DFKI, Lübeck

DFKI Lübeck baut KI-Führungsrolle in der Medizin aus

23.01.2026 - 19:52:12

Das DFKI stärkt sein Labor in Lübeck mit zwei neuen Professuren, um KI-Innovationen für personalisierte Medizin und geschlechtsspezifische Gesundheitsforschung voranzutreiben.

Deutschland stärkt seine Spitzenposition in der medizinischen Künstlichen Intelligenz mit strategischen Personalentscheidungen. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat sein Labor in Lübeck mit neuen Professuren aufgewertet. Ziel ist ein europäischer Leuchtturm für KI-Innovationen im Gesundheitswesen.

Strategische Führung für KI in der Gesundheitsversorgung

Das DFKI-Lab in Lübeck baut seine Expertise gezielt aus. Seit dem 20. Januar 2026 unterstützt Professorin Dr. med. habil. Claudia Schmidtke die Forschung als assoziierte Professorin. Ihr Schwerpunkt liegt auf einem bisher vernachlässigten Feld: der geschlechtsspezifischen Medizin und Frauen-Gesundheit.

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„Wir wollen die geschlechtsspezifischen Verzerrungen in medizinischen Daten mit KI identifizieren und quantifizieren”, erklärt ein Laborsprecher. Bisher basieren viele Datensätze und Modelle vorwiegend auf männlichen Probanden. Die Lübecker Forscher wollen diesen Gender Data Gap schließen – von der Datenerhebung bis zur klinischen Anwendung.

Ebenfalls seit 20. Januar verstärkt Professor Dr.-Ing. Thomas Eisenbarth das Team. Beide arbeiten in der Forschungsabteilung „KI für assistive Gesundheitstechnologien”, die seit Juli 2024 unter Leitung von Professor Dr.-Ing. habil. Marcin Grzegorzek aufgebaut wird.

Assistenzsysteme für personalisierte Medizin

Der demografische Wandel und die Belastung des Gesundheitssystems, besonders in ländlichen Regionen, treiben die Forschung voran. Das Labor entwickelt KI-gestützte Assistenztechnologien für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen.

Im Fokus stehen intelligente Methoden zur automatischen Auswertung persönlicher Daten, etwa von Wearables. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen hochindividualisierte Gesundheitsentscheidungen ermöglichen. Damit könnte der Wechsel von der Standard- zur maßgeschneiderten Medizin gelingen.

Teil der nationalen KI-Strategie

Der Ausbau des Lübeck-Labors ist Teil der deutschen KI-Offensive. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 2020 gezielt Initiativen wie die „International Future Labs” für personalisierte Medizin.

Das DFKI mit rund 1.560 Mitarbeitern aus über 76 Ländern ist ein zentraler Pfeiler dieser Strategie. Die Schwerpunktsetzung auf das Gesundheitswesen unterstreicht dessen volkswirtschaftliche Bedeutung. KI verspricht schnellere Diagnosen, präzisere Therapien und Entlastung des medizinischen Personals.

Ausblick: KI-Plattformen und europäische Strahlkraft

Mit der neuen Führung und klaren Schwerpunkten will das Labor die Entwicklung medizinischer Spitztechnologien beschleunigen. Die enge Kooperation mit der Universität zu Lübeck und Industriepartnern soll ein lebendiges Ökosystem schaffen.

In den kommenden Jahren erwartet das Labor neuartige KI-Plattformen und patentierte Lösungen für die klinische Praxis. Die Forschung zum Gender Data Gap könnte europaweit die Gestaltung von klinischen Studien und die Regulierung von KI-Modellen beeinflussen. Lübeck positioniert sich damit als nationaler Referenzpunkt und stützt Deutschlands Rolle im globalen Wettbewerb um medizinische KI.

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