Caritas, Gehälter

Caritas erhöht Gehälter für 700.000 Beschäftigte

01.02.2026 - 02:45:12

Der größte private Arbeitgeber Deutschlands setzt die zweite Stufe der Tarifrunde 2025 um. Die lineare Erhöhung soll im Fachkräftemangel die Attraktivität sozialer Berufe sichern und an den öffentlichen Dienst anschließen.

Ab heute erhalten rund 700.000 Mitarbeiter der Caritas mehr Geld. Die zweite Stufe der Tarifrunde 2025 tritt in Kraft und bringt eine lineare Gehaltserhöhung von 2,8 Prozent. Damit reagiert der größte private Arbeitgeber Deutschlands auf den akuten Fachkräftemangel und will Anschluss an den öffentlichen Dienst halten.

Neue Entgelttabellen bis 2027

Die Erhöhung komplettiert das Tarifpaket für die Beschäftigten in Pflege, Erziehung und Sozialdiensten. Bereits im Juli 2025 waren die Gehälter um 3,0 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro, gestiegen. Die nun in Kraft tretenden Tabellen gelten bis zum 31. März 2027 und bieten beiden Seiten Planungssicherheit.

Von der Regelung profitieren nahezu alle Beschäftigtengruppen. Ausgenommen sind Ärzte und Lehrkräfte, für die separate Verhandlungen gelten. Auch Auszubildende und Praktikanten erhalten mehr: Ihre Vergütung steigt erneut um 75 Euro, nach einer identischen Erhöhung im vergangenen Jahr. Zudem wurden diverse Zulagen für Schichtarbeit spürbar angehoben.

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Strategie gegen den Fachkräftemangel

Die Gehaltsanpassung ist eine direkte Reaktion auf den Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Die Caritas steht in Konkurrenz zu kommunalen und anderen kirchlichen Trägern. „Es ist entscheidend, die Lücke zu den Tarifen des öffentlichen Dienstes nicht größer werden zu lassen“, betonen Vertreter der Mitarbeiterseite.

Die Arbeitsrechtliche Kommission (AK) des Deutschen Caritasverbandes orientierte sich bei ihrem Beschluss eng an den Abschlüssen des TVöD. Diese Anlehnung wird als Signal der Stabilität gewertet. Sie soll die Attraktivität der sozialen Berufe steigern und die hohe Qualität der Dienstleistungen sichern.

Der „Dritte Weg“ der Tariffindung

Anders als in der freie Wirtschaft werden die Arbeitsbedingungen bei der Caritas nicht in klassischen Tarifverhandlungen festgelegt. Stattdessen agiert die paritätisch besetzte AK im Rahmen des kirchlichen „Dritten Weges“. Dieses Gremium verhandelt die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) und bringt Mitarbeiterinteressen mit der Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen in Einklang.

Der Beschluss zur aktuellen Runde wurde bereits im Juni 2025 von der Bundeskommission gefasst und regional bestätigt. So ist die Regelung für die überwiegende Mehrheit der rund 25.000 Caritas-Einrichtungen verbindlich.

Teil einer branchenweiten Entwicklung

Die Erhöhungen sind Teil einer Trendwende im gesamten Sozial- und Gesundheitssektor. Nach Jahren hoher Inflation zielen jüngste Tarifabschlüsse darauf ab, die Reallöhne zu stabilisieren und die Kaufkraft zu stärken. Die Orientierung am TVöD sorgt für eine breite Vergleichbarkeit – ein positives Zeichen für die ganze Branche.

Mit dem heutigen Tag ist die Tarifrunde 2025 abgeschlossen. Die Zukunft ist jedoch schon in Planung: Parallel laufen Arbeiten an einer umfassenden Reform der AVR, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Erwartet wird, dass sich auch künftige Verhandlungen an der Entwicklung im öffentlichen Dienst orientieren werden.

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