Bundesjustizministerium will Führungszeugnis digitalisieren
19.01.2026 - 10:04:12Das gedruckte „grüne Blatt“ für das polizeiliche Führungszeugnis soll bald der Vergangenheit angehören. Das Bundesjustizministerium (BMJ) plant, den millionenfach nachgefragten Nachweis künftig per gesichertem PDF über den BundID-Account auszustellen. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt vor.
Ende der Ära des grünen Papiers
Bislang wird das Dokument, das den Status des Strafregisters ausweist, ausschließlich auf speziellem Sicherheitspapier per Post verschickt. Dieser analoge Prozess führt häufig zu Verzögerungen – besonders für Antragsteller im Ausland oder bei dringenden Einstellungsverfahren. Der neue Entwurf sieht vor, dass das Bundesamt für Justiz (BfJ) die Zeugnisse elektronisch übermitteln darf. Die digitale Version soll als PDF mit einer qualifizierten elektronischen Signatur gesichert sein, deren Echtheit dem Wasserzeichen des Papierdokuments entspricht.
Laut Berichten der Funke Mediengruppe umfasst der Vorschlag alle gängigen Zeugnisarten, auch das „erweiterte“ Führungszeugnis für die Arbeit mit Minderjährigen. Die Papier-Variante per Post bleibt optional erhalten, doch der digitale Weg soll zum neuen Standard für Geschwindigkeit und Komfort werden.
Das geplante elektronische Führungszeugnis wird künftig als signiertes PDF über die BundID zugestellt — viele Nutzer sind aber unsicher, wie sie solche Dokumente zuverlässig öffnen und prüfen. Der kostenlose Adobe‑Acrobat‑Guide erklärt Schritt für Schritt, wie Sie den Acrobat Reader sicher installieren, qualifizierte Signaturen prüfen, vertrauliche PDFs kommentieren, markieren und rechtssicher speichern — ganz ohne IT‑Vorwissen. Ideal für alle Bürger und Arbeitgeber, die bald digitale Nachweise empfangen. Jetzt kostenlosen Adobe‑Acrobat‑PDF‑Guide sichern
Anbindung an die BundID ist Schlüssel
Die technische Umsetzung hängt maßgeblich an der BundID, dem zentralen Account für digitale Verwaltungsdienste. Antragsteller können das Zeugnis dann online beantragen und erhalten es nicht mehr per Brief, sondern direkt in ihrem digitalen Postfach des BundID-Kontos. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) betonte die praktischen Vorteile: Die Digitalisierung spare den Bürgern Zeit und Ärger und beende den langsamen Postversand sensibler Dokumente von Bonn aus in die ganze Republik.
Hohes Volumen entlastet Verwaltung
Die Dringlichkeit der Modernisierung wird durch die gewaltige Nachfrage deutlich: Das Bundesamt für Justiz stellt pro Jahr etwa fünf Millionen Führungszeugnisse aus. Damit ist es eines der am häufigsten beantragten Verwaltungsdokumente Deutschlands. Eine Verlagerung auch nur eines Teils dieses Volumens auf den digitalen Weg könnte erhebliche Kosteneinsparungen bei Druck und Porto bringen. Für Arbeitgeber in Branchen wie Bildung, Sicherheit oder Gesundheitswesen, für die diese Überprüfung Pflicht ist, würde sich das Einstellungsverfahren deutlich beschleunigen.
Zeitplan: Kabinettsentscheidung diese Woche
Das System ist noch nicht aktiv. Der Gesetzentwurf soll noch diese Woche vom Bundeskabinett beschlossen werden, bevor er das parlamentarische Verfahren durchläuft. Die Regierung peilt an, die Gesetzesänderung und technische Lösung noch 2026 umzusetzen. Damit würde eine zentrale Vorgabe des Onlinezugangsgesetzes (OZG) erfüllt, das die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen vorschreibt. Bis zum Start müssen Antragsteller weiter auf den Postweg setzen.
Experten sehen in der Digitalisierung des Führungszeugnisses einen Pilotfall. Gelingt die Einführung, könnte sie den Weg für weitere justizielle Dokumente ebnen – etwa für digitale Apostillen oder Auszüge aus Gerichtsakten. Zunächst aber entscheidet die anstehende Kabinettsitzung darüber, ob das Führungszeugnis endgültig im digitalen Zeitalter ankommt.


