Bundespolizei warnt vor Handy-Diebstahl in Bahnhöfen
02.01.2026 - 22:22:12Die Bundespolizei warnt vor organisierten Diebesbanden an Bahnhöfen und gibt konkrete Tipps zum physischen und digitalen Schutz wertvoller Smartphones.
Die Rückreisewelle nach Silvester beschert Taschendieben goldene Zeiten. Die Bundespolizei meldet einen deutlichen Anstieg von Diebstählen an Bahnhöfen und warnt vor organisierten Banden. Deren Ziel sind oft hochwertige Smartphones.
Aktuelle Vorfälle zeigen akute Gefahr
Die Warnungen sind konkret: In Ahaus entwendeten Diebe am Silvestertag in einem vollen Supermarkt eine Geldbörse. In Worms raubten Täter vor drei Tagen ein Auto und ein Smartphone. Die Polizei in Zweibrücken verzeichnete am 31. Dezember einen Taschendiebstahl mit hohem Schaden.
So arbeiten die Diebesbanden
Taschendiebe operieren meist in Teams mit klaren Rollen. Ein „Blocker“ versperrt den Weg, ein „Ablenker“ spricht das Opfer an und der „Zieher“ greift zu. Besonders häufig kommen drei Tricks zum Einsatz:
- Der Anrempel-Trick: Im Gedränge wird das Opfer scheinbar versehentlich angerempelt. Der physische Kontakt überdeckt den Griff in die Tasche.
- Der Beschmutzer-Trick: Ein Komplize bekleckert die Kleidung mit Ketchup oder Kaffee. Während er „hilfsbereit“ den Fleck reinigt, stiehlt ein anderer das Handy.
- Der falsche Tourist: Täter bitten mit einem Stadtplan in der Hand um Hilfe. Die Karte dient als Sichtschirm, unter dem ein Komplize das Smartphone stiehlt.
Smartphone schützen: physisch und digital
Sicherheitsexperten raten zu einem doppelten Schutz. Der Verlust der Daten ist oft schlimmer als der des Geräts.
Physischer Schutz:
* Smartphones nie in offenen Außentaschen oder im Rucksack auf dem Rücken tragen.
* Besser: verschließbare Innentasche oder Brustbeutel unter der Kleidung.
* Handtaschen mit der Verschlussseite zum Körper tragen.
Digitale Barrieren:
* Biometrische Sperren wie Face-ID oder Fingerabdruck nutzen – sie sind sicherer als einfache PINs.
* Tracking-Dienste wie „Wo ist?“ (iOS) oder „Gerät finden“ (Android) aktivieren. Sie ermöglichen Fernortung und -löschung.
* SIM-PIN einrichten, um Missbrauch der Karte zu verhindern.
Diebstahl trotzdem? Jetzt schnell handeln!
Ist das Handy weg, zählt jede Minute. Diese Schritte sind entscheidend:
- SIM-Karte sperren: Rund um die Uhr über den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116.
- Polizei informieren: Diebstahl bei der nächsten Dienststelle anzeigen. Wichtig dafür ist die IMEI-Nummer des Geräts (abrufbar via *#06#).
- Nicht selbst konfrontieren: Ortet man sein Gerät, sollte man nicht selbst eingreifen. Die Täter sind oft gewaltbereit. Den Standort der Polizei mitteilen.
Warum Handys so lukrativ sind
Die Diebe folgen einer einfachen Logik: Moderne Smartphones sind über 1.000 Euro wert und auf dem Schwarzmarkt leicht zu verkaufen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote bei Taschendiebstahl traditionell niedrig. Die Täter sind schnell verschwunden, oft noch bevor der Diebstahl bemerkt wird.
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Die Tatorte verlagern sich: Waren früher Weihnachtsmärkte im Fokus, sind es nun Bahnhöfe. Die anonyme Masse und gute Fluchtmöglichkeiten mit der Bahn machen die Verfolgung schwierig.
Gefahr bleibt bis Mitte nächster Woche
Die Polizei rechnet damit, dass die kritische Lage anhält. Mit dem Ende der Schulferien in vielen Bundesländern steht die nächste Reisewelle bevor.
Die Bundespolizei wird ihre Präsenz an großen Bahnhöfen verstärken. Der beste Schutz bleibt jedoch die eigene Vorsicht. Wer sein Smartphone sicher verstaut und die Tricks der Diebe kennt, wird zum unattraktiven Ziel.


