Deutschland debattiert Social-Media-Verbot für Jugendliche
08.02.2026 - 15:24:12Die Forderung nach einem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gewinnt in Deutschland an politischem Gewicht. Angetrieben durch internationale Vorbilder und alarmierende Studien zu psychischen Folgen, wächst der Druck auf die Gesetzgebung.
Australien als Vorbild für die Politik
Die Debatte wird massiv durch ein australisches Gesetz befeuert. Seit Ende 2024 ist dort der Zugang zu Plattformen wie TikTok oder Instagram für Jugendliche unter 16 gesperrt. Diesen Schritt findet auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gut und brachte ein ähnliches Modell für Deutschland ins Spiel.
Befürworter betonen ein „Recht auf Kindheit“, das durch die Aufmerksamkeitsökonomie der Netzwerke bedroht sei. Die Diskussion dreht sich nicht mehr nur um Medienkompetenz, sondern zunehmend um harte staatliche Regulierung. Eltern- und Lehrerverbände klagen über Überforderung im digitalen Alltag.
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Studien schüren die Sorge vor einer „ängstlichen Generation“
Die Forderungen stützen sich auf eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse. Besonders die Thesen des US-Psychologen Jonathan Haidt prägen den Diskurs. Er sieht in seinem Buch „The Anxious Generation“ einen direkten Zusammenhang zwischen der Smartphone-Ära und dem Anstieg von Angst und Depressionen.
Auch deutsche Daten sind alarmierend: Studien der DAK und des UKE Hamburg zeigen seit Jahren einen deutlichen Anstieg der Mediensucht bei Minderjährigen. Hunderttausende zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten. Experten warnen, dass die Algorithmen gezielt das Belohnungssystem junger Gehirne ansprechen – und so eine enorme Sogwirkung entfalten.
Europa zieht nach: Norwegen und Frankreich machen Druck
Deutschland debattiert nicht allein. Norwegen plant, die Altersgrenze für soziale Medien strikt auf 15 Jahre anzuheben. Frankreich macht die elterliche Zustimmung für unter 15-Jährige verpflichtend und treibt die technische Altersverifikation voran.
Auf EU‑Ebene gilt zwar der Digital Services Act (DSA), der besonderen Schutz für Minderjährige vorschreibt. Doch die nationalen Vorstöße gehen oft darüber hinaus. Der Ruf nach einer einheitlichen, aber strengeren europäischen Regelung wird lauter.
Die große Hürde: Wie soll ein Verbot technisch funktionieren?
Trotz politischer Unterstützung bleibt die Umsetzung der größte Streitpunkt. Effektive Alterskontrollen im Netz sind eine enorme technische und datenschutzrechtliche Herausforderung. Methoden wie das Hochladen von Ausweisen oder Gesichtserkennung stoßen auf massive Bedenken.
Kritiker wie der Chaos Computer Club warnen vor einer missbrauchsanfälligen Überwachungsinfrastruktur. Zudem könnten technikaffine Jugendliche Sperren per VPN umgehen. Medienpädagogen fordern daher oft andere Lösungen: Die Plattformen müssten ihre Algorithmen transparenter und weniger suchtfördernd gestalten.
Die Frage ist nicht mehr, ob reguliert wird, sondern wie. Wird die digitale Freiheit junger Menschen zugunsten ihres Schutzes stark eingeschränkt? Die Debatte dürfte im Vorfeld kommender Wahlen weiter an Schärfe gewinnen.
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