Arztpraxen im Hygienestress: Neue Bürokratie erhöht Haftungsrisiko
25.01.2026 - 07:24:12Deutsche Arztpraxen geraten zwischen wissenschaftliche Standards und neue bürokratische Hürden. Während die KRINKO-Empfehlungen als rechtlicher Maßstab zementiert sind, sorgt eine Debatte um die Validierung der Wischdesinfektion für massive Verunsicherung. Praxisinhaber müssen ihre Hygieneprozesse nun dringend überprüfen, um rechtlich abgesichert zu bleiben.
KRINKO-Richtlinien als juristische Waffe
Die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) sind längst mehr als nur Ratschläge. Das Infektionsschutzgesetz erhebt sie zum anerkannten Stand der Wissenschaft. Für Ärzte bedeutet das: Ein individuell angepasster und lückenlos dokumentierter Hygieneplan ist unverzichtbar. Er dient im Ernstfall als wichtigster Nachweis, dass alle Vorgaben eingehalten wurden.
Experten warnen davor, bloße Vorlagen der Kassenärztlichen Vereinigungen unverändert zu übernehmen. Jeder Plan muss spezifisch auf die eigene Praxis zugeschnitten sein – von der Flächendesinfektion bis zur Aufbereitung von Medizinprodukten. Nur so ist man auf der sicheren Seite.
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Streit um Wischdesinfektion löst Praxen-Alarm aus
Doch gerade bei etablierten Verfahren droht neue Unsicherheit. Einzelne Aufsichtsbehörden fordern plötzlich einen Validierungsnachweis für die manuelle Wischdesinfektion. Ein Unding, kritisieren ärztliche Verbände. Wie soll ein manueller Vorgang, bei dem der Anpressdruck variiert, standardisiert validiert werden?
Die Forderung trifft die Praxen ins Mark. Die Wischdesinfektion ist seit Jahrzehnten Standard, besonders für empfindliche Geräte wie Intraoralscanner. Ein Verbot oder unrealistische Auflagen würden Arbeitsabläufe kippen und immense Kosten verursachen – ohne dass es wissenschaftliche Belege für ein höheres Infektionsrisiko gäbe. Stecken die Praxen bald in einer rechtlichen Grauzone fest?
Der Hygieneplan als Schutzschild
In dieser angespannten Lage wird der Hygieneplan zur zentralen Verteidigungslinie. Er muss mindestens 14 Kernbereiche detailliert regeln: vom Wartezimmer über die korrekte Einwirkzeit der Desinfektionsmittel bis zur Schutzkleidung. Entscheidend ist die lückenlose Dokumentation. Sie belegt, dass die Praxis nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.
Verwendet werden sollten nur Mittel, die auf der Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH) geführt werden. Regelmäßige Personalschulungen sind Pflicht und müssen ebenfalls akribisch protokolliert werden. Im Streitfall entscheidet oft das Papier.
Bürokratie frisst Ressourcen für Patienten
Die aktuelle Entwicklung zeigt einen besorgniserregenden Trend: Die Hygiene-Compliance wird zunehmend bürokratisch. Klare, wissenschaftliche KRINKO-Vorgaben werden durch formale Hürden wie die Validierungsdebatte überlagert. Das erhöht das Risiko für Beanstandungen bei Begehungen – selbst wenn die Patientensicherheit praktisch nie gefährdet war.
Für die Praxen bedeutet das mehr Verwaltungsaufwand und gebundene Ressourcen, die in der eigentlichen Patientenversorgung fehlen. Droht hier der Formalismus über die praktische Vernunft zu siegen?
Drei Schritte für die Praxis
Unabhängig vom Ausgang der Debatte sollten Praxisinhaber jetzt aktiv werden:
- Hygieneplan auf den Prüfstand stellen: Ist er aktuell, individuell angepasst und deckt alle KRINKO-Empfehlungen ab?
- Dokumentation verschärfen: Jede Schulung, jede Reinigung, jede Entscheidung muss nachvollziehbar festgehalten werden.
- Beratung nutzen: Bei Unsicherheiten bieten die Kassenärztlichen Vereinigungen und deren Kompetenzzentrum (CoC) Orientierung zu lokalen Anforderungen.
Die proaktive Auseinandersetzung mit den Hygieneanforderungen ist der beste Schutz. Sie sichert nicht nur gegen Haftungsrisiken ab, sondern gewährleistet vor allem eines: dass die Sicherheit der Patienten jederzeit an erster Stelle steht.
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