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Check Point kauft drei KI-Sicherheits-Startups

15.02.2026 - 21:41:12

Der Cybersicherheitsanbieter Check Point Software Technologies stärkt seine Plattform durch drei Akquisitionen, um auf KI-gestützte Angriffe mit einem präventiven, KI-nativen Ansatz zu reagieren.

Check Point Software Technologies übernimmt drei junge KI-Sicherheitsfirmen. Der Cybersicherheitsriese will damit seine Abwehr gegen KI-gesteuerte Angriffe revolutionieren.

Der israelische Sicherheitsspezialist positioniert sich damit für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Die Akquisitionen von Cyata, Cyclops Security und dem Team von Rotate markieren einen strategischen Schwenk. Die Branche bewegt sich weg von reaktiver Verteidigung hin zu einem proaktiven, KI-nativen Präventionsmodell. Hintergrund ist eine sich rasant verschärfende Bedrohungslage, in der Angreifer und Verteidiger zunehmend auf hochentwickelte KI-Tools setzen.

Unternehmen weltweit stehen vor einem Dilemma. Generative KI verspricht enorme Produktivitätsgewinne, schafft aber auch neue Risiken. Mitarbeiter nutzen nicht genehmigte KI-Tools, während Bedrohungsakteure Angriffe von nie dagewesener Skalierbarkeit und Raffinesse starten. Check Points Strategie zielt darauf ab, KI in den Kern seiner Sicherheitsarchitektur zu integrieren. Das Ziel: eine kohärente, präventionsorientierte Lösung, die Innovationen mit KI bei gleichzeitiger robuster Kontrolle der digitalen Umgebungen ermöglicht.

Vom Zusatz zum Kern: Die KI-native Revolution

Der Ansatz der KI-nativen Sicherheit bedeutet einen fundamentalen Wandel. Statt KI-Fähigkeiten nur auf bestehende Systeme aufzusetzen, werden Sicherheitsplattformen von Grund auf mit künstlicher Intelligenz als zentraler Komponente entwickelt. Diese Systeme analysieren riesige Datenmengen, um Muster und Anomalien zu erkennen, die für traditionelle Methoden unsichtbar bleiben. So können sie potenzielle Bedrohungen vorhersagen und neutralisieren, bevor sie ausgenutzt werden.

Diese proaktive Haltung ist entscheidend. KI beschleunigt bekannte Angriffstechniken erheblich. Zu den Schlüsselfähigkeiten der neuen Sicherheitsgeneration gehören die automatisierte Identifizierung von Software-Schwachstellen, Echtzeit-Phishing-Erkennung und autonome Incident-Response auf Maschinengeschwindigkeit. Der Wechsel von reaktiver zu proaktiver Strategie ermöglicht es Unternehmen, nicht nur auf Vorfälle zu reagieren, sondern Angriffsvektoren vorherzusehen und zu blockieren. Das verbessert Reaktionszeiten und operative Widerstandsfähigkeit signifikant.

Drei Puzzleteile für den Rundumschutz

Die jüngsten Übernahmen sollen einen umfassenden Sicherheits-Stack für das KI-Zeitalter schaffen. Jedes Startup bringt ein einzigartiges, kritisches Puzzleteil mit.

Cyata (gegründet 2024) schließt eine entstehende Sicherheitslücke. KI-Agenten und Chatbots erhalten Zugriff auf sensible Unternehmenssysteme. Cyata bietet die nötige Transparenz und Governance, um deren Berechtigungen nachzuverfolgen, Risiken zu bewerten und Identitäten zu verwalten. So wird verhindert, dass sie zu einem neuen Angriffsvektor werden.

Cyclops Security (gegründet 2022) bietet eine KI-gestützte Plattform für das Management der Cyber-Asset-Angriffsfläche (CAASM). Sie gibt Sicherheitsteams eine ständig aktualisierte Ansicht ihres gesamten digitalen Fußabdrucks – inklusive Cloud-Umgebungen und Schatten-IT. Eine generative KI-Suchmaschine erlaubt es Teams, in natürlicher Sprache ihre Sicherheitslage abzufragen, Risiken schnell zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu priorisieren.

Das Team von Rotate, einer KI-gestützten Managed Detection and Response (MDR)-Firma, wird Check Points Fähigkeiten im Bereich automatisierter Bedrohungsmanagement weiter verbessern.

KI-Wettrüsten: Die Branche mobilisiert

Die Cybersicherheitslandschaft entwickelt sich rasant zu einem KI-Schlachtfeld. Die Innovation überholt die Verteidigungsfähigkeiten vieler Organisationen. Böswillige Akteure nutzen generative KI, um hochgradig überzeugende Phishing-Betrügereien und Deepfakes zu erstellen. Branchendaten zeigen einen deutlichen Anstieg fortschrittlicher Phishing-Angriffe und KI-gestützter bösartiger E-Mails.

Intern verschärfen eigene Mitarbeiter das Risiko. Eine aktuelle Gartner-Umfrage ergab, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten sensible Firmeninformationen in nicht genehmigte, öffentliche KI-Tools eingibt. Das schafft neue Wege für Datenschutzverletzungen und Compliance-Verstöße.

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Diese eskalierende Bedrohung hat eine breitere Branchenreaktion ausgelöst. Zeitgleich mit Check Points Ankündigung starteten am 13. Februar 2026 auf der Münchner Sicherheitskonferenz 15 globale Technologieführer – darunter Microsoft, Google Cloud und AWS – die „Trusted Tech Alliance“. Das Bündnis will gemeinsame Grundsätze für einen sicheren und vertrauenswürdigen Technologie-Stack etablieren, von der Infrastruktur bis zur KI. Die Ziele: Transparenz, Sicherheit und Datenschutz, um öffentliches Vertrauen aufzubauen.

Ausblick: Autonome Prävention wird zum Standard

Check Points aggressive Akquisitionsstrategie zeigt eine klare Richtung für die Zukunft der Cybersicherheit auf. Der Fokus verschiebt sich von menschlich geführter Incident-Response zu autonomen Systemen, die Bedrohungen in Echtzeit vorhersagen und verhindern können. Dieser Schritt wird den Druck auf Wettbewerber erhöhen und den Marktübergang zu KI-nativen Plattformen beschleunigen.

Da Unternehmen KI weiter in ihre Kernprozesse integrieren, wird die Fähigkeit, KI-Modelle, Agenten und die von ihnen genutzten Daten zu schützen, zu einer primären Geschäftsnotwendigkeit. Die von Check Point erworbenen Technologien sollen die notwendigen Leitplanken für sichere Innovation bieten. Die kommenden Monate werden voraussichtlich weitere Konsolidierung und Innovation im KI-Sicherheitsbereich bringen. Die Branche kämpft darum, in einem sich ständig weiterentwickelnden digitalen Wettrüsten die Nase vorn zu behalten – in dem künstliche Intelligenz sowohl die Waffe als auch der Schild ist.

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