EIB vervierfacht Finanzierung für Sicherheit und Verteidigung
30.01.2026 - 23:43:12Die Europäische Investitionsbank steuert um: Mit über vier Milliarden Euro floss 2025 vier Mal so viel Geld in Sicherheits- und Verteidigungsprojekte wie zuvor. Die Bank reagiert damit auf wachsende geopolitische Risiken und Cyber-Bedrohungen – und will das hohe Niveau halten.
Dieser strategische Schwenk ist Teil einer Rekordfinanzierung von insgesamt 100 Milliarden Euro, die die EIB-Gruppe 2025 für europäische Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie bereitstellte. Für 2026 hat die Bank zugesagt, mindestens fünf Prozent ihrer Gesamtmittel weiter in Sicherheit und Verteidigung zu investieren. Ein klares Signal in unsicheren Zeiten.
Rekordsumme für Europas digitale und physische Sicherheit
Die milliardenschweren Investitionen fließen in ein breites Spektrum kritischer Projekte. Gefördert werden unter anderem die Entwicklung modernster Radarsysteme, Sensoren zum Schutz von Unterwasser-Infrastruktur sowie Vorhaben in den Bereichen Cybersicherheit und Weltraumfähigkeiten. Diese Neuausrichtung folgt einem klaren Auftrag der EU-Mitgliedstaaten.
Ergänzt wird das Engagement durch eine neue Garantievereinbarung. Am 29. Januar unterzeichnete die EIB mit der Santander Bank Verträge über 450 Millionen Euro. Diese sollen zusätzliche Finanzierungen von rund 900 Millionen Euro für europäische Unternehmen in Schlüsselsektoren freisetzen – von der Sicherheitsindustrie über saubere Technologien bis zur digitalen Infrastruktur. Im Fokus stehen dabei auch Vorhaben zur militärischen Mobilität und große Infrastrukturprojekte, die für klassische Banken oft zu risikoreich sind.
Cyber-Abwehr und doppelt nutzbare Technologien im Fokus
Die Aufstockung der Mittel ist eingebettet in eine breitere europäische Anstrengung, ein widerstandsfähigeres und technologisch souveränes digitales Ökosystem zu schaffen. Die EIB konzentriert sich stark auf Dual-Use-Technologien, die sowohl zivilen als auch verteidigungstechnischen Zwecken dienen. Direkt unterstützt werden europäische Cybersicherheitsfirmen und Innovatoren, die an Verschlüsselung und Bedrohungserkennung arbeiten.
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Erst kürzlich geänderte Kreditrichtlinien ermöglichen dieser Strategie den Weg. Sie erlauben der Bank nun, ein breiteres Spektrum von Verteidigungsprojekten zu finanzieren – mit Ausnahme von tödlichen Waffen und Munition. So können nun kritische Infrastrukturen wie Militärstützpunkte, Grenzkontrollsysteme und Schutzmaßnahmen gegen physische und Cyber-Angriffe finanziert werden. Dies gilt als essenziell, um Unternehmen, Behörden und lebenswichtige Infrastrukturen in der EU zu schützen.
Antwort auf eine eskalierende Bedrohungslage
Der finanzielle Schwenk der EIB kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Erst Anfang Januar legte die EU-Kommission ein umfassendes neues Cybersicherheits-Paket vor, das eine überarbeitete Cybersecurity-Verordnung und Änderungen an der NIS2-Richtlinie umfasst. Dieser regulatorische Vorstoß ist eine direkte Reaktion auf eine sich ständig weiterentwickelnde Bedrohungslage.
Staatliche und kriminelle Akteure greifen zunehmend kritische Infrastrukturen und essentielle Dienste an. Die geplanten Vorschriften zielen darauf ab, Risiken in der europäischen IT-Lieferkette zu reduzieren und sicherzustellen, dass digitale Produkte von Grund auf sicher sind. Die EIB-Mittel setzen diese politischen Ziele nun finanziell in die Tat um.
Langfristige Verpflichtung mit klarer Perspektive
Die EIB-Gruppe hat ihre Rolle als zentrale Finanzierungsquelle für Europas strategische Prioritäten gefestigt. Der Betriebsplan für 2026–2028 sieht vor, das Rekordfinanzierungsniveau von 100 Milliarden Euro beizubehalten – mit unvermindertem Schwerpunkt auf Sicherheit. EIB-Präsidentin Nadia Calviño verwies auf eine robuste Pipeline an Projekten, was den langfristigen Charakter dieses Engagements unterstreicht.
Die künftigen Investitionen werden durch die strategische Ausrichtung der Bank geleitet, die vollständig mit den EU-Politikprioritäten im Einklang steht. In einer komplexen globalen Lage gilt der strategische Kapitaleinsatz in Cybersicherheit und fortschrittliche Verteidigungstechnologien als unverzichtbar, um Wirtschaft, Infrastruktur und demokratische Werte Europas zu schützen.
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