Apple, Stimm-Startup

Apple kauft Stimm-Startup Q.ai für zwei Milliarden Euro

06.02.2026 - 10:43:12

Apple übernimmt den israelischen KI-Spezialisten Q.ai, um eine Technologie für stille Sprachbefehle zu integrieren. Diese könnte Siri in Wearables wie AirPods und Vision Pro eine neue, private Interaktionsebene ermöglichen.

Apple hat den israelischen KI-Spezialisten Q.ai für rund zwei Milliarden Euro übernommen. Das ist der zweitgrößte Zukauf in der Konzerngeschichte. Ziel ist eine Revolution der Mensch-Maschine-Kommunikation.

Cupertino – Der Tech-Riese setzt damit auf eine Technologie, die Sprachbefehle ohne ein hörbares Wort ermöglicht. Q.ai hat ein System entwickelt, das minimale Muskelbewegungen im Gesicht erkennt, wenn Nutzer Worte formen. Diese „stille Sprache“ könnte Voice-Assistenten wie Siri ein komplett neues Einsatzfeld eröffnen.

Das Ende von „Hey Siri“ in der Öffentlichkeit?

Die Technologie löst ein Grundproblem heutiger KI-Assistenten: die soziale Hemmschwelle. Wer spricht schon gerne sein Smartphone in der vollen U-Bahn an? Q.ais „optischer Sensor-Kopf“ analysiert mit speziellen Kameras und Algorithmen, welche Worte der Nutzer lediglich mit den Lippen formt.

Experten erwarten eine schnelle Integration in Apples Wearables. Künftige AirPods oder die Vision Pro-Brille könnten so stille Befehle umsetzen – für Nachrichten, Abfragen oder Steuerungen. Das schafft eine private Interaktionsebene, die Apple einen klaren Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Google oder Meta verschaffen könnte.

Anzeige

Apple-Fachchinesisch macht Ihnen das Leben schwer? Begriffe wie Neural Engine, Edge AI oder Vision Pro sind nicht für alle selbsterklärend. Ein kostenloses iPhone-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Apple-Begriffe in einfachen Worten, inklusive Aussprachehilfen und praktischen Tipps für Einsteiger. Ideal, wenn Sie mit neuen Features wie Face ID, AirPods oder AR-Brillen Schritt halten wollen – bewertet mit 4,7/5 von über 455 Lesern. Jetzt kostenloses iPhone-Lexikon sichern

Strategischer Coup mit altbekannten Gesichtern

Der Deal markiert auch ein Wiedersehen. Q.ai-CEO Aviad Maizels war Mitgründer von PrimeSense. Jenes Unternehmen kaufte Apple 2013 und baute auf dessen Technologie das heutige Face ID auf. Maizels und sein Team von rund 100 Ingenieuren werden nun in die Hardware-Abteilung integriert.

Johny Srouji, Apples Senior Vice President of Hardware Technologies, lobte Q.ai als Pionier in der Verbindung von Bildverarbeitung und maschinellem Lernen. Die Expertise der Mitgründer in Computer Vision und biologischer KI passt perfekt zu Apples Fokus auf Gesundheits- und Barrierefreiheits-Features.

Apples Antwort im KI-Wettlauf

Der Kauf kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Trotz der „Apple Intelligence“-Offensive sah sich der Konzern zuletzt mit Kritik konfrontiert, bei generativer KI hinter OpenAI und Google zurückzuliegen.

Mit Q.ai setzt Apple verstärkt auf „Edge AI“ – die lokale Datenverarbeitung direkt auf dem Gerät. Die sensiblen biometrischen Daten der „stillen Sprache“ würden so über den Neural Engine-Chip verarbeitet, ohne in die Cloud zu wandern. Das stärkt das Privatsphäre-Argument und stellt eine direkte Alternative zu Metas Forschung an neuralen Armband-Schnittstellen dar.

So könnte die stille Revolution aussehen

Die Integration der Technologie wird voraussichtlich in Phasen über die nächsten ein bis zwei Jahre erfolgen.

  • Phase 1: Bessere Diktierfunktion: Zuerst könnte die Spracherkennung in lauter Umgebung verbessert werden. Die Kombination aus Audio- und visuellen Daten könnte Hintergrundgeräusche extrem effektiv ausfiltern.
  • Phase 2: Stille Siri-Befehle: Mit angepasster Hardware, etwa in der Vision Pro, die bereits Kameras zur Gesichtserkennung hat, könnte „stille Siri“ eingeführt werden.
  • Phase 3: Der Durchbruch für Smart Glasses: Langjährige Gerüchte um eine leichte Apple Glass-AR-Brille gewinnen an Gewicht. Eine stille, gestenbasierte Steuerung gilt als fehlendes Puzzleteil für den Erfolg solcher Brillen – ein Problem, mit dem schon Google Glass kämpfte.

Die zwei Milliarden Euro zeigen: Apple hält die Technologie nicht für ein nettes Feature, sondern für einen Plattform-Wechsel. Vergleichbar vielleicht mit der Einführung von Multi-Touch. Im Rennen um die KI-Vorherrschaft geht es nicht mehr nur um Chatbots, sondern um die Art, wie wir mit Maschinen kommunizieren. Apple will diese Schnittstelle besetzen.

PS: Sie wollen Apple-Begriffe sofort verstehen? Holen Sie sich das kostenlose PDF mit 53 klaren Erklärungen – von AirDrop über Face ID bis zur Vision Pro – plus Aussprachehilfen und praktischen Tipps für Einsteiger und Umsteiger. Das Lexikon landet direkt in Ihrem Postfach und hilft Ihnen, Tech-Artikel und Produktankündigungen ohne Rätselraten zu lesen; viele Leser loben die klare Sprache und schnelle Zustellung per E‑Mail. Gratis-iPhone-Lexikon per E‑Mail anfordern

@ boerse-global.de