Energieausweis, Makler-Risiko

Energieausweis wird ab 2026 zum Makler-Risiko

01.01.2026 - 21:32:12

Die verschärften EU-Regeln machen den Energieausweis zum zentralen Bewertungsinstrument für Immobilien und erhöhen die Haftung für Makler und Eigentümer erheblich.

Ab heute gelten in Österreich verschärfte Regeln für die Immobilienvermittlung. Die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie macht den Energieausweis zum zentralen Bewertungsinstrument – und zur potenziellen Haftungsfalle für Makler und Eigentümer.

Neue Pflichten: Mehr als nur ein Formular

Die Änderungen gehen weit über eine bloße Vorlagepflicht hinaus. Makler müssen Kauf- und Mietinteressenten nun aktiv über den energetischen Zustand einer Immobilie und den künftigen Sanierungsbedarf informieren. Die Zeiten, in denen ein zehn Jahre alter Ausweis genügte, sind vorbei.

Besonders brisant: Makler haften für die Plausibilität der Daten. Bei offensichtlich veralteten oder unrealistischen Energiekennzahlen müssen sie nachhaken. Ansonsten riskieren sie nicht nur Verwaltungsstrafen, sondern auch zivilrechtliche Ansprüche enttäuschter Käufer.

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Der Ausweis als Warnhinweis für Investitionen

Der Energieausweis wird direkt mit den neuen EU-Sanierungsverpflichtungen verknüpft. Für Gebäude der schlechtesten Effizienzklassen G und F sind bald umfangreiche Modernisierungen vorgeschrieben.

  • Ein schlechter Energieausweis wirkt damit wie ein Warnsignal für kommende Kosten.
  • Banken achten bei Finanzierungen bereits stärker auf diese Kennzahlen.
  • Fehlen valide Daten oder ein Renovierungsfahrplan, drohen erhebliche Verzögerungen oder Preisabschläge beim Verkauf.

Die Folge ist eine klare Marktteilung: Energieeffiziente Neubauten behalten ihren Wert, während unsanierte Altbauten massiv unter Druck geraten.

Strengere Kontrollen und höhere Strafen

Was früher oft als Kavaliersdelikt galt, wird jetzt ernsthaft verfolgt. Die Verwaltungsstrafen für Verstöße gegen die Vorlagepflicht können bis zu 1.450 Euro betragen.

Behörden sollen die Einhaltung der Regeln, besonders in Online-Inseraten, künftig strenger überwachen. Eigentümer riskieren zudem, dass der Käufer den Ausweis nachträglich auf ihre Kosten einholt – oder Gewährleistungsansprüche stellt.

Vom Flächenvermittler zum Energieberater

Diese Entwicklung trifft den Immobilienmarkt in einer ohnehin angespannten Phase. Sie ist Teil des „European Green Deal“ und Österreichs Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein.

Für Makler bedeutet das eine fundamentale Veränderung ihres Jobs. Die reine Vermittlung von Quadratmetern reicht nicht mehr aus. Wer die Sprache der Energieeffizienz nicht spricht und die neuen Vorgaben nicht erklären kann, wird es am Markt schwer haben. Der nächste Schritt ist bereits absehbar: die Einführung eines digitalen Gebäudepasses.

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