DGFP, Umdenken

DGFP fordert radikales Umdenken in der Leistungskultur

29.01.2026 - 23:14:12

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung definiert Leistung neu und fordert eine ganzheitliche Transformation der Unternehmenskultur, um Burnout zu bekämpfen und die Wirtschaftskraft zu stärken.

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung stellt den Kampf gegen Burnout in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Ihr neues Positionspapier definiert Leistung neu: als Einheit von Erfolg und psychischer Gesundheit.

Frankfurt am Main – Deutschlands Unternehmen stecken in einer mentalen Gesundheitskrise. Immer mehr Mitarbeiter leiden unter Burnout und psychischer Erschöpfung. Jetzt schlägt die einflussreiche Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) einen radikalen Kurswechsel vor. Ihr heute veröffentlichtes Positionspapier fordert nichts weniger als eine Revolution der Leistungskultur. Künftig sollen Erfolg und Wohlbefinden der Mitarbeiter keine Gegensätze mehr sein, sondern sich gegenseitig verstärken.

Vom Druckkessel zur positiven Leistungskultur

Das Papier des HR-Think-Tanks der DGFP attackiert direkt traditionelle, oft toxische Leistungssysteme. Diese setzten auf hohen Druck und enge Kennzahlen – und trieben so die psychischen Belastungen in die Höhe. Das neue Modell setzt stattdessen auf klare Rollen, ausreichende Ressourcen und einen spürbaren Sinn in der Arbeit. „Leistung positiv rahmen und ermöglichen“ lautet die zentrale Maxime.

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„Erfolg entsteht selten im Alleingang“, betonen die Autoren um Daniel Annen von Dräger Werke und Josephine Hofmann vom Fraunhofer IAO. Daher rücken Teamarbeit und gemeinsame Erfolge in den Fokus. Die eigentliche Zäsur betrifft die Führungskräfte: Sie müssen zu empathischen Begleitern werden, die Frühwarnzeichen für Überlastung erkennen. Leistungsgespräche sollen kein reines Bewerten mehr sein, sondern ein konstruktiver Dialog. Ein echter Paradigmenwechsel.

Psychische Sicherheit als Wirtschaftsfaktor

Hinter der Initiative steckt mehr als ein ethischer Appell. Es geht um handfeste Wirtschaftsinteressen. Eine gesunde, motivierte Belegschaft ist in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Studien, etwa der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, belegen längst den direkten Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und psychischen Erkrankungen.

Die DGFP-Strategie zielt daher auf die Ursachen, nicht auf die Symptome. Sie will Stress präventiv im Keim ersticken, bevor er zu hohen Fehlzeiten und Fluktuation führt. Für Investoren und Aufsichtsräte wird das Management des „Human Capitals“ immer mehr zum Kriterium für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Das Papier gibt Personalern und Vorständen nun einen konkreten Fahrplan an die Hand, um diesen Wandel umzusetzen.

Der lange Weg in die Praxis

Doch wie wird aus dem ambitionierten Papier gelebte Realität? Die Experten der DGFP, darunter auch Spezialisten vom Flughafen München, warnen vor halbherzigen Einzelmaßnahmen. Es brauche eine ganzheitliche und dauerhafte Transformation der Organisation. Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo drückt der Schuh? Mitarbeiterbefragungen und Analysen der Krankenstände können hier Aufschluss geben.

Der entscheidende Faktor ist die Führungsspitze. Nur wenn Vorstände und Geschäftsführung den Wandel authentisch vorleben und vorantreiben, kann er gelingen. Das bedeutet: Ressourcen für psychologische Unterstützung freimachen, Work-Life-Balance aktiv fördern und eine Atmosphäre schaffen, in der Schwächen offen angesprochen werden können – ohne Angst vor Nachteilen.

Wird dies der neue Standard für deutsche Arbeitsplätze?

Die Veröffentlichung dürfte eine breite Debatte über die Zukunft der Arbeit in Deutschland auslösen. In den kommenden Monaten werden viele Personalabteilungen ihre Praxis an den neuen Empfehlungen messen. Der langfristige Erfolg hängt davon ab, wie viele Unternehmen den Mut zur kulturellen Transformation aufbringen.

Die Integration psychischer Gesundheit in die Leistungskultur ist eine zwingende Anpassung an die moderne Arbeitswelt. Die Prinzipien der DGFP spiegeln globale Trends hin zu menschlicheren und nachhaltigeren Arbeitsmodelle wider. Sollte sich dieser Ansatz durchsetzen, könnte er einen Wendepunkt markieren – hin zu einer widerstandsfähigeren und gesünderen deutschen Arbeitswelt.

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