Bundesländer starten Offensive gegen Bürokratie
11.02.2026 - 06:52:12Mehrere Bundesländer erhöhen den Druck für eine Modernisierung der Verwaltung. Angeführt von Hessen und Sachsen, soll die Digitalisierung endlich Fahrt aufnehmen.
Die jüngsten Ankündigungen signalisieren einen strategischen Wandel: Statt auf zentrale Vorgaben aus Berlin zu warten, ergreifen die Länder selbst die Initiative. Ein schneller Bürokratieabbau gilt zunehmend als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Hessen und Sachsen preschen vor
Zwei Bundesländer haben zuletzt wegweisende Schritte angekündigt. In Hessen unterzeichneten Landesregierung und Kommunen einen milliardenschweren „Zukunftspakt“. Ziel ist das vollständig digitale Rathaus, das Behördengänge überflüssig machen soll.
Kurz darauf legte auch Sachsen nach. Nach einem Austausch mit der Wirtschafts-„Allianz für Sachsen“ kündigte die Staatsregierung ein konkretes Maßnahmenpaket an, das im Mai vorgestellt wird. Ein Kernpunkt: Bei der Umsetzung von EU-Recht soll auf nationale Verschärfungen – sogenanntes „Gold-Plating“ – verzichtet werden, um Genehmigungen zu beschleunigen.
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Auch in Baden-Württemberg ist das Thema im Wahlkampf präsent. Dort wird etwa ein „Verfallsdatum“ für neue Vorschriften diskutiert, um der wachsenden Regelungsdichte Herr zu werden.
KI und digitale Plattformen als Treiber
Die politischen Initiativen werden durch neue Technologien flankiert. Künstliche Intelligenz (KI) soll administrative Prozesse automatisieren und Mitarbeiter von repetitiven Aufgaben entlasten.
Auf Bundesebene startete kürzlich der „Förderlotse Wachstumsmärkte“, eine KI-Plattform für Unternehmen. Dieser Ansatz spiegelt einen Trend wider: In Behörden werden zunehmend KI-Assistenzsysteme erprobt, etwa in der Vergabepraxis. Moderne Dokumentenmanagementsysteme (DMS) bilden die technische Grundlage für diese digitale Transformation.
BEG IV schafft die rechtliche Basis
Die Länderinitiativen bauen auf einem soliden Fundament auf: dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV). Es ist größtenteils seit Anfang 2025 in Kraft und hat wichtige Weichen gestellt.
Eine zentrale Änderung betrifft das Nachweisgesetz. Arbeitsvertragsbedingungen können nun in der Regel in Textform – also per E-Mail – übermittelt werden. Das hebt den Zwang zur physischen Unterschrift auf und vereinfacht Personalprozesse erheblich. Zudem wurde die Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege von zehn auf acht Jahre verkürzt, was Unternehmen Archivierungskosten spart.
Wirtschaftsdruck beschleunigt den Wandel
Die neuen Dynamik ist eine direkte Reaktion auf anhaltenden Druck aus der Wirtschaft. Vor allem der Mittelstand leidet unter komplexen Melde- und Dokumentationspflichten. Sie binden Ressourcen, die für Innovation und Wachstum fehlen.
Die Debatten im Bundestag zeigen: Der politische Wille ist da, die Umsetzung wird aber als zu langsam empfunden. Die Länderinitiativen sind daher auch ein Signal an den Bund, bei der nationalen Digitalisierungsstrategie mehr Tempo zu machen.
Vom Versprechen zur spürbaren Entlastung
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Ankündigungen Wirkung entfalten. Der Erfolg in Hessen und Sachsen wird daran gemessen, wie schnell und nutzerfreundlich die neuen digitalen Dienstleistungen für Unternehmen werden.
Es ist zu erwarten, dass weitere Länder nachziehen, um im Standortwettbewerb nicht abgehängt zu werden. Für die Unternehmen bedeutet das eine doppelte Aufgabe: Sie müssen sich nicht nur auf digitale Behördengänge einstellen, sondern auch ihre eigenen internen Prozesse optimieren. Nur so lässt sich das volle Potenzial einer schlankeren Verwaltung heben.
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