Cyberagentur startet Programm für Software-Sicherheits-Score
16.01.2026 - 03:01:12Die deutsche Cyberagentur will mit einem neuen Forschungsprogramm einen verständlichen Software Security Score (3S) entwickeln. Das Ziel: Verbraucher sollen die Sicherheit von Programmen auf einen Blick erkennen können.
Damit reagiert die staatliche Agentur auf die wachsende Bedrohungslage im Netz. Ein einfacher, vergleichbarer Score soll komplexe Sicherheitsmerkmale für jeden verständlich machen. Hersteller erhalten so einen Anreiz, Sicherheit von Anfang an in ihre Produkte einzubauen – nach dem Prinzip „Security by Design“.
Einfaches Label für komplexe Sicherheit
Der geplante Score soll Sicherheit zu einem sichtbaren und vermarktbaren Merkmal machen. „Wir wollen das Thema aus der Experten-Ecke holen und für alle verständlich machen“, lautet das Ziel der Behörde. Ein erster virtueller Partner-Event ist für den 5. Februar 2026 geplant.
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Das Vorhaben knüpft an bestehende Initiativen an. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vergibt bereits ein freiwilliges IT-Sicherheitslabel für Router, E-Mail-Dienste und Smart-Home-Geräte. Der neue 3S geht jedoch einen Schritt weiter: Statt einer bloßen Konformitätserklärung soll ein differenziertes Bewertungssystem entstehen.
Timing im regulatorischen Sturm
Die Initiative kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Deutschland hat die EU-Richtlinie NIS-2 erst im Dezember 2025 in nationales Recht umgesetzt. Sie verschärft die Cybersicherheits-Pflichten für tausende Unternehmen erheblich. Geschäftsführer haften nun persönlich für Sicherheitsmängel.
Parallel tritt bald der EU- Cyber Resilience Act (CRA) in Kraft. Er wird verbindliche Sicherheitsanforderungen für fast alle Produkte mit digitalen Elementen vorschreiben. Hersteller müssen dann die Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus garantieren. Der 3S könnte sich als marktgetriebenes Werkzeug etablieren, das diese regulatorischen Vorgaben ergänzt.
Teil eines größeren Trends
Der Software-Score passt in eine breitere Bewegung hin zu mehr digitaler Transparenz. Kürzliche Änderungen im Bundesdatenschutzgesetz stärken bereits Verbraucherrechte beim automatisierten Credit-Scoring. Auch eine Reform der DSGVO wird diskutiert – mit dem Ziel, mehr Verantwortung von den Nutzern auf die Hersteller zu verlagern.
Diesem Geist entspricht auch das BSI-Konzept des Software Bill of Materials (SBOM). Diese „Stückliste“ für Software-Komponenten soll die Zusammensetzung von Programmen transparent machen. Der 3S verfolgt ähnliche Ziele – nur direkt für den Endverbraucher.
Blaupause für Europa?
Noch steht das Projekt ganz am Anfang. Entscheidend wird sein, eine Methodik zu entwickeln, die technisch robust und für Laien verständlich ist. Branchenbeobachter fragen sich: Könnte der deutsche Ansatz zum europäischen Standard werden?
Das nationale BSI-Label wird bereits als mögliche Grundlage für ein EU-weites Label diskutiert. Ein erfolgreicher 3S könnte ähnliche Dynamik entfalten. In einem von NIS-2 und CRA geprägten Umfeld bietet die Initiative einen proaktiven, verbraucherzentrierten Weg zu einer sichereren Digitalisierung.
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