Chinas Industrie stolpert unerwartet ins neue Jahr
01.02.2026 - 03:09:12Chinas verarbeitendes Gewerbe ist zu Jahresbeginn 2026 überraschend geschrumpft. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel im Januar auf 49,3 Punkte und rutschte damit unter die kritische Wachstumsschwelle von 50. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt startet damit fragiler als erwartet ins neue Jahr. Die Daten erhöhen den Druck auf Peking, die Konjunktur mit weiteren Maßnahmen zu stützen.
Schwache Nachfrage bremst die Produktion
Hauptgrund für den Dämpfer ist eine nachlassende Nachfrage. Der Sub-Index für neue Aufträge brach ein und signalisiert eine abkühlende Binnennachfrage. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei Exportaufträgen aus. Selbst die Produktion verlor an Schwung, obwohl sie knapp im Wachstumsbereich blieb. Das Statistikamt nennt neben der „traditionellen Nebensaison“ vor allem die anhaltende Schwäche im Immobiliensektor und ein gedämpftes Konsumklima als Gründe.
Tech-Branche glänzt, Mittelstand leidet
Trotz des düsteren Gesamtbilds gibt es Lichtblicke. Das Hightech-verarbeitende Gewerbe expandiert weiter kräftig. Auch der Ausrüstungsbau verzeichnet leichtes Wachstum. Pekings Fokus auf technologische Modernisierung zeigt hier Wirkung. Dagegen schrumpfen konsumnahe und energieintensive Industrien. Besonders besorgniserregend: Während große Unternehmen noch wachsen, stecken mittlere und kleine Betriebe tief in der Kontraktion.
Der Einbruch bei Exportaufträgen verdeutlicht: Lieferketten geraten unter Druck – und neue Vorschriften wie die EU‑CBAM-Verordnung können Importeure unerwartet treffen. Unser kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, welche Waren meldepflichtig sind, welche Berichtspflichten gelten und wie Sie Strafen vermeiden. Mit Checkliste, Ausnahmeregeln und konkreten Umsetzungs‑Tipps für Unternehmen, die Waren aus China und anderen Drittländern beziehen. CBAM-Guide jetzt gratis herunterladen
Auch Dienstleistungen verlieren an Dynamik
Die Schwäche ist kein reines Industrie-Phänomen. Der PMI für den Dienstleistungssektor fiel auf den tiefsten Stand seit Dezember 2022. Das deutet darauf hin, dass auch der Konsum für Restaurants, Reisen und andere Dienstleistungen nachlässt. Der zusammengesetzte PMI für die gesamte Wirtschaft rutschte ebenfalls unter die 50-Punkte-Marke.
Wird Peking jetzt nachlegen?
Die schwachen Daten kommen zur Unzeit. Die Regierung peilt für 2026 ein Wachstum von rund fünf Prozent an. Dieses Ziel rückt in weitere Ferne. Die Erwartungen richten sich nun auf den Nationalen Volkskongress im März. Werden dort umfangreichere Konjunkturspritzen beschlossen? Experten fordern vor allem eines: Maßnahmen, die das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen nachhaltig stärken. Die Lage des privaten Sektors wird sich am Sonntag mit der Veröffentlichung des Caixin-PMI genauer zeigen.


