Baden-Württemberg schafft als erstes Bundesland die vollständige E-Akte
08.01.2026 - 19:29:12Baden-Württemberg hat die digitale Justiz-Revolution abgeschlossen. Als erstes Bundesland arbeitet die gesamte Justiz und Polizei jetzt flächendeckend mit der elektronischen Akte.
Damit erfüllt der Südweststaat nicht nur die gesetzliche Vorgabe des Bundes – er übertrifft sie deutlich. Während die Pflicht zur E-Akte bundesweit erst am 1. Januar 2026 in Kraft trat, war der Rollout in Baden-Württemberg bereits Mitte Dezember 2025 abgeschlossen. Rund 11.000 Mitarbeiter in Gerichten und Staatsanwaltschaften arbeiten nun vollständig digital.
Polizei schließt letzte Lücke im digitalen Workflow
Ein entscheidender Meilenstein wurde diese Woche bekannt: Seit dem 5. Januar 2026 nutzt auch die Polizei Baden-Württemberg landesweit die E-Akte. Diese Synchronisation ist für Strafverfahren von zentraler Bedeutung. Ermittlungsakten können nun schnell und sicher digital an die Staatsanwaltschaften übermittelt werden – ohne den zeitraubenden Transport von Papierakten.
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Seit dem Pilotprojekt 2022 hat die Polizei bereits etwa 350.000 Verfahren elektronisch übergeben. Innenminister Thomas Strobl sprach von einem symbolischen Abschied von der traditionellen „Badischen Aktenheftung“. An ihre Stelle treten effiziente, medienbruchfreie Abläufe.
Massive Infrastruktur im gesamten Justizapparat
Das digitale Netzwerk umfasst einen beeindruckenden institutionellen Rahmen: Neben 108 Amtsgerichten und 17 Landgerichten sind zwei Oberlandesgerichte, 17 Staatsanwaltschaften und 25 Fachgerichte angeschlossen. Selbst der komplexe Bereich des Strafrechts und der Vollstreckung wurde erfolgreich digitalisiert.
Bis zum Stichtag hatte der Südweststaat bereits über 2,7 Millionen Verfahren elektronisch bearbeitet. Nur die Hochschule für Polizei wird ihre Integration bis Ende Januar 2026 abschließen, um angehende Beamte direkt am neuen System auszubilden.
Phasenweise Einführung als Erfolgsrezept
Während andere Bundesländer noch mit der Umsetzung kämpfen, dient Baden-Württemberg als Blaupause. Der Schlüssel zum Erfolg lag in der frühen und phasengerechten Einführung. Erste Pilotgerichte testeten die E-Akte für Zivilsachen bereits 2016. Diese Strategie ermöglichte schrittweise Anpassungen und verhinderte einen überfordernden „Big Bang“ bei der Umstellung.
Rechtsexperten betonen den systemischen Durchbruch: Erstmals ist in einem Bundesland der gesamte Workflow – von der polizeilichen Anzeige bis zum richterlichen Urteil – vollständig digital. Damit wurde eine der größten Bremsen im deutschen Justizsystem beseitigt: der physische Aktentransport.
KI und Optimierung als nächster Schritt
Für das baden-württembergische Justizministerium ist die Digitalisierung kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Auf dem stabilen Fundament der E-Akte sollen nun Optimierungen und Zukunftstechnologien folgen.
Im Fokus stehen KI-gestützte Textanalyse und automatisierte Fallbearbeitung. Diese Tools könnten die administrative Belastung von Richtern und Staatsanwälten weiter reduzieren. Zunächst gilt die Aufmerksamkeit jedoch der Systemstabilität zum Start des neuen Geschäftsjahrs. Die Ära der Papierakte ist im Südwesten jedenfalls beendet.
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