Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax leichter - 25.000-Punkte-Marke dürfte halten

08.01.2026 - 08:30:37

Der Dax DE0008469008 dürfte am Donnerstag nach seinem Rekordlauf über die Marke von 25.000 Punkten einen Teil seiner Gewinne vom Mittwoch wieder abgeben.

Die Vorgaben der Übersee-Börsen belasten. An den New Yorker Börsen, waren nach anfänglichen Rekorden von Dow Jones Industrial US2605661048 und S&P 500 US78378X1072 die Indizes unter Druck geraten. Vor allem wohl hatten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, unter anderem zur Rüstungsindustrie, belastet.

Eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels signalisierte der X-Dax DE000A0C4CA0 ein Minus von 0,3 Prozent auf 25.046 Punkte. Damit würde das deutsche Börsenbarometer die runde Tausendermarke noch behaupten. Am Mittwoch war er mit 25.122 Punkten an seinem Rekordhoch aus dem Handel gegangen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 wird ebenfalls etwas schwächer erwartet.

In den Vereinigten Staaten hatte Trump mit Aussagen zu Immobilienkäufen und zur Rüstungsindustrie Anleger verunsichert. So kündigte er an, dass große Finanzinvestoren zukünftig keine Einfamilienhäuser mehr kaufen dürften. Zudem forderte er einen drastischen Anstieg der US-Verteidigungsausgaben für 2027 und setzte wegen der ihm zufolge zu langsamen Aufrüstung die US-Rüstungsunternehmen unter Druck.

Sie sollen bis auf Weiteres die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die Gelder stattdessen in ihre Kapazitäten zu stecken. In den USA hatten Aktien wie die von Northrop Grumman US6668071029 oder Lockheed Martin US5398301094 bereits mit Kursverlusten um die 5 Prozent reagiert.

Ein Händler erwartet nun auch Kursverluste bei deutschen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall DE0007030009, Hensoldt DE000HAG0005, Renk DE000RENK730 oder TKMS DE000TKMS001, was sich vorbörslich auf Tradegate allerdings nicht bestätigte. Dennoch warnt er: "Hierzulande gibt es zwar keine entsprechenden Entwicklungen, man sollte sich jedoch an die Energiekrise im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg erinnern."

2022/23 hatte Deutschland sogenannte Zufallsgewinne von Energiekonzernen abgeschöpft, um die negativen Folgen der Bürger durch die Krise abzumildern. Vorbörslich gaben die vier genannten Aktien auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag nach.

Henkel DE0006048432 legten auf Tradegate leicht zu. Unter Berufung auf ungenannte Insider habe der Konsumgüterhersteller ein Übernahmeangebot für den Shampoo-Hersteller Olaplex abgegeben, berichtete Bloomberg am Vorabend zur US-Börsenzeit. Die Unternehmen kommentierten die Gerüchte unterdessen nicht. Die Olaplex-Aktie allerdings legte im US-Handel um rund 22 Prozent zu, hat allerdings seit dem Börsengang im Jahr 2021 mehr als 90 Prozent verloren.

"Es gibt also sowohl für Optimisten als auch für Pessimisten interessante Entwicklungen", kommentierte ein Marktexperte, der die Olaplex-Aktie auch aktuell nicht für billig hält. Allerdings sei Olaplex profitabel und aus seiner Sicht ein passender Zukauf.

Evotec DE0005664809 dürften nach zwei Tagen mit kräftigen Kursgewinnen weiter steigen, was auch der vorbörsliche Kurs auf Tradegate signalisierte. Der Pharma-Wirkstoffforscher teilte mit, dass sein Tochterunternehmen Just Biologics in den USA neue Fördermittel der Gates Foundation für KI-gestützte Optimierung der Entwicklungsfähigkeit monoklonaler Antikörper erhalten hat.

Auch für Rational DE0007010803 ging es auf Tradegate nach oben. Die Privatbank Berenberg sprach eine Kaufempfehlung für den Profiküchen-Ausrüster aus. Dieser sei ausgezeichnet positioniert, um mittelfristig ein organisches Wachstum von jährlich 8 Prozent und eine Kapitalrendite (ROCE) von 35 Prozent zu erzielen, hieß es.

@ dpa.de