Bahnhof, Altona

Bahnhof Altona: Bundestag stellt Milliardenprojekt erneut an den Prüfstand

04.02.2026 - 07:26:12

Ein Gerichtsurteil und explodierende Kosten stellen den milliardenschweren Umzug des Hamburger Bahnhofs Altona infrage. Die Politik fordert Transparenz, während der Zeitplan bis 2029 wackelt.

Eine parlamentarische Anfrage im Bundestag fordert volle Transparenz zu den explodierenden Kosten und neuen rechtlichen Hürden bei der Verlegung des Hamburger Bahnhofs Altona. Die Linke konfrontiert die Bundesregierung mit den kritischen Punkten des milliardenschweren Vorhabens.

Besonders brisant: Ein Gerichtsurteil vom November 2025. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht erklärte den Planfeststellungsbeschluss für die Autoreisezuganlage wegen eines fehlerhaften Entwässerungskonzepts für rechtswidrig. Diese Entscheidung stellt Zeitplan, Kosten und die gesamte Ausgestaltung dieses Projektteils infrage.

Die Deutsche Bahn hält offiziell weiter am Ziel einer Inbetriebnahme des neuen Fern- und Regionalbahnhofs Diebsteich Ende 2029 fest. Doch die politische Unruhe in Berlin wächst.

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Ein Zeitplan voller Rückschläge

Die Geschichte des Projekts ist eine Chronik der Verzögerungen:
* Juli 2014: Die Deutsche Bahn kündigt das Vorhaben erstmals an.
* Dezember 2017: Das Eisenbahnbundesamt erteilt den Planfeststellungsbeschluss.
* August 2018: Klagen, unter anderem vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), führen zu einem Baustopp.
* 2020: Der Rechtsstreit wird beigelegt, die Arbeiten nehmen wieder Fahrt auf.
* Oktober 2025: Die Bahn verschiebt die geplante Inbetriebnahme von 2027 auf Ende 2029. Grund sind Komplikationen wie Asbest- und Bleifunde am Kreuzungsbauwerk Langenfelde.

Die Abgeordneten kritisieren nun, dass sich der Starttermin bereits mehrfach verschoben hat – vom ursprünglich geplanten Ende 2023. Bisher sei im Wesentlichen nur der Umbau der S-Bahn-Station Diebsteich abgeschlossen. Die Arbeiten an den entscheidenden neuen Fernbahnsteigen dagegen seien ins Stocken geraten.

Mehr als nur ein Bahnhof: Die Vision „Mitte Altona“

Die Verlegung ist der Schlüssel zu einem der größten Stadtentwicklungsvorhaben Hamburgs. Auf den freiwerdenden Gleisflächen im Herzen Altonas entsteht das neue Quartier „Mitte Altona“. Allein im zweiten Bauabschnitt sind 1.900 neue Wohnungen geplant – ein wichtiger Beitrag auf dem angespannten Hamburger Wohnungsmarkt.

Der neue Durchgangsbahnhof am Diebsteich soll zudem leistungsfähiger sein als der alte Kopfbahnhof. Er verspricht:
* Höhere Kapazitäten im Schienenverkehr
* Eine bessere Anbindung
* Effizientere Steuerung des Zugverkehrs durch ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW)
* Weniger Lärm für Anwohner entlang der alten Strecken

Warten auf Antworten aus Berlin

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die Bundesregierung muss nun auf die detaillierten Fragen des Bundestages antworten. Diese Stellungnahme wird zeigen, wie die Verantwortlichen die finanziellen Belastungen und die durch das Gerichtsurteil entstandenen Probleme lösen wollen.

Parallel müssen Deutsche Bahn und Eisenbahnbundesamt eine rechtskonforme Lösung für die Autoreisezuganlage finden. Kann der offizielle Zeitplan mit der Inbetriebnahme Ende 2029 überhaupt noch gehalten werden? Das hängt maßgeblich von einer zügigen Klärung der offenen rechtlichen und finanziellen Fragen ab. Für Hamburg bleibt die Zukunft des Bahnhofs Altona vorerst eine Geduldsprobe.

@ boerse-global.de