Cyberkriminelle nutzen KI-Stimmen und Spionage-Apps
12.02.2026 - 21:32:12Sicherheitsexperten warnen vor einer neuen Welle hochprofessioneller Betrugsangriffe auf Smartphones. Die Kriminellen setzen auf KI-gestützte Stimmenimitate, Spionagesoftware und gezieltes Social Engineering. Selbst erfahrene Nutzer haben es zunehmend schwer, die raffinierten Maschen zu durchschauen.
Von IMEI-Betrug bis zur Fernsteuerung
Die Bandbreite der neuen Angriffe ist groß. Eine perfide Masche zielt auf Käufer gebrauchter Smartphones ab. Betrüger bieten online an, die Gerätesperre über die IMEI-Nummer aufzuheben – verschwinden aber nach der Zahlung mit dem Geld.
Gleichzeitig macht eine neue Spionagesoftware namens „ZeroDayRAT“ die Runde. Die Schadsoftware wird über Messenger wie Telegram verbreitet und kann komplette Kontrolle über ein Android-Gerät übernehmen. Sie liest Daten aus, stiehlt Passwörter und greift sogar auf Kamera und Mikrofon zu. Besonders beunruhigend: Die Software wird auf einschlägigen Plattformen offen zum Kauf angeboten.
Ein weiterer Trend ist der massive Anstieg von „Smishing“. Dabei locken gefälschte SMS, die angeblich von Banken oder Paketdiensten stammen, auf betrügerische Webseiten. Oft arbeiten die Täter mit Zeitdruck und Drohungen, um ihre Opfer zu schnellen Handlungen zu drängen.
Die KI-Stimme des „Angehörigen“ in Not
Die vielleicht beunruhigendste Entwicklung ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Für sogenanntes „Vishing“ (Voice Phishing) klonen Kriminelle Stimmen täuschend echt. Dafür reichen ihnen kurze Audiofragmente aus sozialen Medien.
Anschließend rufen sie Angehörige an und täuschen mit der vertrauten Stimme eine Notsituation vor – etwa einen Unfall. Das Ziel: die sofortige Überweisung von Geld. Die emotionale Manipulation macht es extrem schwer, den Betrug zu erkennen. Verbraucherschützer raten, in solchen Fällen einfach aufzulegen und die Person über eine bekannte Nummer zurückzurufen.
Warum die Angriffe immer schwerer zu erkennen sind
Experten sehen eine klare Eskalation. Die einfache Verfügbarkeit von Tools wie „ZeroDayRAT“ und der Einsatz von KI senken die Einstiegshürden für Kriminelle massiv. Die Angriffe sind nicht mehr unpersönlich, sondern individualisiert und psychologisch ausgefeilt.
Die Täter nutzen Alltagsroutinen und Vertrauen aus. Eine schnell gelesene SMS oder ein emotionaler Schockanruf sind ideale Einfallstore. Zudem passen sie ihre Geschichten flexibel an aktuelle Themen an – ob Paketlieferungen, Energiekrise oder Steuerrückzahlungen. Diese Agilität überfordert viele Sicherheitssysteme und Nutzer.
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So schützen Sie sich vor den neuen Maschen
Die Raffinesse der Angriffe wird voraussichtlich weiter zunehmen. Um sich zu schützen, geben Experten konkrete Empfehlungen:
- Links nicht anklicken: Klicken Sie niemals auf Links in unerwarteten SMS oder Messenger-Nachrichten.
- Direkt überprüfen: Geben Sie Passwörter oder PINs nie auf Seiten ein, die Sie per Link erreichen. Rufen Sie den Dienst stattdessen direkt über seine offizielle App oder Website auf.
- Bei Anrufen auflegen: Beenden Sie verdächtige Anrufe sofort. Kontaktieren Sie die Person oder Institution über einen sicheren, bekannten Kanal.
- Software aktuell halten: Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle Apps stets auf dem neuesten Stand. Eine zuverlässige Sicherheitssoftware bietet zusätzlichen Schutz.
Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Nutzern. Auch Hersteller und der Gesetzgeber sind gefordert, Schutzmechanismen zu verbessern und die internationale Verfolgung der Cyberkriminalität zu intensivieren.
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