Charlotte, Roboter

Charlotte: Roboter soll Haus in 24 Stunden drucken

28.01.2026 - 05:22:12

Ein australischer Prototyp-Roboter soll Gebäude in einem Tag errichten und könnte Wohnungsnot sowie Mondmissionen revolutionieren, steht aber vor regulatorischen Hürden.

Ein australischer Roboter verspricht, die Bauindustrie zu revolutionieren: Er soll ein Einfamilienhaus in nur einem Tag errichten. Das Projekt „Charlotte“ könnte Antworten auf die globale Wohnungskrise liefern – und sogar beim Mond-Bau helfen.

Die Vision: Ein Haus am Tag

Das Ziel der Entwickler von Crest Robotics und Earthbuilt Technology klingt wie Science-Fiction: Ein vollautonomer, sechsbeiniger Roboter soll das Gerüst eines 200-Quadratmeter-Hauses binnen 24 Stunden ausdrucken. Eine Leistung, für die sonst etwa 100 Maurer nötig wären.

Statt Beton verwendet „Charlotte“ ein Extrusionssystem. Schicht für Schicht trägt er eine Mischung aus lokalen Materialien wie Sand, Erde, Ziegelbruch oder recyceltem Glas auf. Diese werden in einer Gewebemembran gebunden. Die so entstehenden Wände sollen feuersicher, hochwasserrresistent und nahezu klimaneutral sein.

Der Clou: Der Roboter vereint mehrere Bauphasen in einem automatisierten Prozess vor Ort. Das spart Zeit, Transport und menschliche Arbeitskraft.

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Prototyp statt Baustellen-Alltag

Doch die Euphorie ist verfrüht. Bisher existiert nur ein Prototyp, der Ende 2025 auf dem Internationalen Astronautenkongress in Sydney präsentiert wurde. Bis zum ersten fertigen Haus dürften noch Jahre vergehen.

Bis zur Marktreife sind große Hürden zu nehmen. Der Roboter muss unebene Baustellen bei jedem Wetter sicher navigieren. Vor allem aber muss die Technologie Australiens strenge Bauvorschriften erfüllen. Die Materialwissenschaft muss die langfristige Stabilität der gedruckten Strukturen beweisen. Die Entwickler suchen aktuell Partner für Tests und Weiterentwicklung.

Lösung für die Wohnungskrise?

Das enorme Interesse an „Charlotte“ speist sich aus einer drängenden Not: Australien steckt in einer tiefen Wohnungs- und Baukrise. Die Branche leidet unter Fachkräftemangel, steigenden Materialkosten und geringer Produktivität. Die Regierung von New South Wales fördert das Projekt deshalb als Innovationsmotor.

Befürworter hoffen, dass solche Roboter die Baukosten senken und das Angebot an Wohnraum schnell erhöhen könnten. Besonders in abgelegenen Regionen oder nach Naturkatastrophen wäre ein schneller, automatisierter Aufbau ein Gamechanger.

Der Mond als Testgelände

Eine Schlüsselrolle spielt der Weltraum. „Charlotte“ wurde auf einem Astronautenkongress vorgestellt, weil er auch für den Mond-Bau taugen soll. Sein leichtes, faltbares Design und die Fähigkeit, lokale Rohstoffe zu verarbeiten, machen ihn ideal für Missionen wie das NASA-Artemis-Programm.

Die Logik: Statt teures Baumaterial von der Erde zu transportieren, nutzt der Roboter Mondstaub (Regolith). Die extreme Umgebung des Mondes wäre der ultimative Härtetest – und könnte die Technologie auch für irdische Anwendungen robuster machen.

Ein Blick in die Zukunft

Das 24-Stunden-Haus aus dem Roboter-Drucker ist heute noch Zukunftsmusik. Doch „Charlotte“ zeigt, wohin die Reise geht: Die Bauindustrie steht weltweit vor einem tiefgreifenden Automatisierungsschub. Künstliche Intelligenz und Robotik werden bestimmen, wie und wo wir künftig leben.

Die nächsten Schritte sind klar: Pilotprojekte in der realen Welt, Validierung von Kosten und Effizienz – und der mühsame Weg zur Zertifizierung. „Charlotte“ ist vorerst ein mächtiges Symbol. Ein Versprechen auf schnelleres, günstigeres und nachhaltigeres Bauen.

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