Deutsche Industrie verliert 2025 über 124.000 Jobs
18.02.2026 - 04:40:12Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Beschäftigungskrise. Neue Daten zeigen einen dramatisch beschleunigten Arbeitsplatzabbau, der das Rückgrat der Wirtschaft schwächt. Besonders hart trifft es die Automobilbranche.
Eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY, basierend auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, zeichnet ein düsteres Bild für das Jahr 2025. Die Industrie baute rund 124.100 Stellen ab – ein Minus von 2,3 Prozent. Damit hat sich der Jobabbau im Vergleich zu 2024 fast verdoppelt. Seit 2019 sind bereits über 266.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Parallel sank der Umsatz der Unternehmen um 1,1 Prozent.
Automobilbranche im freien Fall
Das Epizentrum der Krise ist die deutsche Schlüsselindustrie: die Automobilbranche. Allein 2025 verschwanden hier 50.000 Jobs, ein Rückgang von 6,5 Prozent. Seit 2019 hat der Sektor sogar 111.000 Stellen gestrichen – ein Einbruch von 13 Prozent. Die Transformation zur Elektromobilität und der harte internationale Wettbewerb setzen Hersteller und Zulieferer gleichermaßen unter enormen Druck.
Während auch Textil- und Papierindustrie schrumpfen, zeigen sich andere Bereiche robuster. Die Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete nur geringe Verluste. Die Metall- und Elektroindustrie konnte ihre Umsätze sogar leicht steigern.
Fragiler Optimismus trifft auf harte Realität
In einem scheinbaren Widerspruch dazu steht eine leichte Aufhellung der Konjunkturstimmung. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,0 Prozent angehoben. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov warnt jedoch vor zu viel Euphorie: Die Erholung gehe nur in „Trippelschritten“ voran und bleibe fragil.
Die Realität in den Betrieben sieht düster aus. Viele Unternehmen zögern bei Investitionen und bauen weiter Stellen ab, anstatt neue zu schaffen. Die angekündigten Entlastungspakete der Bundesregierung sind in der Wirtschaft bisher kaum spürbar – das bremst das Vertrauen.
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Strukturelle Probleme als Hauptursache
Warum steckt der Industriestandort Deutschland so tief in der Krise? Analysten sehen ein Bündel aus strukturellen und konjunkturellen Problemen. Dazu zählen die weiterhin hohen Energie- und Arbeitskosten, eine als lähmend empfundene Bürokratie und ein schwieriges globales Umfeld.
Die exportorientierte Industrie leidet unter Handelskonflikten und der zunehmenden Konkurrenz aus China. Viele Unternehmen reagieren nicht nur mit Personalabbau, sondern verlagern auch Produktion und Forschung ins Ausland. Das gefährdet die Arbeitsplatzsicherheit hierzulande langfristig.
Keine schnelle Trendwende in Sicht
Für 2026 erwarten Experten keine Entspannung. Der schwache Auftragseingang und der hohe Wettbewerbsdruck dürften den Personalabbau weiter antreiben. Die steigende Zahl von Insolvenzen, gerade bei Zulieferern, verschärft die Unsicherheit.
Auch der Maschinenbau, der 2025 etwa 22.000 Jobs strich, rechnet mit weiteren Einschnitten. Ein echter konjunktureller Aufschwung, der neue Einstellungen bringen könnte, ist derzeit nicht in Sicht. Die deutsche Industrie steht vor einer langen Durststrecke.
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