Compliance-Revolution, Verschärfte

Compliance-Revolution trifft deutsche Unternehmen

23.01.2026 - 07:01:12

Verschärfte Sicherheitsgesetze verpflichten zehntausende Unternehmen zu professionellen internen Ermittlungen. Fehlerhafte Prozesse können zu persönlicher Haftung für Vorstände führen.

Neue Sicherheitsgesetze zwingen Zehntausende Firmen zu professionelleren internen Ermittlungen – das Haftungsrisiko für Führungskräfte steigt massiv.

Deutsche Unternehmen stehen vor der größten Compliance-Herausforderung seit Jahren. Eine Welle neuer Gesetze zur physischen und digitalen Sicherheit weitet die Pflichten für rund 29.500 Betriebe aus. Der Kern der Veränderung: Interne Untersuchungen müssen rechtsstaatlichen Standards genügen, sonst drohen Management und Compliance-Verantwortliche persönlich in die Haftung zu geraten.

Vom Bahn-Urteil bis zum BSI-Gesetz: Der Druck steigt

Die Zeiten informeller Hinterzimmer-Ermittlungen sind endgültig vorbei. Ein aktuelles Urteil gegen die Deutsche Bahn vom 21. Januar 2026 zeigt die Konsequenzen: Wegen fehlerhafter intern Untersuchungen scheiterten mehrere Verdachtskündigungen vor Gericht. Richter prüfen heute jeden Schritt – von der Mitarbeiterbefragung bis zur digitalen Beweissicherung.

Gleichzeitig treten verschärfte Gesetze in Kraft. Die jüngste Novelle des Sicherheitsüberprüfungsgesetzes (SÜG) und die massive Ausweitung des BSI-Gesetzes (BSIG) schaffen ein neues Paradigma: die „Resilienz-Compliance“. Statt bisher 4.500 sind nun zehntausende Unternehmen verpflichtet, sich gegen Sabotage, Spionage und hybride Bedrohungen zu wappnen.

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Persönliche Haftung für Geschäftsleitungen wird konkret

Für Vorstände und Geschäftsführer wird es ernst. Ihre Pflicht, ein funktionierendes Compliance-Management-System (CMS) einzurichten, ist eine zentrale Organisationspflicht. Wird diese verletzt, haften sie persönlich für entstandene Schäden.

„Eine schlampige interne Ermittlung kann zum Bumerang werden“, erklärt ein auf Compliance spezialisierter Rechtsanwalt. „Sie behindert nicht nur die Aufklärung, sondern wird selbst zum Verstoß – etwa gegen Persönlichkeitsrechte.“ Die Folge können nicht nur Bußgelder für das Unternehmen, sondern zivil- oder sogar strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen sein.

Resilienz-Compliance: Neues Feld für interne Ermittler

Das Aufgabenspektrum weitet sich dramatisch aus. Künftig müssen sich Ermittler nicht nur mit Korruption oder Datenschutzverstößen auskennen. Auch Vorfälle wie verdächtige Drohnensichtungen über Werksgeländen, potenzielle Sabotageakte oder komplexe Cyberangriffe fallen in ihren Bereich.

Dies erfordert eine enge Verzahnung von klassischer Compliance, IT-Sicherheit und physischem Schutz. Die Qualifikation der Ermittler muss entsprechend angepasst werden – viele Unternehmen werden auf spezialisierte externe Dienstleister zurückgreifen müssen.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Die Uhr tickt für zehntausende Betriebe, darunter viele Mittelständler, die sich erstmals mit diesen Themen befassen müssen. Experten raten zu einem dreistufigen Vorgehen:

  1. Risikoanalyse: Fällt das Unternehmen unter die erweiterten Regelungen des BSIG oder anderer Sicherheitsgesetze?
  2. System-Check: Ist das bestehende Compliance-Management-System für die neuen „Resilienz“-Anforderungen gewappnet?
  3. Prozess-Definition: Sind klare, rechtsichere Abläufe für Ermittlungen bei Sicherheitsvorfällen etabliert?

Die Botschaft ist eindeutig: Die Professionalisierung interner Ermittlungen ist keine Kür mehr, sondern eine Pflicht für rechtssicheres Wirtschaften. Wer jetzt nicht investiert, riskiert weit mehr als nur ein Bußgeld.

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