Anthropics, Claude

Anthropics Claude Sonnet 4.6: KI lernt, Ihren Computer zu bedienen

17.02.2026 - 21:41:12

Das KI-Modell Claude Sonnet 4.6 von Anthropic kann nun Programme per Maus und Tastatur bedienen, was einen Schritt zur Automatisierung von Büroarbeit darstellt und bereits Auswirkungen auf Finanzmärkte hat.

KI-Modell wird zum digitalen Kollegen: Anthropic stellt mit Claude Sonnet 4.6 eine KI vor, die Software per Maus und Tastatur steuern kann. Das Update für das Mittelklasse-Modell markiert einen entscheidenden Schritt weg von spezialisierten Schnittstellen hin zu einem universellen Helfer für den Arbeitsalltag.

Vom Assistenten zum Teammitglied

Die Kerninnovation von Claude Sonnet 4.6 ist die ausgereifte Fähigkeit, Computer-Bedienoberflächen zu automatisieren. Die bereits 2024 experimentell eingeführte „Computer Use“-Funktion ist jetzt eine fest integrierte Modellfähigkeit. Sie erlaubt der KI, Kontrolle über Anwendungen wie den Chrome-Browser, LibreOffice oder die Entwicklungsumgebung VS Code zu übernehmen.

Anders als starre Skripte interpretiert Sonnet 4.6 den Bildschirm visuell und entscheidet eigenständig, wo es klickt und was es tippen muss, um ein Nutzerziel zu erreichen. Besonders effektiv ist dies in der eigenen Claude Cowork Desktop-App, wo die KI direkt mit Dateien auf dem Rechner interagiert. Die Vision: Ein proaktiver digitaler Kollege, der mehrstufige Aufgaben wie Dateiorganisation, Dokumentenbearbeitung oder Datentransfer zwischen Programmen übernimmt.

Leistungssprung macht Top-Fähigkeiten zugänglicher

Laut Anthropic nähert sich die Leistung von Sonnet 4.6 nun der der bisherigen Top-Modelle der Opus-Reihe an. Damit werden Hochleistungsfähigkeiten für ein breiteres Publikum erschwinglich. Zudem erhält das Modell im Beta-Status ein Kontextfenster von einer Million Tokens. Es kann damit enorme Informationsmengen wie komplette Codebasen oder lange Berichte in einem Durchgang verarbeiten.

Unternehmen bestätigen die Fortschritte. Der Cloud-Anbieter Box Inc. testete das Modell mit komplexen Fragestellungen zu echten Geschäftsdokumenten. „Sonnet 4.6 zeigte signifikante Verbesserungen und übertraf seinen Vorgänger in anspruchsvollen Frage-Antwort-Szenarien um 15 Prozentpunkte“, sagt Ben Kus, Technologiechef bei Box. Ähnliche Leistungssteigerungen wurden in Bereichen wie Gesundheitswesen und juristischer Dokumentenanalyse festgestellt.

Die Ära der „agentischen KI“ beginnt

Das Release unterstreicht den Branchentrend zur „agentischen KI“ – Systeme, die nicht nur informieren, sondern eigenständig Arbeitsabläufe ausführen. Die wachsenden Fähigkeiten solcher KI-Agenten sorgen bereits an den Finanzmärkten für Unruhe. Jüngste Ankündigungen von Anthropic zu agentischen Modellen lösten deutliche Kursrückgänge bei Aktien von Software-as-a-Service- und Daten-Dienstleistern aus. Investoren fürchten, dass KI-Agenten etablierte Plattformen disruptieren könnten, indem sie deren Kernaufgaben direkt übernehmen.

Tiefgreifende Folgen für die Wissensarbeit

Anthropics Fokus auf direkte Computerinteraktion setzt Maßstäbe im Wettlauf um praktisch nutzbare KI-Agenten. Der Ansatz, einen universellen Computer-Benutzer zu schaffen, der bestehende Software bedienen kann, ist eine potenziell transformative Strategie. Sie senkt die Hürde für Automatisierung, denn Unternehmen müssen nicht auf spezielle KI-Integrationen für jedes einzelne Tool warten.

Die Implikationen sind enorm. Eine KI, die nahtlos zwischen Tabellenkalkulation, CRM-System und Webbrowser wechselt, könnte große Teile administrativer Arbeit automatisieren. Das würde menschliche Mitarbeiter für strategischere Tätigkeiten freisetzen. Mit der größeren Kontrolle wächst jedoch die Verantwortung für Sicherheit und Zuverlässigkeit. Anthropic betont, die Widerstandsfähigkeit des Modells gegen Manipulationen verbessert zu haben. Das Sicherheitsprofil von Sonnet 4.6 entspreche nun dem der fortschrittlichsten Modelle.

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KI-Agenten wie Claude Sonnet 4.6 verändern die Praxis – und stehen zugleich unter neuer rechtlicher Kontrolle. Die EU‑KI‑Verordnung schreibt Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentationspflichten vor: Unternehmen, Entwickler und Anbieter müssen jetzt handeln, um Bußgelder und Haftungsrisiken zu vermeiden. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten gelten und wie Sie Ihr System korrekt einordnen und dokumentieren. Kostenloses E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung herunterladen

Zwar räumt Anthropic ein, dass Sonnet 4.6 einem geübten menschlichen Anwender noch unterlegen ist. Das Tempo der Verbesserungen beschleunigt sich jedoch. Die längerfristige Vision ist eine KI, die weniger ein ausführendes Werkzeug, sondern ein verstehender kollaborativer Partner ist, der übergeordnete Ziele begreift und die nötigen digitalen Aufgaben zu ihrer Erreichung eigenständig umsetzt.

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