CLP-Verordnung, Gefahrenklassen

CLP-Verordnung: Neue Gefahrenklassen ab Mai 2026 verpflichtend

31.01.2026 - 02:47:12

Die EU führt ab 1. Mai 2026 verschärfte Kennzeichnungsregeln für chemische Gemische ein. Unternehmen müssen ihre Produkte neu bewerten und Sicherheitsdatenblätter anpassen, um Vertriebsstopps zu vermeiden.

Für Chemieunternehmen in der EU läuft die Zeit: Ab 1. Mai 2026 gelten verschärfte Einstufungs- und Kennzeichnungsregeln für chemische Gemische. Die EU will so bisher unzureichend erfasste Risiken für Mensch und Umwelt eindämmen.

Was ändert sich konkret?

Grundlage ist eine Aktualisierung der CLP-Verordnung. Sie führt drei neue, rein europäische Gefahrenklassen ein: Endokrine Disruptoren (ED), PBT/vPvB-Stoffe und PMT/vPvM-Stoffe. Diese sollen spezifische Langzeitrisiken wie Hormonstörungen, Anreicherung in der Umwelt oder Verunreinigung des Wasserkreislaufs abbilden.

Für Stoffe sind die Regeln bereits seit Mai 2025 in Kraft. Nun steht die Umsetzungspflicht für Gemische bevor – also für die allermeisten Produkte, die in Industrie und Handel im Umlauf sind. Neue Piktogramme gibt es nicht; die Kennzeichnung erfolgt über spezifische Warnhinweise wie „EUH380: Kann beim Menschen endokrine Störungen verursachen“.

Anzeige

Viele Hersteller und Händler unterschätzen den Umfang der neuen CLP-Anforderungen für Gemische. Innerhalb kurzer Fristen müssen Produktbewertungen, Sicherheitsdatenblätter und Etiketten angepasst werden – andernfalls drohen Vertriebsstopps und Reputationsrisiken. Das kostenlose E‑Book zur neuen CLP‑Verordnung erklärt praxisnah, wie Sie Einstufung, Kennzeichnung und SDB‑Anpassungen Schritt für Schritt umsetzen, inklusive Checklisten für Etiketten und Vorlagen zur Dokumentation. Praktische Muster sparen Zeit und helfen, Lücken in Lieferkettenbewertungen schnell zu schließen. CLP‑Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen

Warum ist die Frist so drängend?

Der Stichtag 1. Mai 2026 gilt für alle neu in Verkehr gebrachten Gemische. Das betrifft auch neue Chargen bereits existierender Produkte. Für Altbestände auf dem Markt gilt eine Übergangsfrist bis 1. Mai 2028.

Die verbleibenden knapp vier Monate bis zur Deadline sind knapp bemessen. Unternehmen müssen ihre gesamten Produktportfolios überprüfen, Lieferketten anfragen und Sicherheitsdatenblätter sowie Etiketten anpassen. Ein Mammutprojekt für den Mittelstand.

Die größten Hürden für die Praxis

Die Umsetzung ist kein reines Verwaltungsprojekt. Zwei Kernprobleme stehen im Weg:

  1. Datenlücken: Für Eigenschaften wie endokrine Wirksamkeit oder Mobilität im Wasser liegen oft keine standardisierten Testdaten vor. Diese müssen erst beschafft oder abgeschätzt werden.
  2. Komplexe Bewertung: Die wissenschaftliche Einstufung erfordert spezielles Fachwissen, das in vielen Betrieben nicht vorhanden ist. Externe Beratung ist oft unumgänglich – und treibt die Kosten.

Die Lieferketten stehen unter Druck: Jeder Hersteller ist auf zuverlässige Daten seiner Vorlieferanten angewiesen. Ein Dominoeffekt, der die gesamte Industrie betrifft.

Fünf Schritte zur Compliance

Was müssen Verantwortliche jetzt anpacken? Ein Aktionsplan in fünf Punkten:

  1. Daten sammeln: Kommunikation mit allen Lieferanten starten, um Einstufungsdaten für alle Inhaltsstoffe zu erhalten.
  2. Produkte neu bewerten: Jedes Gemisch muss nach den neuen Kriterien eingestuft werden.
  3. Sicherheitsdatenblätter aktualisieren: Die neue Einstufung gehört vor allem in Abschnitt 2, oft auch in weitere Teile des SDB.
  4. Etiketten überarbeiten: Neue Gefahrenhinweise müssen auf dem Produktetikett erscheinen.
  5. Behörden informieren: Gegebenenfalls müssen Meldungen an Giftnotrufzentralen (PCN) angepasst werden.

Strategische Bedeutung über die Pflicht hinaus

Die neuen CLP-Regeln sind mehr als nur eine bürokratische Hürde. Sie sind ein zentraler Baustein der EU-Chemikalienstrategie und ein Vorgriff auf die anstehende REACH-Reform. Das Ziel ist klar: mehr Transparenz und ein höheres Schutzniveau.

Wer die Frist versäumt, riskiert weit mehr als ein Bußgeld. Vertriebsstopps und erhebliche Reputationsschäden sind die wahrscheinlicheren Konsequenzen. Die frühzeitige Umsetzung ist daher eine strategische Investition in den künftigen Marktzugang. Die nächste Frist 2028 kommt bestimmt – wer jetzt handelt, ist dann auf der sicheren Seite.

Anzeige

PS: Sind Ihre Altbestände oder komplexen Formulierungen bereits geprüft? Der Gratis‑Guide zur CLP‑Verordnung enthält Vorlagen für Etiketten, praktische Hinweise zur Einstufung von ED/PBT/PMT‑Stoffen sowie ein Aktionsschema für kleine und mittlere Unternehmen, damit Sie die Deadlines 2026/2028 rechtssicher einhalten. Ideal für Verantwortliche in Produktion, QS und Einkauf, die sofort umsetzbare, prüfbare Lösungen benötigen. Jetzt kostenlosen CLP‑Leitfaden sichern

@ boerse-global.de