BKA nutzt Whistleblower-Portal gegen Sabotage an kritischer Infrastruktur
27.01.2026 - 23:01:11Das Bundeskriminalamt setzt sein Hinweisgeberportal gezielt zur Abwehr von Angriffen auf die nationale Sicherheit ein. Diese strategische Neuausrichtung ist eine direkte Antwort auf die wachsende Gefahr durch hybride Angriffe und staatlich gesteuerte Sabotage. Aktueller Anlass ist ein öffentlicher Zeugenaufruf zu einem Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung.
Vom Unternehmensschutz zur Gefahrenabwehr
Ursprünglich diente das Portal dem Schutz von Whistleblowern in Unternehmen. Nun wird es zur zentralen Meldeplattform für Verdachtsfälle der verfassungsfeindlichen Sabotage. Das BKA ermittelt im Fall Berlin wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Die Behörde sucht nicht nur Tatzeugen, sondern auch Personen mit verdächtigen Vorab-Beobachtungen – etwa ungewöhnliches Interesse an Anlagen oder Drohnenüberflüge.
Durch die garantierte Anonymität des Portals sollen auch Personen aus dem Umfeld möglicher Täter ermutigt werden, Informationen preiszugeben. Die Maßnahme unterstreicht, wie sehr die Resilienz von Energie-, Verkehrs- und Kommunikationsnetzen auf dem Prüfstand steht.
Passend zum Thema Hinweisgeberportale: Viele Unternehmen und Behörden tun sich schwer damit, das Hinweisgeberschutzgesetz DSGVO‑konform umzusetzen – fehlerhafte Meldewege riskieren die Anonymität von Hinweisgebern und führen zu rechtlichen Problemen. Ein kostenloser Praxisleitfaden erklärt in 14 FAQ, wie interne und externe Meldestellen rechtssicher eingerichtet werden, welche Dokumentation nötig ist und welche Checklisten die Umsetzung erleichtern. Ideal für Compliance-, Datenschutz- und Rechtsverantwortliche. Jetzt Praxisleitfaden zum Hinweisgeberschutzgesetz herunterladen
Kampf gegen „Wegwerf-Agenten“
Hinter der Strategie steht eine alarmierende Bedrohungsanalyse. Deutsche Nachrichtendienste warnen seit Monaten vor einer neuen Taktik, insbesondere russischer Geheimdienste. Diese rekrutieren über soziale Medien gezielt sogenannte „Wegwerf-Agenten“ – oft unerfahrene Personen, die für geringe Bezahlung Brandstiftung oder Sachbeschädigung begehen.
Diese hybriden Angriffe zielen auf die Destabilisierung Deutschlands und die Verunsicherung der Bevölkerung. Betroffen sind vor allem Energieversorger, Transportknoten, Logistikzentren und Rüstungsbetriebe. Die Täter agieren im Verborgenen, was die Bedeutung von Hinweisen aus der Bevölkerung enorm erhöht.
KRITIS-Gesetz schafft rechtlichen Rahmen
Parallel zu den operativen Maßnahmen treibt die Politik den gesetzlichen Schutz voran. Noch am 27. Januar 2026 einigten sich Union und SPD auf den finalen Entwurf des KRITIS-Dachgesetzes. Es setzt eine EU-Richtlinie um und soll die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen bundesweit stärken.
Das Gesetz verpflichtet Betreiber, die mehr als 500.000 Menschen versorgen, zu umfassenden Risikoanalysen. Es legt Mindeststandards für physischen Schutz fest – von besseren Zäunen bis zur gesicherten Notstromversorgung. Ein zentraler Streitpunkt war die Balance zwischen Transparenzpflichten und Sicherheitsinteressen, um sensible Informationen nicht preiszugeben.
Integrierter Sicherheitsansatz als Antwort
Die Verknüpfung eines zivilen Meldeportals mit strafrechtlichen Staatsschutz-Ermittlungen markiert einen Paradigmenwechsel. Deutschland bereitet sich auf eine langanhaltende Phase hybrider Bedrohungen vor, bei der die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimmen.
Sicherheitsexperten bewerten den Schritt als pragmatisch und notwendig. Während die Politik den rechtlichen Rahmen schafft, schärfen die Behörden ihre operativen Werkzeuge. Der Erfolg hängt künftig maßgeblich von der Kooperation zwischen Staat, Wirtschaft und Bevölkerung ab.
Prävention durch Sensibilisierung
Die öffentliche Bekanntmachung des Portals dürfte erst der Anfang sein. Die Sicherheitsbehörden werden ihre Aufklärungskampagnen wie „Kein Wegwerf-Agent werden!“ voraussichtlich intensivieren. Ziel ist es, potenzielle Rekruten abzuschrecken und die Öffentlichkeit für Anwerbeversuche in sozialen Medien zu sensibilisieren.
Kann das Vertrauen in die staatlichen Institutionen gestärkt werden? Die Ermittlungen zum Berliner Brandanschlag werden ein erster Gradmesser für die Effektivität dieses integrierten Sicherheitsansatzes sein. Der Schutz kritischer Infrastrukturen bleibt eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.
PS: Einrichtungen, die Meldestellen betreiben oder planen, sollten jetzt handeln – die richtige technische und datenschutzkonforme Umsetzung ist entscheidend für Vertrauen und Wirksamkeit. Das kostenlose E‑Book bietet konkrete Handlungsanweisungen, Prüflisten und Vorlagen für die DSGVO‑konforme Abwicklung von Meldungen, damit Hinweisgeber geschützt und Umsetzungsfehler vermieden werden. Praxisleitfaden kostenlos anfordern


