Belkin-Wemo: Smart-Home-Geräte werden nach Cloud-Abschaltung zu Elektroschrott
31.01.2026 - 03:42:12Belkin stellt die Cloud-Dienste für seine Wemo-Produkte ein – und macht damit Tausende Smart-Home-Geräte in deutschen Haushalten nutzlos. Der Schritt, der seit Juli 2025 angekündigt war, tritt heute, am 31. Januar 2026, in Kraft. Er entzieht Steckdosen, Lichtschaltern und anderen vernetzten Geräten die Intelligenz und löscht Jahre getätigte Investitionen der Verbraucher aus. Die Aktion löst massive Kritik und erste juristische Schritte aus und stellt grundsätzliche Fragen zum Besitz im Internet der Dinge.
Die unmittelbare Folge ist drastisch: Dutzende Wemo-Produkte aus dem letzten Jahrzehnt verlieren ihre Fernsteuerung und intelligente Steuerung. Nutzer können ihre Geräte nicht mehr über die Wemo-App von unterwegs bedienen oder abfragen. Auch die Sprachsteuerung via Amazon Alexa und Google Home fällt aus, da diese auf die nun abgeschaltete Cloud angewiesen sind. Aus smarten Setup werden simple Handschalter.
Besonders betroffen sind fest verbaute Geräte wie Lichtschalter, deren Austausch aufwendig und teuer ist. Einfache Steckmodule lassen sich leichter ersetzen – doch für viele Verbraucher bedeutet der Schritt den kompletten Neukauf ihrer Smart-Home-Infrastruktur. Ein herber finanzieller Schlag.
Viele HomeKit‑Nutzer wissen nicht, welche Wemo‑Geräte lokal weiterarbeiten und welche eine Cloud brauchen — genau dieser Unterschied entscheidet jetzt über Nutzbarkeit und Datenschutz. Das kostenlose iPhone‑Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Apple‑Begriffe (inkl. HomeKit, Apple‑ID und AirPlay) in klaren, verständlichen Worten und hilft Ihnen, Ihre Smart‑Home‑Einstellungen sicher einzuschätzen. Zustellung per E‑Mail; bewertet mit 4,7/5 von über 455 Lesern. Jetzt iPhone‑Lexikon anfordern
Gibt es Ausnahmen oder Rettungsanker?
Nicht alle Wemo-Geräte werden komplett unbrauchbar. Modelle mit Unterstützung für den Thread-Standard funktionieren weiterhin wie gewohnt, da sie unabhängig von der Cloud arbeiten. Eine wichtige Ausnahme gilt auch für Nutzer der Apple-Ökosphäre: Wemo-Geräte, die vor dem Stichtag in Apple HomeKit eingebunden wurden, lassen sich weiterhin lokal über die Home-App steuern.
Allerdings können nach dem 31. Januar keine neuen Geräte mehr zu HomeKit hinzugefügt werden – der Zugang ist endgültig versperrt. Für technisch versierte Nutzer bieten Open-Source-Plattformen wie Home Assistant einen Weg, die Hardware weiter lokal zu nutzen. Für den Durchschnittsverbraucher ist diese Lösung jedoch oft zu komplex.
Kritische Reaktion und juristische Gegenwehr
Die Reaktion des Herstellers stößt auf Unverständnis. Belkin bietet lediglich eine Teilrückerstattung für Geräte an, die heute noch in der Garantiezeit sind. Da viele betroffene Produkte aber seit Jahren auf dem Markt sind, geht die große Mehrheit der Besitzer leer aus. Der Vorschlag des Unternehmens: Die nun obsoleten Geräte sollten fachgerecht entsorgt werden.
Diese Haltung provoziert juristischen Widerstand. Rechtsanwälte prüfen, ob Belkin mit der Abschaltung gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat. Es laufen Bestrebungen, betroffene Kunden in einem Massen-Schiedsverfahren zu organisieren. Ziel ist eine Entschädigung für die Kosten, die durch den Ersatz der Wemo-Produkte entstehen.
Weckruf für eine ganze Branche
Der Fall Wemo ist ein Lehrstück für die Verletzlichkeit cloud-abhängiger Smart-Home-Systeme. Er wirft eine grundlegende Frage auf: Besitzt man ein Produkt noch, wenn der Hersteller seine Kernfunktion per Fernentscheidung deaktivieren kann? Funktionierende Elektronik wird hier nicht durch einen Defekt, sondern durch eine Firmenentscheidung zu Elektroschrott.
Analysten sehen in dem Vorfall einen Wendepunkt. Er dürfte den Trend zu interoperablen, lokalen Standards wie Thread und Matter beschleunigen. Diese sind genau dafür designed, ein solches Massensterben von Geräten zu verhindern. Für Verbraucher wird die Forderung nach zukunftssicheren, resilienten und lokal kontrollierbaren Geräten lauter – die Cloud allein reicht als Versprechen nicht mehr.
PS: Sie nutzen HomeKit oder überlegen, Ihre Wemo‑Hardware in das Apple‑Ökosystem zu integrieren? Das Gratis‑Lexikon „Die 53 iPhone‑Begriffe“ erklärt auf einen Blick, welche Einstellungen Sie für lokale Steuerung und Datenschutz kennen müssen. Inklusive Aussprachehilfen, praktischen Tipps zur HomeKit‑Einbindung und Schritt‑für‑Schritt‑Erklärungen — direkt per E‑Mail und ohne Fachchinesisch. Bewertet 4,7/5 von 455+ Lesern. Gratis iPhone‑Lexikon jetzt sichern


