CBAM: Ab jetzt kostet CO?-Verschmutzung richtig Geld
07.01.2026 - 17:52:12Ab sofort zahlen EU-Importeure für schmutzige Produkte drauf – es sei denn, sie können das Gegenteil beweisen. Mit dem Start der endgültigen Phase des CO₂-Grenzausgleichs (CBAM) tritt diese Woche ein neues Handelsregime in Kraft, das Unternehmen vor eine strategische Weichenstellung stellt.
Die neue Kostenrealität an der EU-Grenze
Seit dem 1. Januar 2026 ist die Übergangsphase des CBAM beendet. Zwar müssen die eigentlichen Zertifikate erst ab 2027 gekauft werden, doch die finanzielle Verantwortung für den CO₂-Fußabdruck aller importierten Waren aus den betroffenen Sektoren läuft bereits jetzt auf. Importeure von Zement, Eisen, Stahl, Aluminium, Düngemitteln, Strom und Wasserstoff müssen nun als „zugelassener CBAM-Erklärender“ registriert sein. Die größte Neuerung ist jedoch eine fundamentale Wahl: Unternehmen können entweder pauschale Standardwerte für die Emissionen annehmen oder ihre tatsächlichen, verifizierten Emissionen angeben. Die erste Option ist bequem, wird aber teuer.
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Der teure Komfort der Pauschalwerte
Während der Lernphase konnten Importeure Standardwerte ohne Konsequenzen nutzen. Diese Zeiten sind vorbei. Die EU-Kommission hat festgelegt, dass auf diese Pauschalwerte ein Aufschlag erhoben wird. Er beträgt 2026 noch 10 Prozent, steigt 2027 auf 20 Prozent und ab 2028 auf 30 Prozent. Die Botschaft aus Brüssel ist klar: Die Nutzung von Schätzungen soll unattraktiv und teuer werden, um Transparenz in den Lieferketten zu erzwingen.
Die Standardwerte orientieren sich an den Emissionen der 10 Prozent schmutzigsten Anlagen im Exportland. Für einen Stahlimporteur, der aus einer modernen, wasserstoffbetriebenen Anlage in Asien bezieht, wäre die Nutzung dieses pauschalen Werts daher finanziell unsinnig. Er würde für Emissionen bezahlen, die sein Produkt gar nicht verursacht.
Die Mühe lohnt sich: Verifizierung spart Millionen
Der alternative Weg ist aufwändig, kann sich aber lohnen. Wer seine tatsächlichen Emissionen nachweist, zahlt nur für den tatsächlichen CO₂-Ausstoß. Dafür müssen die Daten von einem akkreditierten Dritten verifiziert werden. Vor allem in den Sektoren Stahl und Aluminium, wo die Produktionsverfahren extrem unterschiedlich klimaintensiv sind, sind Einsparungen in Millionenhöhe möglich.
Besonders betroffen ist die Düngemittelbranche. Hier ist die Berechnung der tatsächlichen Emissionen komplex, da sie Input-Daten über ein ganzes Jahr erfordert. Viele Importeure werden daher zunächst auf die teureren Standardwerte zurückgreifen müssen, wie Analysen von Argus Media zeigen.
Entlastung für kleine Unternehmen und enge Fristen
Eine wichtige Ausnahme gilt für kleinere Marktteilnehmer: Die sogenannte „De-minimis“-Schwelle befreit Importeure von der Pflicht, die jährlich weniger als 50 Tonnen CBAM-relevanter Waren einführen. Diese im Oktober 2025 beschlossene Regelung entlastet den Mittelstand, deckt aber dennoch über 99 Prozent der eingeführten Emissionen ab.
Die Fristen bleiben dennoch eng. Unternehmen, die noch nicht als „zugelassener CBAM-Erklärender“ registriert sind, müssen dies bis zum 31. März 2026 nachholen, sonst droht der Stopp ihrer Waren an der EU-Grenze. Parallel wird der letzte Übergangsbericht für das vierte Quartal 2025 fertiggestellt, der Ende Januar fällig ist.
Analyse: Das Ende der Schonfrist
Mit der definitiven Phase endet die Schonfrist für den globalen Handel. Die EU exportiert nun effektiv ihren CO₂-Preis. Das System schafft einen „Compliance-Aufschlag“: Wer es in den vergangenen zwei Jahren versäumt hat, seine Lieferkette zu analysieren, zahlt jetzt drauf. Das Ziel ist, Produzenten weltweit zu motivieren, ihre Emissionen zu senken, um auf dem europäischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Verschiebung des Zertifikatekaufs auf 2027 bei bereits laufender Haftung schafft zudem eine Art „Schattenschuld“ in den Bilanzen der Unternehmen. Sie müssen ihre künftigen Verbindlichkeiten bereits jetzt abschätzen und zurückstellen.
Die kommenden Monate werden einen Run auf Verifizierungsdienstleister bringen. Die Nachfrage könnte das Angebot übersteigen und so zu einem Engpass werden. Doch der Trend ist unumkehrbar: Mit dem steigenden Aufschlag auf Pauschalwerte wird die Investition in Transparenz für fast jedes Unternehmen unvermeidlich. Die Wahlmöglichkeit besteht – doch die EU hat klargemacht, dass nur der Weg der genauen Nachweise langfristig Kosten spart.
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