ATLAS 10.2: Zentrales Zollsystem startet Ende Februar
01.01.2026 - 04:26:12Der deutsche Zoll startet am 28. Februar 2026 das große Software-Update ATLAS Release 10.2, das die zentralisierte Zollabfertigung für Importe einführt. Unternehmen müssen ihre Systeme und Prozesse nun anpassen.
Der deutsche Zoll hat den Starttermin für das große Software-Update ATLAS Release 10.2 auf den 28. Februar 2026 festgelegt. Kern der Aktualisierung ist die Einführung der zentralisierten Zollabfertigung für Importe (CCI), ein Meilenstein der EU-Zolldigitalisierung.
Neuer Zeitplan nach Verschiebung
Eigentlich sollte das Update bereits im November 2025 live gehen. Die Verschiebung gab Softwareanbietern und Unternehmen mehr Vorbereitungszeit. Nun steht der finale Fahrplan:
- 28. Februar 2026: Start von ATLAS Release 10.2 mit den CCI-Funktionen der Phase 1.
- 25. April 2026: Erste Wartungsphase (WF 01) für Release 10.2.2.
- 20. Juni 2026: Zweite Wartungsphase (WF 02).
Die technischen Details wurden Ende Dezember 2025 in den ATLAS-Infos 0890/25 und 0894/25 veröffentlicht. Sie geben Unternehmen die nötigen Spezifikationen für die finale Umsetzung.
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CCI: Ein Paradigmenwechsel für Importeure
Centralised Clearance for Import (CCI) ist die treibende Kraft hinter dem Update. Das System erlaubt es autorisierten Wirtschaftsbeteiligten erstmals, die Zollerklärung vom physischen Warenort zu entkoppeln.
Konkret bedeutet das: Ein Unternehmen kann seine Importanmeldung bei einem “überwachenden Hauptzollamt” in Deutschland einreichen, während die Ware tatsächlich an einem “Anmeldezollamt” in einem anderen EU-Mitgliedstaat vorgeführt wird. Die aktuelle Phase 1 legt den technischen Grundstein für dieses EU-weite Verfahren.
Die Verzögerung bis Februar bewerten Branchenkenner als notwendig. Der komplexe Update des “Automatisierten Tarif- und Lokalen Zollabwicklungssystems” erfordert intensive Tests, um den reibungslosen Datenaustausch mit der EU-Zentrale zu gewährleisten.
Neue CBAM-Vorgaben und technische Feinjustierung
Parallel zum großen Update treten neue regulatorische Anforderungen in Kraft. Das ATLAS-Info 0894/25 führt einen neuen TARIC-Dokumentencode (Y422) für Waren ein, die unter den CO₂-Grenzausgleich (CBAM) fallen und im Vereinfachten Inlandsverfahren (VIV) angemeldet werden.
Diese Änderung ist zwar unabhängig von Release 10.2, muss aber in denselben Softwareumgebungen implementiert werden. Die gleichzeitige Bewältigung von CBAM-Compliance und der ATLAS-Migration unterstreicht den Wert der verlängerten Testphase.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Für deutsche Importeure und Logistikdienstleister heißt die Priorität im ersten Quartal 2026: Software-Zertifizierung und Mitarbeiterschulung.
“Die Verschiebung war eine notwendige Maßnahme, um Stabilität in den Lieferketten zu gewährleisten”, so die Industrie- und Handelskammer (IHK). Firmen sollten die verbleibenden Wochen nutzen, um drei Punkte zu prüfen:
- Software-Bereitschaft: Bestätigung einholen, dass der Anbieter die Schnittstellendefinition (EDI-IHB) für Release 10.2 implementiert hat.
- CCI-Tests: Falls eine CCI-Autorisierung beantragt wird, müssen die neuen Kommunikationswege zwischen den Zollämtern simuliert werden.
- Stammdaten-Update: Warennummern und Autorisierungsnummern müssen an die neuen Parameter angepasst werden – besonders im Hinblick auf die neuen CBAM-Indikatoren.
Blick nach vorn: Phase 2 und Abschaltung
Nach dem erfolgreichen Start von Release 10.2 beginnt die Auslaufphase für das Vorgängersystem Release 10.1. Der Zoll wird eine Übergangsfrist einräumen, die Dauer hängt von der Stabilität des neuen Systems ab.
Danach rückt CCI Phase 2 in den Fokus. Sie wird die zentralisierten Abfertigungsmöglichkeiten auf komplexere Verfahren und mehr EU-Mitgliedstaaten ausweiten. Dieser gestaffelte Ansatz soll Systemstörungen verhindern, wie sie bei früheren Großupdates vorkamen.
Unternehmen wird geraten, das Portal des Zolls bis zum Starttermin im Auge zu behalten. Letzte technische Anpassungen (“Last-Minute-Mitteilungen”) werden typischerweise 2-4 Wochen vor dem Go-Live bekanntgegeben.
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