Commerzbank übertrifft Erwartungen und schüttet Rekordsumme aus
12.02.2026 - 11:10:11Die Commerzbank hat mit einem Rekord-Ergebnis und einer massiven Kapitalrückgabe überrascht. Die Zahlen für 2025 übertreffen alle Prognosen und stärken die Unabhängigkeit der Bank inmitten von Übernahmespekulationen.
Rekordjahr trotz Umstellungskosten
Das operative Ergebnis der Frankfurter Bank stieg 2025 um 18 Prozent auf einen Rekordwert von 4,5 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um etwa 10 Prozent auf rund 12,2 Milliarden Euro. Besonders stark wuchs das provisionsbasierte Geschäft, das mit einem Plus von 7 Prozent auf etwa 4 Milliarden Euro zur Stabilität beitrug. Dies gleicht die stagnierende Netto-Zinsertragslage aus, die trotz des lockeren Zinsumfelds der EZB stabil bei 8,2 Milliarden Euro blieb.
Der ausgewiesene Jahresübersuss fiel mit 2,63 Milliarden Euro leicht unter das Rekordniveau von 2024. Grund dafür sind Umstrukturierungskosten in Höhe von 562 Millionen Euro. Ohne diese Sondereffekte hätte der Gewinn die Drei-Milliarden-Marke überschritten, wie die Bank betont. „2025 war ein herausragendes Erfolgsjahr“, erklärte Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp.
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Dividende steigt um 70 Prozent
Im Mittelpunkt steht eine aggressive Kapitalrückgabepolitik. Für das Geschäftsjahr 2025 soll die Dividende von 0,65 auf 1,10 Euro je Aktie steigen – ein Plus von rund 70 Prozent. Zudem startet die Bank noch heute, am 12. Februar, ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 540 Millionen Euro.
Zusammen mit der Dividende fließen den Aktionären damit etwa 2,7 Milliarden Euro zu. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 100 Prozent des bereinigten Jahresüberschusses. Finanzvorstand Carsten Schmitt sieht darin ein klares Signal: Die Commerzbank etabliere sich als attraktive Dividendenaktie in Europa.
Solide Bilanz und optimistischer Ausblick
Die Bank bleibt solide aufgestellt. Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag Ende 2024 bei 15,1 Prozent. Die Risikovorsorge blieb mit minus 722 Millionen Euro stabil, und der Anteil notleidender Kredite (NPE-Quote) liegt bei nur 1,1 Prozent. Die Kosteneffizienz verbesserte sich weiter: Die Cost-Income-Ratio sank um zwei Prozentpunkte auf 57 Prozent.
Für 2026 zeigt sich die Bank äußerst zuversichtlich. Sie rechnet nun mit einem Jahresübersuss, der deutlich über dem ursprünglichen Strategieziel von 3,2 Milliarden Euro liegen wird. Angetrieben wird dies durch weiteres Wachstum im provisionsbasierten Geschäft, strikte Kostendisziplin und einen robusten Netto-Zinsertrag von etwa 8,5 Milliarden Euro. Das strategische Ziel „Momentum 2028“ mit einer Eigenkapitalrendite von 15 Prozent bis 2028 bleibt bestehen.
Stärke als Antwort auf Übernahmegerüchte
Die exzellenten Zahlen kommen zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt. Seit der italienische Konkurrent UniCredit im September 2024 einen Anteil von etwa 4,5 Prozent an der Commerzbank erworben hat, kursieren Konsolidierungsgerüchte. Die nun vorgelegte Bilanz und die großzügige Kapitalrückgabe wirken wie eine strategische Verteidigung.
Die Botschaft an die Aktionäre ist klar: Die Commerzbank kann als eigenständiges Unternehmen überzeugenden Wert schaffen. Die 100-prozentige Ausschüttungsquote für die Jahre 2025 bis 2027 unterstreicht diesen Kurs. Sowohl das Firmenkundengeschäft als auch das Privatkundensegment und die polnische Tochter mBank trugen wesentlich zum Erfolg bei.
Die Märkte honorierten die Ankündigungen mit Kursgewinnen. Für den deutschen Bankensektor ist die Entwicklung ein Signal der Stabilisierung. Die Commerzbank hat den Wandel von einer Sanierungs- zu einer Wachstumsgeschichte geschafft. Die Hauptversammlung im Frühjahr wird nun voraussichtlich den Weg für die neue Ära der Aktionärsvergütung bei der gelben Bank ebnen.
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