Greenpeace, Frankreichs

Greenpeace kritisiert Frankreichs Uran-Importe aus Russland

29.01.2026 - 05:29:23

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wirft Frankreich vor, trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin atomares Material aus Russland zu beziehen.

Eine Auswertung von Zolldokumenten sowie Daten zu Uran-Lieferungen wiesen darauf hin, dass Russland weiterhin von großer Bedeutung für den französischen Stromkonzern EDF FR0010242511, das Atomunternehmen Orano und das Kerntechnikunternehmen Framatome sei.

Eine Schlüsselrolle bei den Lieferungen von angereichertem Uran spiele der russische Nuklearkonzern Rosatom, teilte Greenpeace mit. Von den vielfältigen Sanktionen gegen Russland ist der Kernkraftsektor bislang aber ausgenommen.

Frankreichs Handel mit Russlands Atomindustrie läuft weiter

Der Handel zwischen der französischen und der russischen Atomindustrie laufe weiter, als hätte Russland keinen Krieg gegen die Ukraine begonnen, sagte Greenpeace-Atomexpertin Pauline Boyer. "Wir sehen heute, dass Frankreich aufgrund seiner energiepolitischen Entscheidungen von der russischen Atomindustrie abhängig ist, die mittlerweile zu einem kriminellen Kriegsunternehmen geworden ist." Diese Abhängigkeit widerlege die angebliche "Energiesouveränität" Frankreichs dank der Kernenergie.

Das Wirtschaftsministerium in Paris erklärte, dass die Regierung "entschlossen ist, die Abhängigkeit von Russland in allen Bereichen, einschließlich der Kernenergie, zu verringern" und dass sie "aktiv über Möglichkeiten zur Steigerung der souveränen industriellen Kapazitäten" im Bereich der Umwandlung und Anreicherung von Uran diskutiert, berichtete die Zeitung "Le Monde". Auf weitere Anfragen reagierte das Ministerium nicht.

Importanteil aus Russland sinkt

Wie Greenpeace unter Verweis auf Daten des Zolls aufführt, ist der Anteil der Importe von angereichertem Uran aus Russland an den Gesamtimporten Frankreichs von 67 Prozent 2022 auf 24 Prozent 2024 gesunken. 2025 habe es nur eine einzige Einfuhr gegeben. Rund die Hälfte der französischen Uran-Importe kämen aus Kasachstan und Usbekistan und würden weiterhin über russisches Gebiet unter der Kontrolle von Rosatom transportiert und dann über die Häfen Dunkerque und Rotterdam angeliefert.

@ dpa.de