Deutschland, Jahr

Deutschland startet entscheidendes Jahr für digitale Verwaltung

15.01.2026 - 07:25:12

Die Bundesregierung nutzt ihren Vorsitz im IT-Planungsrat, um strategische Ziele in konkrete digitale Services zu überführen. Fokus liegt auf dem Deutschland-Stack und der Umsetzung des OZG 2.0.

Die Bundesregierung übernimmt die Führung im IT-Planungsrat und will Digitalisierung und Staatsmodernisierung endlich zusammenführen. 2026 soll das Jahr werden, in dem strategische Ziele in konkrete digitale Services für Bürger und Unternehmen münden.

Bundesregierung setzt neue Prioritäten für 2026

„Ein Schlüsseljahr der Chancen“ – so beschreibt Staatssekretärin Luise Hölscher die Agenda für 2026. Mit dem Vorsitz im IT-Planungsrat steuert die Bundesregierung nun die zentrale Schaltstelle für die IT-Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Das erklärte Ziel: Digitalisierung und Staatsmodernisierung strategisch verschmelzen, um den föderalen Staat agiler und effektiver zu machen.

Im Fokus stehen mehrere kritische Infrastrukturprojekte. Vorangetrieben werden soll der „Deutschland-Stack“ – eine Sammlung standardisierter digitaler Komponenten, die das technische Rückgrat der Verwaltung bilden sollen. Parallel läuft die Registermodernisierung, die disparate Behörden-Datenbanken verbinden will. Das Prinzip: Bürger und Unternehmen müssen ihre Daten nur noch einmal angeben.

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OZG 2.0 schafft rechtlichen Rahmen für Reformen

Die aktuellen Bemühungen basieren auf dem Onlinezugangsgesetz 2.0, das Mitte 2024 in Kraft trat. Die Neufassung reagiert auf das Scheitern des ursprünglichen Gesetzes, das bis Ende 2022 die Digitalisierung von 575 Verwaltungsleistungen erreichen sollte – ein Ziel, das deutlich verfehlt wurde.

Kernpunkte des OZG 2.0 sind der zentrale digitale Bürgeraccount BundID (später DeutschlandID) als einheitlicher Zugang zu Behörden und die gesetzliche Verankerung des „Once-only“-Prinzips. Bis 2026 müssen das Bundesinnenministerium und der IT-Planungsrat verbindliche technische Standards definieren, die eine nahtlose digitale Verwaltung ermöglichen.

Von der Strategie zur flächendeckenden Umsetzung

Die größte Herausforderung bleibt die Lücke zwischen Planung und Umsetzung im komplexen deutschen Föderalsystem. Die Agenda 2026 zielt darauf ab, eine robustere Steuerung zu etablieren, die Entscheidungen verbindlich macht. Elemente wie die Digitale Strategie des Bundes und die Deutschland-Architektur sollen enger verzahnt werden.

Die Wirtschaft beobachtet die Entwicklung genau. Der Digitalverband Bitkom stellte Anfang Januar in seinem „Monitor Digitalpolitik“ fest, dass die Bundesregierung mehr als die Hälfte ihrer digitalpolitischen Projekte angestoßen oder abgeschlossen hat. Besonders hervorgehoben wird der Einfluss des neu geschaffenen Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung.

Doch der eigentliche Erfolg misst sich an praktischen Ergebnissen: Kann man künftig sein Auto online anmelden? Oder innerhalb von 24 Stunden ein Unternehmen gründen? Diese konkreten Versprechen der Modernisierungsagenda von Ende 2025 werden zum Maßstab für die Reformen.

Entscheidende Monate für die digitale Zukunft

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Deutschland den digitalen Rückstand aufholen kann. Die Definition verbindlicher technischer Standards wird über die künftige Zusammenarbeit der Behörden-IT-Systeme entscheiden. Die geplante Strategieklausur von Bund und Ländern gilt als Gradmesser des politischen Willens, föderale Hürden zu überwinden.

Die entscheidende Frage lautet: Schafft es die Reformagenda, hochtrabende Strategien in einfache, sichere und effiziente digitale Erlebnisse für die Bürger zu übersetzen? Für Deutschlands digitale Zukunft steht 2026 ein entscheidendes Jahr bevor – ob es zum Wendepunkt wird, hängt von der Umsetzungskraft aller Beteiligten ab.

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