BSI, Finger

BSI rät: Finger weg vom regelmäßigen Passwortwechsel

01.02.2026 - 05:35:12

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt pauschale Passwortwechsel für überholt. Stattdessen rät es zu einzigartigen Kennwörtern, Passwort-Managern und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt eine zentrale Sicherheitsregel auf den Kopf. Pauschale, regelmäßige Passwortwechsel seien überholt und könnten die Sicherheit sogar gefährden. Anlässlich des „Ändere-dein-Passwort-Tages“ empfiehlt die Behörde stattdessen eine moderne Strategie.

Warum die alte Regel mehr schadet als nützt

Jahrelang galt die Devise: Passwörter alle 90 Tage ändern. Das BSI erklärt diese Praxis nun für kontraproduktiv. Erzwungene, routinemäßige Wechsel führten oft dazu, dass Nutzer schwächere und vorhersehbare Kennwörter wählten. Statt neuer, komplexer Kombinationen entstünden nur minimale Abwandlungen des alten Passworts – ein leichtes Spiel für Angreifer.

Ein Wechsel ist laut Experten nur dann zwingend erforderlich, wenn ein konkreter Verdacht auf einen Diebstahl der Zugangsdaten besteht. Das kann nach einem öffentlich gewordenen Datenleck eines Dienstes oder bei einer Infektion mit Schadsoftware der Fall sein. Der anlasslose Wechsel schaffe dagegen oft nur trügerische Sicherheit.

Die neue Formel: Einzigartigkeit statt Komplexitäts-Wahnsinn

Im Zentrum der neuen Empfehlungen steht die Einzigartigkeit. Ein Passwort sollte für jeden Dienst individuell sein. Wiederverwendung ist ein enormes Risiko: Kommt es bei einem Anbieter zum Leck, stehen Angreifern alle anderen Konten offen. Um den Überblick über viele starke Passwörter zu behalten, rät das BSI zum Einsatz eines Passwort-Managers.

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Noch wichtiger als das perfekte Passwort ist jedoch die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA). Dieser zweite Schritt – etwa ein Code per App – erschwert den Zugriff selbst mit gestohlenem Passwort erheblich. Das BSI drängt Nutzer, diese Funktion überall zu aktivieren, wo sie angeboten wird.

Passkeys: Die passwortlose Zukunft hat begonnen

Über die Optimierung des Alten hinaus weist das BSI auf die Alternative der Zukunft hin: Passkeys. Bei diesem Verfahren authentifizieren sich Nutzer per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Kryptografische Schlüssel ersetzen das Passwort.

Der große Vorteil: Passkeys können nicht erraten, gestohlen oder per Phishing abgegriffen werden. Immer mehr große Plattformen integrieren die Technologie. Für das BSI sind sie der entscheidende Schritt, um die Abhängigkeit von fehleranfälligen Passwörtern zu beenden.

Reaktion auf professionellere Cyber-Angriffe

Die Kehrtwende ist eine direkte Antwort auf die wachsende Bedrohung. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich warnte erst kürzlich vor dem Einsatz Künstlicher Intelligenz durch Cyberkriminelle. In dieser Lage sind einfache Passwörter ein untragbares Risiko.

Die neue Linie folgt internationalen Standards, wie sie etwa das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) vertritt. Dort gilt Länge als entscheidenderer Sicherheitsfaktor als komplexe Zeichenkombinationen. Die Botschaft: Ein langes, einzigartiges Passwort, das über Jahre sicher ist, schützt besser als ein ständig geändertes, schwaches Kennwort.

Was Verbraucher und Unternehmen jetzt tun müssen

Der Aktionstag sollte künftig weniger zum pauschalen Wechsel auffordern, sondern zum Überprüfen der gesamten Sicherheitsstrategie. Für Unternehmen bedeutet das: Alte Richtlinien mit Zwangswechsel-Zyklen gehören abgeschafft. Stattdessen sollten sie auf technische Lösungen wie die verpflichtende Einführung von 2FA setzen.

Bis sich passwortlose Methoden wie Passkeys flächendeckend durchsetzen, bleibt eine Kombination der beste Schutz: Einzigartige, lange Passwörter, verwaltet mit einem Passwort-Manager, kombiniert mit der konsequenten Nutzung der Zwei-Faktor-Authentisierung.

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