, um Druck auf Dänemark auszuüben. Diese Drohungen sollten eigentlich ab dem 1. Februar in Kraft treten.

Die Ankündigung hatte in Europa Alarm ausgelöst. Als Reaktion setzte das Europäische Parlament die Handelsgespräche mit den USA aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron brachte sogar den Einsatz des schärfsten europäischen Handelsinstruments, des Anti-Coercion-Instruments (ACI), ins Spiel. Es hätte Gegenzölle ermöglicht.

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Gipfel mit neuer Agenda

Mit Trumps Rückzieher ist die unmittelbare Krise entschärft. Die Vorbereitung von europäischen Gegenmaßnahmen ist vom Tisch, die Handelsgespräche können wieder aufgenommen werden. Doch der Gipfel findet statt – mit veränderter Agenda.

Statt über Vergeltung zu beraten, debattieren die Staats- und Regierungschefs nun über die strategische Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik. Die zentrale Frage: Wie kann Europa seine Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit langfristig stärken?

Einigkeit als europäische Antwort

Die Krise hat die europäische Solidarität gestärkt. Die Drohungen gegen einzelne Mitglieder wurden als Angriff auf den gesamten Binnenmarkt verstanden.

  • Bundeskanzler Christian Stocker bekräftigte die volle Solidarität mit Dänemark.
  • Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen schloss Verhandlungen über Grönlands Souveränität kategorisch aus.
  • Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz mahnte, das transatlantische Bündnis zu erhalten, aber gleichzeitig die europäische Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

Die Episode hat die Debatte über Europas strategische Autonomie neu entfacht.

Ein Weckruf mit Folgen

Obwohl der offene Konflikt abgewendet ist, hinterlässt die Krise tiefe Spuren. Sie hat die Unberechenbarkeit Washingtons und die Fragilität der transatlantischen Beziehungen schonungslos offengelegt. Für die EU wirkt sie wie ein Weckruf.

Die Diskussionen in Brüssel werden sich nun verstärkt um diese Themen drehen:

  • Die Resilienz der europäischen Wirtschaft
  • Die Sicherung kritischer Lieferketten
  • Die Förderung von Schlüsseltechnologien

Die Bemühungen, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu verringern und neue Partnerschaften – etwa mit Indien – zu schmieden, dürften Fahrt aufnehmen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Europa aus der Krise gestärkt hervorgeht.

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