DiGA und TI-Messenger werden ab heute Pflicht
01.01.2026 - 05:52:12Ab sofort müssen Therapeuten digitale Gesundheitsanwendungen elektronisch verschreiben und den sicheren TI-Messenger nutzen. Dies beschleunigt den Zugang zu Therapie-Apps und schafft ein geschlossenes digitales Ökosystem.
Ab heute müssen Ärzte und Therapeuten Apps auf Rezept digital verschreiben. Gleichzeitig wird der sichere TI-Messenger für alle Praxen verpflichtend. Die Neuerungen verändern die psychotherapeutische Versorgung grundlegend.
Ende des Papierrezepts für Therapie-Apps
Bisher brauchten Patienten für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie Selfapy oder Kalmeda ein rosafarbenes Papierrezept. Dieses mussten sie bei ihrer Kasse einreichen, um einen Freischaltcode zu erhalten. Ab sofort übermitteln Therapeuten die eVerordnung direkt digital – der Medienbruch entfällt.
Das beschleunigt den Zugang zu digitalen Begleittherapien erheblich. Der Code kann binnen Stunden statt Tagen beim Patienten ankommen. Für viele Psychotherapeuten ist dies der erste Kontakt mit dem E-Rezept-System. Technische Probleme sind in der Anfangsphase nicht ausgeschlossen, daher bleibt das Papier-Rezept (Muster 16) vorerst als Rückfalloption erlaubt.
TI-Messenger: Sichere Kommunikation wird Standard
Parallel tritt eine weitere Pflicht in Kraft: Der TI-Messenger (TIM) ist ab sofort für alle Praxen und Kliniken verbindlich. Versicherte haben damit einen gesicherten Kanal, um mit ihren Behandlern in Kontakt zu treten.
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- Das ist besonders für die psychische Gesundheitsversorgung relevant.
- Niederschwellige Rückfragen oder Terminabsprachen laufen nun datenschutzkonform über die Telematikinfrastruktur.
- Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt auch sensible Daten zur psychischen Verfassung.
Stärkung der digitalen Patientenrechte
Die Neuerungen bauen auf der seit Herbst 2025 geltenden Pflicht zur Elektronischen Patientenakte (ePA) auf. Patienten können nun selektiv entscheiden, welche Daten für welche Ärzte sichtbar sind.
Diese Möglichkeit, etwa psychische Diagnosen für den Zahnarzt auszublenden, ist ein Kernstück der digitalen Selbstbestimmung. Experten sehen in der Kombination aus ePA, Messenger und e-DiGA erstmals ein geschlossenes, sicheres digitales Ökosystem.
Deutschland überholt europäische Nachbarn
Mit diesen Schritten übernimmt Deutschland eine Vorreiterrolle in Europa. In der Schweiz werden digitale Therapieangebote erst ab Mitte 2026 flächendeckend erstattet. Der deutsche „DiGA“-Ansatz gilt bereits als Exportmodell.
Der Markt reagiert: Die Verschreibungszahlen für Mental-Health-Apps werden im ersten Quartal 2026 voraussichtlich spürbar steigen. Neue Anwendungen, etwa für die ADHS-Therapie bei Erwachsenen, stehen in den Startlöchern. Für das Jahr 2026 prognostizieren Beobachter eine Phase der Konsolidierung und der Integration digitaler Routinen in den Praxisalltag.
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