Deutsche Bank trotzt Immobilienkrise mit Rekordgewinn
29.01.2026 - 07:31:12Die Deutsche Bank steigert ihren Vorsteuergewinn um 64 Prozent. Doch die Krise bei US-Gewerbeimmobilien zwingt zu höherer Risikovorsorge.
Die heute vorgelegten Zahlen für 2025 zeigen ein gespaltenes Bild: Einerseits vermeldet das Institut einen beeindruckenden Vorsteuergewinn von 7,7 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten. Andererseits treibt das angespannte Marktumfeld, vor allem in den USA, die Wertberichtigungen für Kreditausfälle in die Höhe.
US-Gewerbeimmobilien als größtes Risiko
Der Haupttreiber für die erhöhte Risikovorsorge ist das Engagement im US-Markt für Gewerbeimmobilien (Commercial Real Estate). Die Kombination aus hohen Leerständen durch Homeoffice und gestiegenen Finanzierungskosten setzt Kreditnehmer unter Druck. Die durchschnittlichen Zinsen für CRE-Kredite lagen zuletzt bei rund 6,7 Prozent.
Diese Entwicklung zwingt alle Banken mit großen Portfolios in diesem Sektor, mehr Geld für mögliche Ausfälle zurückzulegen. Die Deutsche Bank bekräftigte dennoch ihre Gesamtziele für 2025 und plant, die Kapitalausschüttungen an Aktionäre auf 2,1 Milliarden Euro zu erhöhen.
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Deutscher Markt sucht neuen Boden
Während in den USA die Krise tobt, hat sich der deutsche Markt für private Baufinanzierungen auf einem neuen, höheren Niveau eingependelt. Die Zinsen für zehnjährige Darlehen bewegen sich derzeit zwischen 3,1 und 3,7 Prozent. Experten erwarten für 2026 eine weitgehend stabile bis leicht steigende Entwicklung.
Doch die Stabilisierung hat ihren Preis:
* Die Nachfrage bleibt verhalten, weil hohe Baukosten und Zinsen viele Haushalte abschrecken.
* Über 50 Prozent der Befragten in einer BaFin-Umfrage geben an, Schwierigkeiten zu haben, ihre monatliche Rate zu stemmen.
* Rund 40 Prozent der Kreditnehmer benötigen 2025 oder 2026 eine Anschlussfinanzierung – zu deutlich höheren Zinsen.
Vorsichtiger Optimismus für 2026
Analysten blicken verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Nach den Preisrückgängen scheint eine Bodenbildung erreicht. Moderate Steigerungen sind wieder möglich, besonders bei energieeffizienten Objekten in Top-Lagen.
Für die Banken bleibt die Lage anspruchsvoll. Die BaFin hat Risiken aus Gewerbeimmobilien zum Aufsichtsschwerpunkt 2026 erklärt. Die Deutsche Bank und ihre Wettbewerber müssen nun die Balance finden: Sie müssen die Risiken aus alten Krediten managen und gleichzeitig Chancen in einem stabilisierenden Markt nutzen.


