Aktie, Trendentwicklungen

BP Aktie: Trendentwicklungen erkennen

20.01.2026 - 19:09:31

BP generiert frisches Kapital durch den Verkauf eines Großteils seiner Schmierstoffsparte, muss aber gleichzeitig Milliardenabschreibungen im Gas- und Energiewende-Geschäft verkraften.

BP verkauft einen Großteil seiner Schmierstoff-Sparte Castrol – und behält nur noch 35 Prozent. Der kanadische Pensionsfonds CPPIB steigt mit bis zu einer Milliarde Dollar ein. Während der Konzern damit frisches Kapital generiert, bleibt die Frage: Reicht das, um die jüngst angekündigten Milliardenabschreibungen zu kompensieren?

Castrol-Verkauf nimmt Form an

Die Transaktion ist konkret: Der Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) investiert gemeinsam mit dem Finanzinvestor Stonepeak bis zu einer Milliarde Dollar in die neu strukturierte Castrol Group Holdings. BP zieht sich zurück und hält künftig nur noch eine Minderheitsbeteiligung von 35 Prozent.

Der Deal hat direkte Folgen für die börsennotierte Tochter Castrol India. Dort wird nun ein Pflichtangebot an die öffentlichen Aktionäre ausgelöst – eine regulatorische Konsequenz des Verkaufs. Für BP bedeutet die Transaktion einerseits einen sofortigen Liquiditätszufluss, andererseits den Verlust eines stabilen Geschäftsbereichs mit kontinuierlichen Einnahmen.

Die strategische Logik: Der Konzern will sich verschlanken, Schulden abbauen und möglicherweise Mittel für den Umbau in Richtung erneuerbare Energien freisetzen.

Belastung durch Abschreibungen

Der Verkauf kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst vor wenigen Tagen warnte BP vor Abschreibungen in Höhe von vier bis fünf Milliarden Dollar nach Steuern für das vierte Quartal. Betroffen sind vor allem das Gas-Geschäft und der Bereich kohlenstoffarme Energien – ausgerechnet jene Segmente, auf die der Konzern bei der Transformation setzen wollte.

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Die Marktreaktion fällt verhalten aus. Zwar bringt der Castrol-Deal frisches Geld, gleichzeitig müssen Anleger einpreisen, dass BP erhebliche Wertverluste in zentralen Zukunftsbereichen eingestehen muss. Die Aktie eröffnete am Dienstag bei 436,45 Pence und damit unter dem Vortagesschluss von 440,25 Pence.

Unsichere Perspektive

Mit einer Dividendenrendite von rund 5,6 Prozent gehört BP zu den höher rentierenden Werten im Sektor. Doch nach der Dividendenkürzung 2020 bleiben Zweifel, ob die aktuelle Ausschüttung langfristig tragfähig ist. Der Verkauf von Castrol stärkt die Bilanz kurzfristig, wirft aber die Frage auf, wie stabil die Cashflows ohne dieses Geschäft bleiben.

Am 11. Februar 2026 legt BP die Zahlen für das vierte Quartal vor. Dann wird sich zeigen, wie stark die Abschreibungen tatsächlich durchschlagen – und ob die strategische Neuausrichtung den Markt überzeugen kann.

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