DIW-Studie: Vermögensteuer könnte 100 Milliarden Euro bringen
08.02.2026 - 19:13:12Eine neue Studie entfacht die Debatte um die Besteuerung von Superreichen neu – mit enormen Summen im Fokus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat im Auftrag der Linken ein Modell durchgerechnet, das dem Staat jährlich bis zu 100 Milliarden Euro einbringen könnte. Die am Freitag vorgestellten Ergebnisse katapultieren das Thema mitten in den anstehenden Bundestagswahlkampf.
Die Diskussion trifft auf einen perfekten Sturm: angespannte öffentliche Haushalte, hohe Investitionsbedarfe in Klima und Infrastruktur sowie eine wachsende soziale Ungleichheit. Während die Befürworter in der Steuer ein Instrument für mehr Gerechtigkeit sehen, warnen Wirtschaftsverbände lautstark vor Kapitalflucht und einer Gefährdung des Mittelstands.
So könnte die neue Vermögensteuer aussehen
Das Konzept der Linkspartei setzt auf hohe Freibeträge, um den Mittelstand zu schonen. Für Einzelpersonen liegt die Grenze bei einer Million Euro, für Paare bei zwei Millionen. Betriebsvermögen soll sogar bis zu einem Wert von fünf Millionen Euro steuerfrei bleiben.
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Oberhalb dieser Schwellen greift ein progressiver Steuersatz. Er beginnt bei einem Prozent und steigt für Mega-Vermögen deutlich an. Ab 50 Millionen Euro wären fünf Prozent fällig. In Spitzenmodellen könnte der Satz für Milliardäre sogar bis zu zwölf Prozent betragen. Besteuert werden sollen alle Vermögenswerte – von Immobilien über Aktien bis zu Unternehmensbeteiligungen.
Wer würde wirklich zahlen – und wie viel käme zusammen?
Die Berechnungen des DIW sind eindeutig: Die Last würde extrem ungleich verteilt sein. Nur rund 1,9 Prozent der Bevölkerung wären überhaupt steuerpflichtig. Das Gros der Einnahmen – etwa zwei Drittel – würde von den Superreichen mit Vermögen über 100 Millionen Euro getragen. Milliardäre allein würden mehr als ein Drittel des Aufkommens stemmen.
Das theoretische Maximalpotenzial liegt bei bis zu 147 Milliarden Euro jährlich. Die DIW-Ökonomen halten jedoch ein realistischeres Aufkommen von knapp 100 Milliarden Euro für plausibel. Dieser Abschlag berücksichtigt mögliche Ausweichreaktionen wie Steuergestaltung oder eine Verlagerung von Vermögen ins Ausland.
Scharfe Kritik aus der Wirtschaft
Die Vorstellung der Studie löste sofort ein politisches Echo aus. Linken-Chefin Ines Schwerdtner pries die Steuer als demokratie- und wirtschaftspolitisch sinnvolles Instrument zur Umverteilung.
Aus der Wirtschaft kam umgehend scharfer Widerspruch. BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter warnte vor einer Belastung des Betriebsvermögens und einer Kapitalflucht. Diese Bedenken teilen sogar die Studienautoren teilweise. DIW-Ökonom Stefan Bach räumte ein, dass ohne internationale Koordination die Gefahr bestehe, dass Vermögen einfach abwandert – und die erhofften Einnahmen ausbleiben.
Ein alter Konflikt mit neuer Dringlichkeit
Die Vermögensteuer wird in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben. Damals kippte das Bundesverfassungsgericht die Praxis wegen der ungerechten Bewertung von Immobilien- und Geldvermögen. Die Steuer an sich blieb aber verfassungsrechtlich möglich.
Seither schwelt der Streit und flammt vor jeder Wahl neu auf. Doch die aktuelle Lage verleiht ihm neue Schärfe: Die Haushaltslöcher sind groß, die Vermögensungleichheit wächst. Die einen sehen die Chance, Zukunftsinvestitionen zu finanzieren. Die anderen fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und das Wohl familiengeführter Unternehmen.
Setzt die Linke mit ihrer Studie also die Agenda für den Wahlkampf 2026? Die Partei hat das Thema jedenfalls prominent platziert. Die entscheidende Frage wird sein, ob sich ein verfassungsfester und praktikabler Entwurf finden lässt – und ob nach fast 30 Jahren eine politische Mehrheit für ein Comeback der Vermögensteuer zustande kommt.
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