Energiemanagement setzt auf dynamische Leistungskurven
19.01.2026 - 23:05:11Intelligente Systeme ersetzen starre Zeitpläne im Energiemanagement. Sie steuern Verbraucher wie E-Auto-Ladestationen flexibel nach der aktuellen Netzsituation. Das senkt Kosten und stabilisiert das Stromnetz.
Veraltete Zeitpläne erzeugen Probleme
Bisher schalteten viele Systeme Verbraucher nur zu festen Zeiten ein. Ein typisches Beispiel: E-Autos laden nachts zwischen 2 und 6 Uhr. Doch dieser Ansatz ist unflexibel. Wenn zu viele Verbraucher gleichzeitig starten, entstehen neue Lastspitzen. Das belastet lokale Netze und treibt die Leistungspreise für Unternehmen in die Höhe.
So funktioniert die intelligente Steuerung
Die neue Methode setzt auf dynamische Lastprofile. Statt eines festen Zeitfensters wird eine maximale Leistungsgrenze für den Netzanschluss definiert. Ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) überwacht dann den Gesamtverbrauch eines Standorts. Es verteilt die verfügbare Leistung sekundengenau auf alle angeschlossenen Verbraucher. Die vereinbarte Maximallast wird so nie überschritten.
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Die Vorteile: Spitzen kappen, Netz stützen
Der größte Nutzen liegt in der Lastspitzenkappung (Peak Shaving). Gewerbe und Industrie zahlen Netzentgelte basierend auf ihrer höchsten abgerufenen Leistungsspitze im Jahr. Durch das Glätten dieser Spitzen lassen sich diese Kosten deutlich reduzieren.
Weitere Vorteile im Überblick:
* Netzdienlichkeit: Systeme reagieren auf Signale aus dem Netz und nehmen etwa überschüssigen Wind- oder Solarstrom auf.
* Eigenverbrauchsoptimierung: Der Ladevorgang eines E-Autos passt sich exakt an die aktuelle Produktion der eigenen Solaranlage an.
* Infrastrukturschonung: Teure Netzausbauten werden oft vermieden.
Vom Parkhaus bis zur Fabrikhalle
Die Anwendungsfälle sind vielfältig. In der Industrie steuert die Technologie energieintensive Prozesse, um Grundlastüberschreitungen zu vermeiden.
Besonders entscheidend ist sie für die Elektromobilität. Große Ladeinfrastrukturen in Firmen- oder Wohnparkhäusern wären ohne dynamisches Lastmanagement kaum betreibbar. Das System verteilt die Leistung intelligent auf alle Fahrzeuge – unter Berücksichtigung von Akkustand und geplanter Abfahrtszeit.
Auch intelligente Gebäude setzen auf die Technologie, um Heizungen, Klimaanlagen und andere Großverbraucher effizient zu orchestrieren.
Grundlage für die Energiezukunft
Der Wechsel zu Leistungskurven ist mehr als eine Optimierung. Er ist eine Voraussetzung für die dezentrale Energiewelt. Die volatile Einspeisung aus Wind und Sonne erfordert ein flexibles Netz. Intelligente Managementsysteme machen aus passiven Verbrauchern aktive Netzteilnehmer.
Die Entwicklung schreitet voran. Künftig werden KI und maschinelles Lernen Verbrauch und Erzeugung präziser vorhersagen. Ein weiterer Trend ist die Sektorkopplung. Dabei dienen Elektroautos als mobile Speicher (Vehicle-to-Grid) und speisen bei Bedarf Strom zurück ins Netz. Das leistungskurvenbasierte Management ist die technologische Basis, um diese komplexen Energieflüsse zu beherrschen.


