Deutschland, EU-Sanktionspaket

Deutschland fordert 20. EU-Sanktionspaket gegen Russlands Schattenflotte

29.01.2026 - 16:30:12

Deutschland treibt ein neues EU-Sanktionspaket voran, um die Ölpreisobergrenze gegen Russland durch strengere Regeln für Tankerverkäufe und Meldepflichten durchzusetzen.

Deutschland drängt auf ein neues EU-Sanktionspaket, um Russlands Kriegskasse weiter auszutrocknen. Der Vorstoß zielt direkt auf die sogenannte Schattenflotte ab, die es Moskau ermöglicht, Öl über der internationalen Preisobergrenze zu verkaufen. Dies soll die verbliebenen Schlupflöcher schließen.

Kampf gegen die unsichtbare Flotte

Im Kern der deutschen Initiative steht die Bekämpfung eines undurchsichtigen Tankernetzwerks. Diese Schattenflotte aus oft alten Schiffen mit verschleierten Eigentumsverhältnissen umgeht systematisch die von den G7 festgesetzte Ölpreisobergrenze. Das geplante 20. Sanktionspaket könnte erweiterte Meldepflichten und Genehmigungsvorbehalte für den Verkauf von Tankern einführen. Das Ziel: verhindern, dass weitere Schiffe in diesen illegalen Handel übergehen.

Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Erst im Herbst 2025 hatte die EU mit dem 19. Sanktionspaket erste Maßnahmen gegen die Schattenflotte beschlossen. Doch offenbar reichen diese nicht aus. „Es geht darum, die verbliebenen Schlupflöcher zu schleifen“, so die Einschätzung aus Regierungskreisen. Die neue Runde soll anlässlich des vierten Jahrestags der Invasion verabschiedet werden.

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Warum die Schattenflotte so problematisch ist

Hunderte Tanker, oft unter Billigflaggen, bilden dieses Schattennetzwerk. Sie verschleiern ihre Standorte und verzichten bewusst auf westliche Versicherungen, um außerhalb der Sanktionsregeln zu operieren. Das Ergebnis: Russland verkauft weiterhin Öl zu Weltmarktpreisen und generiert Milliarden für den Kriegshaushalt.

Der Westen schaut nicht länger tatenlos zu. Die USA beschlagnahmten Anfang 2026 im Nordatlantik einen mutmaßlichen Tanker dieser Flotte – ein deutliches Signal. Auch Deutschland geht härter vor. Mehreren verdächtigen russischen Schiffen wurde bereits die Durchfahrt in der deutschen AWZ (Ausschließlichen Wirtschaftszone) verwehrt. Eine proaktive Durchsetzungsstrategie löst die rein regulatorische ab.

Grenzen der bisherigen Sanktionen

Bisherige EU-Maßnahmen verbieten bereits den Import russischen Rohöls und beschränken den Hafen-Zugang. Das 19. Paket erweiterte die Liste sanktionierter Schiffe. Doch die komplexen Eigentümerstrukturen der Schattenflotte machen direkte Gegenmaßnahmen schwierig.

Experten sehen den Schlüssel in der Kontrolle der Tanker-Verkäufe. „Nur durch lückenlose Transparenz beim Handel mit Gebrauchttankern und strikte Regulierung von Versicherungsdiensten kann der Nachschub unterbunden werden“, erklärt ein Sanktionsexperte. Genau hier setzt die deutsche Forderung an.

Strategisch günstiger Zeitpunkt

Der Vorstoß kommt zu einem günstigen Moment. Russlands Energieeinnahmen sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent eingebrochen. Ein Mix aus gesunkenen Weltmarktpreisen und Sanktionswirkung zeigt Erfolge. Für westliche Regierungen ist das die Bestätigung: Der wirtschaftliche Druck wirkt. Jetzt gilt es, ihn zu maximieren.

Doch die größte Hürde bleibt die globale Durchsetzung. Russland wird versuchen, neue Beschränkungen über Firmen in Drittländern zu umgehen. Der Erfolg hängt maßgeblich von der internationalen Zusammenarbeit ab – besonders mit Schifffahrtsnationen außerhalb der EU. Die kommenden Wochen der EU-Verhandlungen werden zeigen, wie entschlossen Europa die Schlinge um Putins Kriegsfinanzierung weiter zuzieht.

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