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Atlassian Forge: Die Ära der kostenlosen Cloud-Entwicklung ist vorbei

01.01.2026 - 03:52:12

Atlassian stellt seine Entwicklerplattform Forge auf ein verbrauchsabhängiges Preismodell um. Eine Free Tier bleibt erhalten, doch kommerzielle Apps werden nun nach Nutzung abgerechnet.

Ab sofort müssen Entwickler für die Nutzung von Atlassians Plattform Forge bezahlen. Das Unternehmen schaltet heute sein verbrauchsabhängiges Preismodell frei – ein Wendepunkt für Tausende Apps in Jira und Confluence.

Vom Gratis-Service zum Pay-per-Use

Seit dem 1. Januar 2026 ist Schluss mit unbegrenzt kostenloser Rechenleistung. Atlassian hat seine Entwicklerplattform Forge auf ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell umgestellt. Die Ankündigung aus Mitte 2025 ist damit Wirklichkeit geworden. Eine großzügige Free Tier bleibt zwar erhalten, doch kommerzielle oder intensiv genutzte Anwendungen werden jetzt nach Verbrauch abgerechnet.

Das neue System konzentriert sich auf drei „abrechenbare Fähigkeiten“. Die wichtigste ist Forge Functions für die Rechenleistung. Hier gibt es ein monatliches Gratis-Kontingent von 100.000 GB-Sekunden pro App. Alles, was darüber hinausgeht, kostet nun etwa 0,000025 Euro pro GB-Sekunde. Auch der Key-Value Store und der neue Datenbankdienst Forge SQL fallen unter das Modell.

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Passend zum Thema Sicherheit: Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark ein verbrauchsabhängiges Plattformmodell IT‑Risiken und Angriffsflächen verändert. Besonders Integrationen und unternehmenskritische Apps brauchen Absicherungen, wenn sie nun priorisiert und bezahlt werden. Ein kostenloser Leitfaden erklärt praxisnah, welche einfachen Schutzmaßnahmen Entwickler und Admins sofort umsetzen können – von Zugangskontrollen bis zu Monitoring‑Checks, damit Ihre Apps stabil und sicher bleiben. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Leitfaden herunterladen

„Diese Verschiebung spiegelt den breiteren Cloud-Markt wider“, analysieren Branchenbeobachter. Serverlose und verbrauchsabhängige Modelle seien längst Standard. Atlassian wolle mit den Gebühren Code-Effizienz fördern und seine Infrastruktur-Investitionen skalieren, um Enterprise-Sicherheit und Zuverlässigkeit zu finanzieren.

Atempause für Hintergrundprozesse

In letzter Minute gab es doch noch eine Gnadenfrist – zumindest teilweise. Die Abrechnung für asynchrone Berechnungen wurde vorübergehend ausgesetzt. Der Grund: Ein Software-Fehler.

Mitte Dezember 2025 hatte ein Bugfix zu einem unerwarteten Anstieg der gemeldeten Rechennutzung bei vielen Apps geführt. Um fehlerhafte und schockierende Rechnungen am ersten Tag zu vermeiden, hat das Plattform-Team die Nachverfolgungsänderung zurückgesetzt. Daher bleiben Hintergrundprozesse und geplante Aufgaben vorerst kostenfrei. Die Abrechnung soll später im Jahr starten, sobald ein korrigierter Mechanismus implementiert ist.

Erste Rechnungen und Kostenkontrolle

Für einen sanften Übergang startet Atlassian das Abrechnungssystem mit einer „Soft Launch“. Entwickler erhielten heute bereits „Null-Euro“-Rechnungen für den Nutzungszeitraum Dezember 2025. Diese Pro-forma-Rechnungen sollen Teams helfen, ihre Zahlungskonfiguration zu prüfen, ohne dass echte Kosten anfallen.

Die ersten echten Rechnungen für die Nutzung ab Januar 2026 werden am 1. Februar 2026 generiert. Die Zahlung erfolgt monatlich im Nachhinein. Entwickler können ihren Verbrauch jetzt in Echtzeit im „Usage and Costs“-Dashboard verfolgen. Warnmeldungen informieren Administratoren, wenn eine App 50, 75 oder 90 Prozent ihres Gratis-Kontingents erreicht.

Analyse: Eine Plattform wird erwachsen

Die Einführung der verbrauchsabhängigen Abrechnung markiert einen Reifepunkt für Atlassians Cloud-Ökosystem. Jahre lang war Forge ein Einstieg mit niedrigen Hürden, um Jira und Confluence ohne Infrastrukturaufwand zu erweitern. Doch mit über 5.000 Apps – darunter unternehmenskritische Integrationen – wurde ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell unumgänglich.

Analysten deuten die großzügige Free Tier als strategischen Schachzug. Sie soll die graswurzelbasierte Innovation auf der Plattform bewahren. Einzelentwickler und kleine Teams können so weiterhin interne Tools und Prototypen ohne finanzielle Hürden bauen. Die Einnahmen aus hochskalierten Apps sollen hingegen weitere Plattformverbesserungen finanzieren, wie den kürzlich erweiterten Support für Node.js 24 oder verbesserte KI-Fähigkeiten.

Die Marktreaktionen sind gemischt, aber pragmatisch. Einige Entwickler sorgen sich um die Komplexität der Kostenschätzung bei unberechenbaren Arbeitslasten. Der allgemeine Konsens erkennt jedoch an, dass ein Bezahlmodell auch Vorteile bringt: finanziell abgesicherte Service-Level-Agreements (SLAs) und Prioritäts-Support für kostenpflichtige Apps – beides entscheidend für die Enterprise-Akzeptanz.

Was kommt als Nächstes?

Im Fokus des ersten Quartals 2026 stehen die Stabilisierung des Abrechnungssystems und die Wiederaufnahme der Gebühren für asynchrone Berechnungen. Weitere Ankündigungen zum Zeitplan werden für Anfang des Jahres erwartet. Atlassian hat zudem angekündigt, seine Kostenmanagement-Tools weiter zu verfeinern.

Der wahre Impact dieser Veränderungen wird sich im Februar zeigen, wenn die erste Runde echter Rechnungen eintrifft. Die Branche für digitale Produktivität beobachtet genau, wie diese neue ökonomische Realität die Entwicklung maßgeschneiderter Tools für den modernen Arbeitsplatz prägen wird.

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